Kriminelle Ausländer? Geht gar nicht!

Anlass: Der Jüngling ist auf die Spiegel-Propaganda hereingefallen.

Also, Sie kommen in eine Polizeistation und da sitzen 5 tätowierte, „Ausländer raus“ schreiende Skinheads mit Baseballschlägern und 5 Messerwetzende, „Allahu akbar“ jubelnde Türken (ich hoffe ich habe die Vorurteile beider Seiten des politisch extremen Spektrums damit ausreichend abgedeckt). Sind jetzt Deutsche genauso häufig in kriminelle Gewalt verwickelt wie Ausländer? Die deutschen Medien sind offensichtlich dieser Auffassung, sobald ihnen seriös klingende Untersuchungen angedient werden. Mathematisch, statistisch vorgebildete würden sagen: Moment mal, wenn wir nur ca. 10% Ausländer in Deutschland haben würde dies bedeuten, dass Ausländer knapp zehn Mal häufiger kriminell sind – was dem momentanen Eindruck auf der Polizeistation entspräche. Beide Eindrücke sind falsch.

Der subjektive Eindruck des Einzelnen hat aber mit der wirklichen statistischen Verteilung wenig zu tun. Der einzelne Beobachter von Kriminalität wird seine Beobachtung immer interpretieren. Wer ihn befragt bekommt also oft nur dessen Gefühl mitgeteilt, nicht unbedingt die Tatsachen. Soziologische Untersuchungen sind schwierig und oft wird durch die Fragestellungen schon eine Tendenz festgelegt. Zudem muss man immer berücksichtigen – cui bono – wem das herausinterpretierte Ergebnis nützen soll, also wer ist der Auftraggeber.

Die Ermittlung der wirklichen Zahlen wird jedoch durch politische Einschränkungen der Polizei erschwert. Der Sohn zweier eingewanderter Jordanier , der einen deutschen Pass hat ist in der Statistik auch Deutsch. Ob er hauptsächlich deutsch sozialisiert wurde oder Mitglied einer Kosovo-Gang ist, oder täglich muslimischen Hasspredigern zuhört ist für die Statistik nicht relevant. Er zählt wie ein Bio-Deutscher. Dazu kommt noch, dass die Polizei in vielen Großstädten No-Go Zonen erklärt hat und sich um Ausländer-Kriminalität wenig kümmert. Einzelne Aussagen von ehrlichen Polizisten werden mit Entlassungen und der üblichen Nazikeule begegnet.

Anstatt Befindlichkeitsstudien zu machen, sollte man eher mal untersuchen, wie die Polizeireviere mit den politischen Einschränkungen der Berichterstattung und Datenerfassung umgehen, und wie sich das auf ihr Verhalten im Dienst auswirkt. Wenn eine Streife einen Kleinkriminellen einige Male verhaftet und der steht jeweils 3 Tage später wieder in seinem Revier, dann haben die Polizisten irgendwann keine Lust mehr den wieder zu verhaften. Offensichtlich sind ja Staatsanwalt und Richter an dessen Tun nicht interessiert.

Nun zu dem Dr. Christian Walburg „Gutachten“:

Schon in der Einleitung wird klar um was es geht:

wonach in der Bevölkerung die Vorstellung weit verbreitet ist, dass Menschen ausländischer Herkunft häufiger Straftaten begehen als Menschen ohne Migrationshintergrund

Diese „Vorstellung“ in der Bevölkerung muss wohl ums Verrecken widerlegt werden. Eine probate Entschuldigung wird auch gleich mitgeliefert:

„bereits jetzt gravierende Bildungs- und Ausbildungsnachteile einen großen Teil der ausländischen Jugendlichen in eine Außenseiterrolle gedrängt [haben], die […] auch bereits in den Kriminalstatistiken evident wird“.

In Kapitel 2 schimpft er über die Medien, insbesondere privates Fernsehen und Boulevardpresse sollen angeblich Ausländer als Gewaltverbrecher hochstilisieren und darüber besonders häufig berichten. Ich frage mich hier schon, ob der gute Mann in einem Paralleluniversum lebt oder nur aus seiner rot-grünen Blase nicht mehr herausfindet. Ich habe eher den Eindruck, dass die Medien friedliche Pegida Demonstrationen als rechte Gewalt darstellen (weil sich eine handvoll rechte Schläger oder Antifa-Provokanten darunter mischen), und jeder Vorfall bei dem ein Ausländer betroffen ist sofort und un-recherchiert den Rechten in die Schuhe geschoben wird (die Richtigstellung findet höchstens im Kleingedruckten und Ewigkeiten später statt).

Kapitel 3 beginnt mit der These, dass die amtlichen Kriminalstatistiken wenig Aussagekraft haben und er sog. Befragungsstatistiken bevorzugt.

