Freiheit oh Freiheit

Originalartikel vom 25.08.2015 im Maennermagazin (link im Bild):
www.das-maennermagazin.com

Hier nun mit einigen updates und Berichtigungen.

Da die überwiegende Zahl der Leser des Männermagazins jüngeren und mittleren Alters sind, hört mal zu wie der Opa vom Krieg erzählt…

Das ist selbstverständlich nicht wörtlich gemeint, sonst hätte jetzt jeder Zweite auf eine andere Webseite geklickt. Da Dino schon ausreichend Warnungen und Infos über die Freiheit von Ehe, Scheidung, Unterhalt und das (all)gemeine Wesen der Frau verbreitet, spreche ich über die letzte Stufe der Freiheit die Mann in diesem Leben erreichen kann. Die finanzielle Unabhängigkeit.

Während sich ein Großteil der MGTOW Gemeinde über die Finessen des Frauen-Aufreissens Gedanken macht, oft weil sie keine Kohle für den Puff haben, fällt das Thema des Geldes, das man als Single auf einmal ganz für sich alleine hat unter den Tisch. Der Grundgedanke ist ganz einfach. Wer in einem kapitalistischen System lebt sollte Kapitalist werden; in einem kommunistischen System sollte man eher anstreben Parteibonze zu werden. Das sind zwei grundsätzlich verschiedene Herangehensweisen ans Leben. Der (zukünftige) Kapitalist schafft sich Werte an, die ihm fortwährend Einkommen bringen für welches er nichts arbeiten muss. Fürs Arbeiten ist ja der Arbeiter zuständig, wie der Begriff schon klar ausdrückt. Da der real existierende Sozialismus/Kommunismus offensichtlich gescheitert ist braucht man darüber eigentlich nicht weiter zu sprechen. Nur soviel, der Parteibonze muss exzellent im Manipulieren, Klüngeln und Lügen sein, also eher (mancher sagt: typisch weibliche) Eigenschaften die temporär erfolgreich sein können aber langfristig immer in die Hose gehen müssen.

Also, Du bist in Deinen 20ern oder frühen 30ern und hast Dir zu Herzen genommen, dass Mann nicht heiratet und schon gar keine Kinder in die Welt setzt. Was machst Du jetzt mit Deinem Leben, malochen bis zur Rente und sterben? Nee, Du hast die Freiheit geschnuppert und willst sie jetzt ganz haben. Aber wie kann man sogar mit einem Durchschnittseinkommen finanziell unabhängig werden? Reiche Großtante beerben kommt eher selten vor und reich einheiraten noch viel seltener, etwa so häufig wie ein Lottogewinn. Bleibt nur Geld verdienen, und es nicht für Konsum verplempern, sondern rentabel anlegen.

Gehen wir mal vom Durchschnittseinkommen von 41.000 EUR aus. Davon bleiben einem ca. 2.000 EUR netto im Monat. Und davon wiederum kann Mann 1.000 EUR im Monat sparen, anlegen und in ca. 25 Jahren als Kapitalist in die ewige Rente gehen. Du denkst jetzt, ist der Typ wahnsinnig geworden, bei mir ist am Ende des Geldes immer noch so viel Monat übrig.

Die höchsten Ausgaben hängen mit der Wohnung zusammen. Unter 60 m2 fühle ich mich beengt, als gehen wir mal von 60 m2 für knapp 7 EUR/m2 für NRW (als Beispiel) aus, macht 420 EUR pro Monat kalt. Plus ca. 30% für Wasser, Strom, Heizung, Fernsehen, Internet, macht knapp 550 EUR. Das ist über ein Viertel des Einkommens. Wer also sparen will/muss sollte erst mal hier ansetzen. Die Jüngeren können durchaus länger mietfrei bei Mama wohnen bleiben, oder wie viele Studenten, in einer WG wohnen.

