Geistiger Gleichschritt

Leider ist die Überschrift des Artikels „Im Kollektiv sind wir dümmer“ misslungen, ansonsten ist der Text sehr aussagekräftig, wenn auch viele Aspekte ignoriert werden. Ich behaupte mal, dass Leute wie ich, die einiges an Führungskräfte-Training hinter sich haben und vor allem in der betrieblichen Praxis längere Zeit verschiedene größere Gruppen führten (also nicht nur eine handvoll Leute sondern mindestens einige zig bis hundert) viel mehr Einblick in gruppendynamische Prozesse haben als z.B. Journalisten oder universitäre Theoretiker (vielleicht mit Ausnahme von Psychologen, die sich des Themas professionell annehmen). Ein Kollektiv birgt viele Gefahren, muss aber nicht immer schlecht sein.

Ein beliebtes Spiel in Führungskräfte- und anderen Gruppentrainings ist es eine Liste von z.B. 50 Dingen, die man auf eine einsame Insel mitnehmen will, in sehr kurzer Zeit zu priorisieren. Das Ziel der Trainer ist es die Teilnehmer auf Kollektiv zu bürsten, indem man nachweist, dass alle vorher individuell erarbeiteten Ergebnisse schlechter sind als die späteren Ergebnisse der Kleingruppen. Das geht des öfteren schief. Vor allem in high-IQ Umgebungen gewinnt oft der Intelligenteste, entweder individuell oder wenn er sich in seiner Kleingruppe durchsetzen kann. Ganz schlecht schneiden Gruppen ab, in denen der größte Depp, der auch der größte Bully ist, mit Leuten zusammen ist die Jasager und Schwanzeinzieher sind. Die meisten Gruppen zerstreiten sich so heillos, das sie sich nicht mal auf die Top-3 Dinge einigen können.

Ganz schlimm sind Gruppen von Abnickern und Jasagern. Gerade Manager sind überwiegend Konservative, die sehr gut darin sind bestimmte Prozesse eisenhart umzusetzen. Wenn man dabei keinen Widerstand aus den eigenen Reihen erfährt scheint das erst mal Klasse zu laufen – bis man merkt, dass ein Konkurrent eine kreativere Lösung gefunden hat und einen im Markt vernichtet. Gerade wenn man so eine gleich-gestriegelte Gruppe hat, muss man unbedingt Störenfriede hinein bringen. Da singe ich aus eigener Erfahrung das Hohelied der Diversität. Diese Diversität bezieht sich nie auf Hautfarben, Geschlecht oder sexuelle Orientierung, sondern auf Erfahrung, Ausbildung usw. Gerade Personalabteilungen die ideologisch auf diese SJW Pseudo-Diversität gebürstet sind erweisen der Firma einen Bärendienst. Wenn nur Leute eingestellt werden, die bei den Themen Gleichstellung, Anti-Rassismus, Frauenquote und ähnliches in ein Halleluja ausbrechen, dann hat man Mitarbeiter die im geistigen Gleichschritt denken. Solche Kollektive sind dümmer, eben weil sie alle das gleiche denken.

Gerade als Kreativer ist eine Management Position eher schwer auszuhalten. Ich hatte mir damals angewöhnt, den Routine-Scheiß in 2 Stunden abzuarbeiten, damit ich den Rest des Tages quasi „frei“ hatte. Besonders schwer ist es in fest-zementierten hierarchischen Strukturen einer Großfirma den Rest des Tages herum zu bringen ohne wahnsinnig zu werden. Den Chef immer mit neuen Ideen zu malträtieren ist nicht karrierefördernd. Ich hatte Phasen in denen ich aus lauter Langeweile Patente schrieb und andere Phasen in denen ich eigene und fremde Webseiten programmierte, nur um den Tag durchzustehen. Firmen die ihren Mitarbeitern verbieten im Internet zu surfen machen sich der geistigen Folter schuldig. Interessant und gleichzeitig ätzend ist es, wenn der Vorstand mal wieder zum Kostensparen-Halali ruft und eine Horde von McKinsey Pinguinen auf die Belegschaft loslässt. Alles was danach übrig bleibt ist eine Belegschaft die in geistigem Gleichschritt auf das ökumenische Quartalsziel ausgerichtet ist, außer man schafft es sich diese BWL-Automaten mit smoke-and-mirrors vom Hals zu halten.