Kapitel 3.1

Eine wichtige Einschränkung ergibt sich schon aus dem Umstand, dass in den deutschen Kriminalstatistiken bis auf wenige regionale Ausnahmen nicht der Migrationshintergrund als solcher, sondern lediglich die Staatsangehörigkeit der Tatverdächtigen, Verurteilten und Strafgefangenen registriert wird.

Also es wird, praktisch gesehen, den Bio-Deutschen mehr Kriminalität unterstellt, weil die Migranten inzwischen einen deutschen Pass haben. Danach greift er noch zu einem Trick, er sagt dass in den Daten auch Ausländer erfasst werden, die gar nicht in Deutschland leben und somit den Anteil der Straftaten der hier lebenden Migranten künstlich erhöhen. Das ist natürlich Quatsch. In einem Europa offener Grenzen ist es egal, ob der in Frankreich registrierte Asylbewerber in Frankfurt Drogen vertickt, und ein mal im Monat nach Straßburg fährt um sich die Sozialhilfe abzuholen. Er wird kriminell in Deutschland und fällt korrekt in die Statistik. Außerdem will der Autor jetzt hinein mauscheln, dass ca. 20% der Ausländer wegen illegaler Einreise kriminaltechnisch erfasst werden. Er hält das anscheinend nicht für kriminell, nun gut.

In Tabelle 2 kommt die Wahrheit, die er aber gerne ignorieren würde. In 2013 wurden pro 100.000 der jeweiligen Bevölkerungsgruppe 5.233 deutsche (ca. 5%) und 10.165 ausländische (ca. 10%) Jugendliche tatverdächtig. Das heißt ausländische Jugendliche sind statistisch doppelt so häufig tatverdächtig wie deutsche. Hier sind schon die Verstöße gegen das Ausländerrecht herausgerechnet, aber (s.o.) Migranten mit deutschem Pass werden den deutschen Tatverdächtigen zugeschlagen. Vielleicht sind es wirklich nur 3% Bio-Deutsche und schon 12% Ausländer/Migranten, keiner weiß es genau. Bei den reinen Gewaltdelikten ist das Verhältnis noch extremer. Statistisch sind Ausländer 3 mal so häufig tatverdächtig wie Deutsche. Insgesamt freut er sich über einen Rückgang aller Straftaten der Jugendlichen um Größenordnung 20-30% zwischen 2005 und 2013. Ob das ein wirklicher Rückgang ist oder evtl. mehr mit dem Rückgang der Polizeistellen zu tun hat wäre eine Untersuchung wert. Tenor: ist doch alles nicht so schlimm…

In der Bewertung hebt der Autor heraus, dass die Zahlen für Ausländer zu hoch erscheinen, da nicht in Deutschland lebende Ausländer mit erfasst werden (was wie oben beschrieben Quatsch ist). Gleichzeitig lässt er die „Fehl“-Erfassung von Migranten mit deutschem Pass als Bio-Deutsche nun ganz unter den Tisch fallen. Auch deutet er an, dass ausländische Jugendliche häufiger angezeigt werden als deutsche, mit der irren Begründung, dass die ja nur 8,9% des Bevölkerungsanteils darstellen. Frei nach dem Motto: „Weil nicht sein kann, was nicht sein darf“. Spätestens jetzt wird klar dass es sich um ein reines Gefälligkeitsgutachten handelt. Das Ding hat Bias (Schlagseite) und wenn ich mit dem kleinen Finger noch mal dagegen stupse fällt es in sich zusammen.

In Tabelle 3 bemüht er einen Datensatz aus 2012, Berlin, in der der Migrationshintergrund der Jugendlichen mit deutschem Pass aufgeschlüsselt wird. Bio-Deutsche 2,3% – eingedeutschte Migranten 2,8% und Ausländer 5,4%. Die knapp 20% höhere Beteiligung der eingedeutschten Migranten nivelliert er einfach weg. Doch jetzt kommt der Hammer:

Eine Analyse der „Intensivtäter“-Akten der Berliner Staatsanwaltschaft im Jahr 2005 ergab beispielsweise einen Anteil von 70 Prozent Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Bemerkenswerterweise handelte es sich dabei nur zu einem kleineren Teil um Nachkommen vormaliger „Gastarbeiter“ oder um (Spät-)Aussiedler. Vielfach stammten die Betroffenen aus Familien, die erst in den 1990er Jahren aus Ländern des Nahen Ostens oder dem ehemaligen Jugoslawien als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen waren.

Wenn der kleine Kevin dem Hans-Ulrich auf dem Schulhof mal richtig eine reingehauen hat und das danach nie wieder tut, zählt er genauso viel/oft in der Statistik (Tabelle 2 und 3), wie wenn Klein-Ali jede Woche einen anderen verprügelt. Die Wiederholungstäter sind also zu 70% Migranten oder Ausländer.

