Immunisierungsstrategie

Der Betreiber des Blogs Geschlechterallerlei (Link fehlt absichtlich) war der Meinung, dass man zur Teufelsaustreibung brauner Seelen, den Begriff „kultureller Marxismus“ nochmals zeremoniell ersäufen müsste. Im Stile der Juridicum aquae frigidae soll die böse Hexe am besten ersaufen, indem man sie ins Wasser wirft und das Seil mit dem Schild „Beweis“ am Geländer festzurrt. Das Schild „Beweis“ ist mit deren Blogeintrag zwar geliefert, aber der Inhalt fehlt. Da – ist – wirklich – gar – nichts. Der Text ist pure Immunisierungsstrategie.

Im Stile publizistischer Hexenprozesse a la Gina-Lisa wird gefordert:

Wer das Gegenteil darlegen will, der muss einen Beweis dafür bringen, dass die anderen Theorien nur Mittel zum Zweck sind.“

(Wenn Du nicht verurteilt werden willst, musst Du einen Beweis dafür erbringen nicht vergewaltigt zu haben.)

Nein, muss ich nicht. Der Begriff „kultureller Marxismus“ ist allgemein bekannt, auch wenn sich die sozialistische Wikipedia weiter bockig stellt. Die gesamte alt-right in den USA weiß was er bedeutet und er wird immer wieder benutzt. Man könnte sich auf Kant berufen und es wie einen Gottesbeweis behandeln, d.h. man kommt zum Schluss dass weder Beweis noch Gegenbeweis möglich ist. Dann muss man keine Gegenbeweise erbringen. Die Forderung nach immer weiteren Beweisen, die man dann immer wieder schön ignoriert, um nie in die Verlegenheit zu kommen selbst einen Gegenbeweis liefern zu müssen, führt nicht zu einem Diskurs, sondern zum Abbruch der Diskussion. Wie bereits erwähnt: „Mit postmodernen Linken kann man nicht diskutieren“.

Ein weiterer bezeichnender “““Höhepunkt“““:

Das ist aber auch nicht Sinn der Sache, es handelt sich wie gesagt um konservative/rechte Propagandalügen, Selbstaufwertungs- und Gegnerdämonisierungsstrategien – was ich als Political Correctness von rechts bezeichne.

Wenn das alles eine solche Propagandalüge ist, wäre es doch ein Leichtes die Lüge zu entlarven, mit einer langen Liste von Fakten, Referenzen, Gegenbeweisen. Macht er aber nicht, er betreibt ausschließlich Immunisierungsstrategie mit Leerformeln. Der glaubt auch allen Ernstes, wenn er Verschwörungstheorie schreit, dass das Argument gewonnen ist. 😕

Dann kommt er an mit einer Literaturliste. Pseudo- Intellektuelle müssen anscheinend immer beweisen dass sie belesen sind. Wir befinden uns aber hier im Internet, auf Blogs. Die Aufforderung „dann lies doch mal dieses oder jenes Buch“ ist hier eher kommunikationsverhindernd. Ich mache mir ja auch die Mühe Zitate herein zu kopieren wenn ich etwas beweisen will, am besten mit Link zur Originalquelle. Was liest der gute Mann auch für einen Müll (verkürzte Liste):

Katharina Röggla – Germanistin

Nina Degele – Soziologin und Hochschullehrerin

Gabriele Winker – Sozialwissenschaftlerin

Hadumond Bußmann – Sprachwissenschaftlerin

Heinz-Jürgen Voss – immerhin Diplombiologe, der in die Sozialwissenschaften abwanderte

Renate Kroll – Literaturwissenschaftlerin

Rundum professionelle faktenfreie Geschwätzwissenschaftler aus dem Bereich Literatur und Soziales. Fast ausschließlich völlig unbekannte Leute, die ihren Wikipedia Eintrag bzw. Lehrstuhl vor allem ihrem Gender-Gesabbel zu verdanken haben. Was soll denn das beweisen, dass keine von denen Marcuse zitiert? Den Marcuse brauchen die schon lange nicht mehr (siehe weiter unten), der war denen vor 40 Jahren noch wichtig, heute nicht mehr so. Einige Feministinnen wollen ihn aber wohl wieder-erwecken.

Stanford:

At the end of the day, Marcuse sees that Heidegger avoids the type of analyses that would reveal systems of oppression and domination from which many human beings suffer. The modes of existence for Dasein have a social, historical, and political context that shape the way that they are experienced. For example, Dasein has a race, gender, class, etc. These particular features come with specific social interpretations which affect Dasein‘s life’s prospects. According to Marcuse, Heidegger’s Dasein is a sociologically and biologically neutral category (Marcuse 2005: 167). Heidegger gives no account of the multiple forms of oppression and domination present in advanced industrial societies nor the way that individuals respond to these forms of oppression and domination.

Nina Power, Marcuse and Feminism Revisited (2013).

Mary Caputi, Feminism and Power: the Need for Critical Theory (Lexington, 2013).