Am einfachsten sieht man dass Gleichschaltung nicht funktioniert an Fußballmannschaften. Wenn 11 Mann Mittelstürmer spielen verliert man jedes Spiel. Am besten funktioniert (wie im Management), jeder gegen jeden und dann alle zusammen gegen den Gegner. Der Trainer muss heraus finden welche die besten Individualisten mit speziellen Talenten für die jeweilige Position sind und danach muss er sie zur absoluten Kooperation bewegen um Spiele zu gewinnen. Das ist unheimlich schwer, das schaffen nur ganz wenige Trainer und Manager und deshalb verdienen die zurecht auch ziemlich viel Geld. Es ist wie mit einer Horde Katzen spazieren zu gehen, fast unmöglich.

Gender-desinformierte Managementberater meinen nun dass, wenn sie so eine Störenfrieda in den Betrieb werfen, die neuen Ideen nur so sprießen und die Produktivität sich magisch verbessert. Falls sich die Produktivität ausnahmsweise erhöht, liegt das nur daran, dass sich jeder einzelne Mann anstrengt die neue Managerin in jedem Belange auszustechen. Manager wissen mit einer Managerin erst mal gar nichts anzufangen, die sind es gewohnt gegen die anderen Männer zu konkurrieren. Mit einer Frau konkurriert Mann aber normalerweise nicht, da ist Kooperationsmodus angesagt, also zuhause und im Bett usw. Die Managerin nutzt den natürlichen Kooperationsmodus der Manager meist schamlos aus, womit sich die ersten Ressentiments aufbauen. Wenn die vom Vorstand aber dann auch noch vorgezogen befördert wird, können die sich des uneingeschränkten Grolls aller Manager sicher sein. Die besten Management-Alphas werden kündigen um in einer Frauen-befreiten Zone neu anzufangen, viele werden unkooperativ und schotten sich ab und die Beta-Mitschwimmer versuchen möglichst nichts, aber vor allem nichts falsch zu machen und halten die Klappe. Das trägt auf jeden Fall zu einem innovativen Betriebsklima bei /Sarkasmus off.

Also eine produktive Gruppendynamik ist bei geistigem Gleichschritt unmöglich. Was hilft ist Störungen durch Kreative zu erzeugen, um zu mehr Innovation und Produktivität zu kommen, was aber sehr schwer zu managen ist. Gute Beispiele sind Steve Jobs, der als kreativer Chaot Apple immer wieder aus der Krise geholt hat. Oder Google Chef Eric Schmidt, der es schaffte einen riesigen Sack Katzen wirtschaftlich erfolgreich spazieren zu führen. Gutes Negativbeispiel ist Marissa Mayer die als kreative Chaotin mit ihrem Genderscheiß Yahoo nun ganz kaputt gemacht hat.

Um auf der politischen Ebene dem geistigen Gleichschritt zu entkommen ist die Meinungs- und Redefreiheit essentiell. Das müssen sich Konservative genauso wie Linke hinter die Ohren schreiben. In der konservativen Nachkriegszeit und den CDU-Hochphasen hat man auch gerne Probleme totgeschwiegen. Jetzt wo die Feminismus-, Multikulti- und Genderterroristen an der Macht sind wollen sie die konservativen Meinungen unterdrücken. Wirkliche Fortschritte kommen meist von nur wenigen kreativen Chaoten, die man mit einem erzwungenen Nachdenkverbot aber niemals hören wird. Wenn 95% der gleichen Meinung sind will ich wissen was die 5% zu sagen haben. Nicht dass die 5% unbedingt recht haben müssen, aber es könnte ja sein dass es so ist.

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4 thoughts on “Geistiger Gleichschritt

  1. Bedenkt man mal, wie dumm (gefühlt) 80 Prozent der Masse sind, wenn sie vor ihrem neuen “Volksempfänger”, dem Smartphone, hängen, dann wundert man sich über garnichts mehr.

    Eine stumpfe Masse, die wie ein Zombie mit gebücktem Haupt über dem Radio der Neuzeit hängt und sich steuern lässt, als seien sie willenlos. Das perfide daran: Sie fühlen sich gar nicht so – denn sie haben ja WhatsApp und können ihre nichtigen Statusmeldungen in die Welt posaunen, dass es eine wahre Qual ist, dieser angeblichen Freiheit per 140 Buchstaben zuzusehen.

    So funktioniert mittlerweile eine ganze Gesellschaft und nennt das auch noch “Schwarmintelligenz”. Wie bei den Heringen oder Sardinen? Nun ja, der Fisch fängt bekanntlich vom Kopf an zu stinken.

    Es fällt mittlerweile schwer, noch dagegen anzuschreiben, selbst auf Blogs von vermeintlich Gleichgesinnten. Nur noch Selbsterhabene, welche im Strom einen kleinen Schlenker machen und nun meinen, dass sie die Größten seien. Aktuell fällt mir dazu AE ein, wo es mittlerweile schwer fällt, die Füße still zu halten.

    Aber das ist ein anderes Thema.

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