Er schwurbelt nun wieder über das Anzeigeverhalten mit Bezug auf eine Studie von 2009, in der erhoben wurde, dass wenn der Angreifer ein Ausländer ist er 50% häufiger angezeigt wird als wenn er ein Deutscher ist. Ob das daran liegen könnte, dass der Deutsche Täter dem anderen oft nur mal eine knallt und gut ist, wohingegen der Ausländer dem anderen schwere Verletzungen zufügt wird zwar weiter untersucht, allerdings ohne die offensichtliche Schlussfolgerung. Bei schwerer Körperverletzung ist die Anzeigequote nämlich gleich hoch. Zudem liegt die Anzeigequote nur bei insgesamt 20-40%. Auch in der Studie (fb107.pdf, link ist im pdf des “Gutachtens”) wird ausgewiesen, dass z.B. Jugoslawen und Türken 3 mal häufiger zu den Intensivtätern zählen. Interessant ist auch, dass ausländische Kinder und Jugendliche wesentlich häufiger von den Eltern verdroschen werden als Deutsche. Das kommt bei solchen Familien die auf Harz4 angewiesen sind auch noch doppelt so häufig vor.

Weiter geht es mit seiner Vorliebe für Befragungsstudien (Dunkelfeld Forschung, Selbstberichtete Delinquenz). Danach sind also bei kleineren Delikten keine wesentlichen Unterschiede zw. deutschen Jugendlichen und Ausländern/Migranten feststellbar; er beruft sich hier auf diverse Studien von Klaus Boer et al. , 2006 ff., welche ich mir nicht auch noch antun wollte. Dennoch muss er eingestehen, dass Migranten häufiger in Gewaltverbrechen verwickelt sind.

Doch die meisten deutschen Befragungsstudien wie auch Untersuchungen aus anderen europäischen Ländern
bestätigen höhere Gewaltrisiken bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

Danach versucht er sich herauszuwieseln, dass ethnische Herkunft und Religion nichts mit erhöhter Gewaltbereitschaft zu tun hat und führt eine Duisburger Studie (der „türkischsten Stadt Deutschlands“, meine Anmerkung : und wo die auch am Besten integriert sind) an, die beweisen soll dass alles nicht so schlimm ist. Es ist haarsträubend.

In Kapitel 3.2 , Ursachenzusammenhänge, wird viel herumphilosophiert. In einem Punkt stimme ich zu, friedliche gelebte Religion, welche die meisten Türken in Deutschland praktizieren führt nicht zwangsläufig zu höherer Gewalt. Fundamentalistische Muslime haben aber offensichtlich hier andere Ansichten. Wie das Amen in der Kirche kommt beim typischen SJW jetzt die Marginalisierungsthese, nach der die armen Migranten so fürchterlich sozial unterprivilegiert sind. Die müssen alle einfach nur das Abitur machen, dann ist alles gut. Ich höre da immer: Die Deutschen sollen mehr für die Bildung der Migranten bezahlen, damit sie von denen nicht verdroschen oder ausgeraubt werden. Ja geht’s noch?

Kapitel 4, Zusammenfassung, wirkt nun extrem wie eine gesinnungspolitische Auftragsarbeit. Trotz der relativ klaren Faktenlage wird alles verniedlicht. Händeringend werden Gründe angeführt, warum man das nicht auf die Ausländer „schieben“ darf, sondern wir Deutsche diese Ausländer und Migranten einfach „anerkennen“ sollen. Es mutete schon etwas lächerlich an. Ein typisches Gutmenschen-Ergebnis. Wie der Spiegel daraus den Titel „Die Mär vom kriminellen Ausländer“ fabriziert ist schon den Begriff Lügenpresse wert.

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2 thoughts on “Kriminelle Ausländer? Geht gar nicht!

  1. Ich lese den Spiegel seit einem Jahr nicht mehr. Deine lesenswerte Kritik am Spiegelartikel, sowie an der dort zitierten Studie, beweist, dass ich diese Entscheidung nicht ändern muss. Unter männerrechtlicher Perspektive ist dein Hinweis auf die gewalttätige Erziehung gewalttätiger jugendlicher Ausländer wichtig und die zusätzliche Bemerkung, dass Jungen in Familien mehr als Mädchen und mehr von den Müttern, als von den Vätern geschlagen werden.

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  2. Es ist schon erstaunlich, dass es eine beträchtliche Zahl Menschen in Deutschland gibt, die offensichtlich eine unerklärliche Dissonanz empfinden. Und das nur, weil die erlebte Realität sich nicht mit der in den Medien deckt. Wie kommt das nur? 😉

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