Ansonsten einfach Marcuse und Gender mal in Google eingeben (211.000 Treffer). Leszek ist so einfach zu widerlegen, das macht fast schon keinen Spaß mehr.

Nun möchte ich auf die Techniken und Taktiken der Immunisierungsstrategie näher eingehen

Schon die unnötig komplexe Sprache der Autoren der Frankfurter Schule ist eine Methode und Taktik der Immunisierung gegen Kritik. Mäxchen Müller liest sich einige Abschnitte aus den Werken von Adorno oder Horkheimer durch und stellt fest „Das verstehe ich nicht“. Jetzt kann er sich entscheiden. Er kann feststellen dass der Text sinnlose Hirnwichserei ist und die popularisierten Schlussfolgerungen aus den Werken ebenfalls Unfug sind. Er kann aber auch feststellen, dass er nicht intelligent genug ist um das zu verstehen und die Intelligenzbestien, die das geschrieben haben, wohl Recht haben müssen (Argument from Authority). Unsere humanistischen Schulsysteme haben ihn bereits dahingehend indoktriniert, dass er annimmt zu dumm zu sein. Das ist fatal, denn die große Mehrheit wird damit zum willenlosen Mitläufer.

Die große Mehrheit die in der Glockenkurve der Intelligenzverteilung +/- eine Standardabweichung vom Mittelwert liegen (ca. 68%) hat die schulische Indoktrination geschluckt. Bei denen die links vom IQ Wert 85 liegen (ca. 16%) überwiegt das Gefühl, dass ihnen hier etwas vorgegaukelt wird was mit der Realität nichts zu tun hat. Sie haben aber nicht die geistige Kapazität das zu beweisen, das Gefühl kommt eher aus der Frustration des Nicht-Begreifens. Jene die rechts vom IQ Wert 115 liegen, sind potentiell in der Lage nachzuweisen dass die Ideologen realitätsfremden Unfug verzapfen. Die überdurchschnittlich Intelligenten sind aber keine einheitliche Masse. Da gibt es sehr viele die sich selbst-immunisiert haben weil es ihnen persönliche Vorteile bringt, wie z.B ein Lehrergehalt. Viel mehr von denen haben aber Angst vor der politisch korrekten Kultur (P.C.) und erscheinen lieber äußerlich als Mitläufer, als die Nachteile eines Verstoßes gegen die P.C., wie Verlust des Arbeitsplatzes oder Denunziation zu riskieren.

Je irrationaler die Ideologie, desto weniger stößt man auf nachvollziehbare Argumente. Dann muss man halt mit Leerformeln arbeiten. Die Schriften der Frankfurter Schule sind eine geradezu groteske Ansammlung solcher Leerformeln. Doch das „einfache Volk“ kann damit nichts anfangen. Deshalb wird das auf die primitivste Ebene heruntergebrochen. Der Gegner wird durch das skandieren von Nazi, Sexist, homophob, etc. niedergebrüllt und schlecht gemacht. Das ist einfach, da kann auch der Dorftrottel mitmachen, das wird „volksnah verstanden“.

Ein schönes Beispiel sind die Antifa Gegendemonstrationen bei AfD oder Pegida Veranstaltungen. Alexander Wallasch hat das so köstlich dargestellt, dass ich ihn hier einfach mal zitiere:

Sein finaler Aufruf dann an die paar Dutzend Versprengtem vor ihm in etwa: „Macht endlich mehr Kinder!“ In der Gegendemo skandiert einer daraufhin: „Ficken! Ficken! Ficken!“ Kürzer können auch Maos Nachfahren ihr politisches Argument nicht fassen. Wir notieren: Dümmer geht immer.

Vielleicht sollte ich anmerken, dass ich bei einem Auftritt von Björn Höcke wohl auch eher bei den Trillerpfeifenden und Skandierenden zu finden wäre. Nicht weil ich gegen die AfD oder Pegida bin, ganz im Gegenteil, sondern weil deren Partei-Personal teilweise mehr als peinlich ist. Trotzdem, oder gerade deshalb, halte ich es für wichtig dass die AfD mit >20% in den künftigen Bundestag einzieht. Wenn der Malus des Außenseiters erst mal weg ist, findet sich nach kurzer Zeit dann auch intelligenteres Partei-Personal und verdrängt schließlich solche Maulhelden wie Höcke. (Ich stelle mir immer vor, dass der auf seinem Ipad 2 oder 3 Goebbels-Reden gespeichert hat und die sich vor jedem Auftritt reinzieht. Dann weicht das Zähneknirschen einem Lachen.)