Dann kommt der Transport von und zur Arbeit und zur Freizeitgestaltung. Spätestens zur ersten Arbeitsstelle muss die geile Karre her, denn man weiß ja dass das Weiberaufreissen in direktem Zusammenhang mit der PS Klasse des BMW zusammenhängt. Mach Dich mal locker Junge. Keine Frage ein Ferrari Fahrer ist attraktiver für die Mädels als ein Polo Fahrer, aber da man sich den Ferrari als Normalo eh nicht leisten kann tut’s auch jedes andere Auto, Hauptsache es ist gepflegt und zuverlässig. Wer rechnen kann weiß, dass ein Auto mindestens 300 EUR im Monat kostet, incl. Wertverlust, ein stinknormaler Golf schlägt schon mit >500 EUR zu Buche. Da lohnt es sich doch mal über Alternativen nachzudenken. Eine Möglichkeit ist eine Wohnung zu finden die nahe genug an der Arbeitsstelle und Einkaufsmöglichkeiten liegt, dass man zu Fuß oder in wenigen Minuten mit dem Fahrrad hin kommt. Oder wie wäre es mit einem Motorrad, oder noch günstiger mit einem Elektro-Bike/Skooter. Das Auto ist vor allem ein Statussymbol, genauso wie ein großes Haus und der Familienurlaub in der Karibik. Also relativ nutzlos und dazu geeignet Leute zu beeindrucken die man sowieso nicht leiden kann. Wenn Dein Chef und Deine Kumpels – die einzig wichtigen Leute in Deinem Leben – nicht akzeptieren dass Du kein Auto (oder ein spottbilliges) hast, dann denk mal drüber nach in welchem Umfeld Du dich bewegst.

Jetzt müssen wir noch futtern und trinken, brauchen Seife usw. und Handygebühren. Hier bin ich am wenigsten bereit zu sparen, außer beim Handy, wer hierfür sein sauer verdientes Geld verdaddelt ist selbst schuld. Hier nicht zu sparen heißt nicht dass man täglich zwei BigMac meals bei McDo bestellt, sondern dass man qualitativ hochwertige Lebensmittel einkauft und diese selbst zubereitet. Kochen lernen kann jeder (selbst Frauen beherrschen das einwandfrei) und da wir Jungs eher auf Effizienz ausgerichtet sind als Frauen geht’s meist auch schneller, einige Monate Übung vorausgesetzt. Fastfood und Aldi Dosenfraß macht Dich nur krank und fett. Ich veranschlage für die monatlichen Lebenshaltungskosten ca. 200 EUR, wer’s gerne exklusiver mit Lachs und Rotwein hat legt 50 EUR drauf. Damit ist man satt, stinkt nicht und telefonisch erreichbar.

Bleibt noch die Ausgaben für Freizeit und Urlaub. Hier gibt es selbstverständlich große persönliche Unterschiede, denn es geht um etwas sehr wichtiges im Leben, das Wohlbefinden. Am Wochenende ausgehen und ein schöner Urlaub im Jahr muss schon drin sein. 200 EUR pro Monat.

Wenn wir jetzt mal die großen Brocken zusammenrechnen, sind das 550 EUR Wohnung, sagen wir mal 400 EUR Auto, 250 EUR Lebenshaltung und 200 EUR Freizeit. Also schon 1.400 EUR im Monat Ausgaben. Nach Adam Riese können da keine 1.000 EUR im Monat übrig bleiben. Richtig erkannt. Und dann noch 1 mal die Woche ins Puff und modische Klamotten fürs Weiber aufreißen, dann ist der Rest auch noch weg. Auch richtig. Frage: Was wolltest Du noch mal, finanziell unabhängig werden oder ein Leben lang malochen und sterben?

Da bleibt nur sparen, und zwar dort wo die Lebensfreude nicht leidet, also bei der Kombination Wohnung/Fahrzeug. Ideal wäre bei Muttern unterm Dach und 5 Minuten von der Arbeitsstelle entfernt. Wohnung in der Münchner Innenstadt, dicker Mercedes vor der Tür und jeden Monat Modeklamotten geht da gar nicht, außer Du verdienst erheblich mehr als der Durchschnitt. Wo Du die Einsparungen realisierst bleibt Dir überlassen, bedenke aber dass dies nichts mit frugalem Leben zu tun hat. Du gönnst Dir immer das was Du brauchst um Deinen Spaß am Leben zu erhalten. Nur der Ehemann muss nach zwei Bier in der Eckkneipe nach Hause zu Muttern, die Tagesbefehle entgegennehmen. Der Single bestellt noch ‘ne Runde für die Kumpels.

Kleiner Hinweis nebenbei: Finger weg vom Haus/Wohnungskauf, von allen Versicherungen außer der privaten Haftpflicht.

Jetzt labert der immer nur vom Sparen, wie werde ich denn jetzt zum Kapitalisten, verdammt noch mal. Achtung, das Geheimnis, das gar keins ist wird gelüftet.