Ich hatte ja schon darauf hingewiesen, dass Marcuse den amerikanischen Feministinnen die theologische Absolution erteilt hat, den Klassenbegriff von Marx auf Mann und Frau anzuwenden. Das ist eine wichtige ideologische Grundlage der Feministinnen, Mann und Frau sind nun Gegner im feministischen Klassenkampf. Ganz nach Marx wird den Männern die Herrschaft (Patriarchat!!!elf1) und den Frauen die Knechtschaft zugeschrieben. Auf dieser Basis kann man dann weitere Unter- oder Nebenklassen einführen, wie bei Marx (Großgrundbesitzer, Bauern, Kleinbürger, Beamte, Journalisten, usw.). Deshalb wundert es nicht, dass die feministischen Theologinnen nach und nach Schwarze, indigene Völker, Schwule, Lesben, usw. als unterdrückte Unterklassen eingeführt haben. Dann blieb am Ende halt nur noch der heteronormale weiße Mann übrig, per feministischer Definition dazu verdammt der Klassenfeind aller anderen zu sein.

Der Wahnsinn hat Methode, denn ex falso sequitur quodlibet (aus Falschem folgt Beliebiges). Das Beliebige kann man auch nachträglich nicht mehr logisch herleiten, man kann nur noch mit Immunisierungsstrategien seine Ideologie verteidigen. Nach dem Klassenbegriff von Marx waren die Bourgeoisen ja immer eine Minderheit, die Proletarier die große Mehrheit. Beim feministischen Klassenkampf sind die Verhältnisse knapp 50:50 und dann gibt’s doch wirklich unzählige Frauen die ihre Männer (den Klassenfeind, pfui Teufel noch mal) lieben. So funzt das natürlich nicht. Ohne die feministischen Unterklassen per intersektionaler Gendertheorie wäre die ganze „schöne“ 3. Welle des Feminismus einfach so in sich zusammen gefallen.

Die Genderlehrstühle sind eine wichtige strategische Komponente im feministischen Klassenkampf. Es ist auch völlig nebensächlich ob und was die lehren, oder was und wie da geprüft wird, oder was die dort Studierenden von dem Kokolores halten. Die müssen nur existieren, genau so wie die Frankfurter Schule damals. Nicht mal Bücher oder wissenschaftliche Werke müssen dort noch produziert werden. Es reicht vollkommen aus wenn Frau Professor Gender alle paar Monate mal wieder drei wiedergekäute Seiten Text aus ihrer Ideologiefabrik an die Medien verteilt. Dort sind genug hungrige Mäuler die das begierig aufsaugen und weiter verbreiten, bis die nächste 3-seitige „Päpstliche Enzyklika“ erscheint.

Es gibt einen Philosophen den ich recht gerne lese. Der pflückt auch die Dogmen der Hegelschen und Marxschen Dialektik auseinander und lässt sie elegant untergehen: Karl Popper. Insbesondere sein Werk „The Open Society and Its Enemies“ (deutsch „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“).

 

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2 thoughts on “Immunisierungsstrategie

  1. Ich bin entsetzt. Hier wird der Gottkaiser Björn Högge verunglimpft, unsere große Chance Preußen wiederherzustellen, von Anti-Patriotischen Kräften der Reaktion beleidigt.

    Hier die Zukunft

    möchtest du daran teilhaben?

    +er wird anime real machen
    https://endchan.xyz/.media/t_bf4f5d7c569f5aed6f535ed82303b90a-imagepng

    Wende dich von deinem verdammenswerten Pfad ab, Elender, und trete ins Licht

    Aber jetzt mal ernsthaft. In Sachen Immunisiserung kann ich mich an nichts stören, sehe ich ähnlich, allerdings bin ich nicht so ganz an Bord wenn es um

    “Ohne die feministischen Unterklassen per intersektionaler Gendertheorie wäre die ganze „schöne“ 3. Welle des Feminismus einfach so in sich zusammen gefallen.”

    geht. Hier unterschätzt du meiner Meinung nach die politische Potenz von Frauen. Ich bin der Überzeugung dass alle anderen (Homos, Schwarze, Trans usw.) sich an den Frauen rangehängt haben um in ihrem Fahrwasser politisches Kapital zu sammeln. Darum konveniert den Femis und Konsorten auch die Frank. Schule. Ein Baukasten der “Veropferisierung”, mit dem man sich, Frauen als Vehikel benutzend, wunderbar der altruistischen Öffentlichkeit stellen kann. Man könnte auch sagen dass versch. Gruppen Frauen als Schutzschild gegenüber den Leistungsträgern ins Feld führen können, wenn man denn die Damen emotional mitnehmen kann. Dazu sehr nett:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Vom_Fischer_und_seiner_Frau

    Der Fischer der Leistungsträger, mit einer Furcht seiner Frau (die hier für alle Frauen steht) jeglichen Wunsch zu verwehren. Dazu braucht es den ganzen Firlefanz nicht, der ist nur Beiwerk um die Motivation (sich selbst als Engel wahrzunehmen) der Frauen zu schüren. Die 3. Welle des Feminismus würde nur anders aussehen, bekloppt wäre sie auch weiterhin.

    Aber unabhängig davon wer in dieser Sache Recht hat, die Lösung bleibt die gleiche. Lernen dauerhaft “NEIN” zu Frauen sagen zu können.

    Gutes Wetter und ein schönes Wochenende wünsche ich dir

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