Also Du hast Dich z.B. auf einen Lebensstil eingeschossen, der Dich ca. 1.400 EUR im Monat kostet. Um 1.400 EUR monatliches Einkommen ohne Arbeit zu haben benötigt man ca. 420.000 EUR Kapital. Um das zu verstehen muss man etwas googeln nach dem Namen William Bengen oder dem Begriff “safe withdrawal rate”. Kurz gesagt, es wird wissenschaftlich durch historische Daten bewiesen, dass man von seinem Kapitalstock (der in einer Mischung von Aktien und Renten oder überwiegend Aktien angelegt ist) jährlich 4% abziehen/ausgeben kann und nach 30 Jahren immer noch nicht Pleite ist. Bedeutet, 420.000 x 4% = 16.800 p.a., also 1.400 EUR pro Monat. Inflation ist in den Rechnungen berücksichtigt.
Hinweis: http://www.bogleheads.org/wiki/Safe_withdrawal_rates

Wer gerne 2.000 EUR pro Monat zur Verfügung hätte braucht also 600.000 EUR Kapital, usw. für jeden beliebigen Betrag pro Monat kann das jeder für sich ausrechnen.

Jetzt weißt Du auch warum ich vorher so viel von Sparen gelabert habe.

Um beim obigen Beispiel des Durchschnittsverdieners zu bleiben, rechne mal selbst aus wie viel und wie lange Du sparen musst um die 420.000 EUR zusammen zu bringen.

Ich rechne so:
Man spart 600 EUR pro Monat und legt es in Aktien oder einem High Dividend Fund an, was durchschnittlich etwa 5% p.a. an Zinsen/Dividenden/Wertzuwachs bringt. Die monatliche Sparrate muss man natürlich an die Inflation anpassen, also bei 1% Inflation dann eben 606 EUR pro Monat im nächsten Jahr usw. Du erreichst die 420.000 EUR (Zeitwert heute) nach ca. 28-30,5 Jahren, je nachdem ob man zum Schluss noch eine kleine Abfindung herausschlagen kann. Nicht ideal, aber immerhin weit vor der Rente nach 45 Arbeitsjahren.

Wenn Du es schaffst 800 EUR im Monat zu sparen bist Du nach 23-25 Jahren schon am Ziel, bei 1.000 EUR nach 20-22 Jahren. Wer mehr als Durchschnitt verdient kann auch mehr sparen. Ein Ingenieur oder erfahrener Facharbeiter sollte etwa mit netto 3.000 EUR im Monat nach Hause gehen und kann mit einem angepassten Lebensstil das nötige Kapital viel einfacher ersparen als Otto Normalo. Das Ziel ist doch mit Mitte/Ende 40 dem Chef den Stinkefinger zeigen zu können und den Rest des Lebens selbstbestimmt voll zu genießen.

Freiheit oh Freiheit. Du kannst endgültig machen was Du willst.

PS1: Ja, es gibt auch noch Steuern, und was ist mit der Krankenversicherung und die ganzen anderen Unwägbarkeiten. Dafür gibt es andere Foren und Webseiten.

Ich wollte hier lediglich mal vorführen, dass auch ein Durchschnittsverdiener, wenn er ein bisschen Grips hat und seine Kohle nicht verschleudert, sich selbst befreien kann. Denk mal an die Risiken der typischen Alternative: Frau, zwei Kinder, Haus zu 30% abbezahlt, Scheidung –> voll am Arsch.

PS2: 420.000 Zeitwert heute bedeutet, dass bei z.B. 1% Inflation p.a., der zu erreichende Wert des Kapitals in 10 Jahren sodann 420.000*POWER(1+1%;10)= ca. 464.000 ist, oder nach 20 Jahren 420.000*POWER(1+1%;20)= ca. 512.000, nach 30 Jahren ca. 566TEUR. Alles klar?

PS3: Bzgl. Haus-/Wohnungskauf hat sich herausgestellt, dass die Wertsteigerung des Objekts über 20-30 Jahre im Mittel ungefähr der Inflationsrate entspricht. Das heißt es ist eigentlich keine Kapitalanlage, sondern nur Werterhalt mit Kaufkraftausgleich. Herzlichen Glückwunsch all denen, die eine Nettorendite von ca. 5% mit dem Vermieten von Wohnungen erreichen. Ist eher selten, kommt aber vor.

PS4: Ab Rentenalter (67) bis zum statistischen Todeszeitpunkt für Männer (ca. 78) kommt dann noch die gesetzliche Rente und ggf. eine Betriebsrente dazu. Diese kann man einkalkulieren, was ich aber hier nicht gemacht habe.

PS5: Natürlich MUSS man nicht aufhören zu arbeiten, sobald man den Zielbetrag erreicht hat. Aber man kann. Jeder entscheidet für sich selbst ob er nur noch seine Hobbys pflegt, oder zeitweise noch bezahlten Arbeiten nachgeht die ihm viel Spaß machen.

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