Gleichstellung und Lindner

Oder um mal wieder Einstein zu zitieren: Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
http://gutezitate.com/zitat/110632

Gleichgestellte Hausarbeit

Erst mal zu der Fake-Studie, bei der sich ein Leser von Danisch mal die Mühe gemacht hat nachzurechnen. Wie schafft es ein Paar täglich 7,25 Stunden Hausarbeit zu verrichten, d.h. knapp 51 h pro Woche, was mehr als einem Vollzeitjob entsprechen würde? Selbst wenn man Kinder hat kann ich mir das kaum vorstellen.

Als Single mit 115 qm Wohnung, ohne Viehzeugs (außer Moskitos, die sich selbst elektrokutieren und Geckos, die alle nicht UV-Licht affinen Moskitos fressen) ist das bei mir so:

4 Stunden pro Woche kommt die Putze welche auch bügelt. Meist ist sie früher fertig. Kostet mich sage und schreibe 5 EUR, nee, nicht pro Stunde, sondern pro Woche, und das liegt schon 20% über dem lokalen Mindestlohn. Außerdem macht sie das als selbständige unangemeldete Unternehmerin, jeden Tag bei zwei Expats, weswegen sie sich weder um Sozialabgaben noch um Steuern kümmern muss. Die exorbitante Überbezahlung ist dadurch gerechtfertigt, dass sie weder klaut noch etwas kaputt macht 🙂

Mit Kochen und Abwasch bringe ich täglich höchstens eine Stunde zu. Das ist nur dann, wenn ich mal wirklich 3 Mahlzeiten pro Tag zubereite, was recht selten ist. In einem Niedriglohnland kann man auch des öfteren mal Essen gehen ohne die Bank zu sprengen. Und wenn ich einen Braten mache hocke ich ja nicht 2-3 Stunden vor dem Ofen, sondern vor dem Computer, YouTube Videos gucken, bis der Timer klingelt. Zudem lernt man als Single auch vorzukochen, denn ob man eine oder 3 Portionen kocht kostet die selbe Zeit, und 3 Minuten Mikrowelle ist jetzt wirklich nur Sekunden Arbeit. Also effektiv sind das im Schnitt 20 Minuten Hausarbeit pro Tag oder großzügige 2,5 h pro Woche.

Der ganze Rest, wie Waschmaschine befüllen und entleeren, Bett machen (lernt man beim Bund wie das in 30 Sekunden geht) sind noch mal maximal 30 Minuten pro Woche.

Jetzt kommt noch das Einkaufen, bei dem man unendlich viel Zeit verplempern kann, was ich je nach Lust und Laune auch tue, denn ich muss ja nicht arbeiten gehen. Früher, als ich noch für Frau und Familie anschaffen ging, hat mich das ca. 2 Stunden pro Woche gekostet. Der Großteil davon war Fahrzeit und Wartezeit an der Kasse, denn mit Einkaufsliste ist man selbst bei Walmart nach 30 Minuten und gefülltem Einkaufswagen fertig. Inzwischen verhalte ich mich ähnlich wie eine gelangweilte Hausfrau. Ich streife durch jeden Gang im Großmarkt und wenn mich eine glitzernde Verpackung unwiderstehlich anlächelt, endet das Teil irgendwie im Einkaufswagen, selbst wenn ich nicht so genau weiß was das Zeug eigentlich ist. Wenn ich ansonsten nichts zu tun habe, fahre ich auch mal in ein 2. oder 3. Geschäft um zu schauen ob da die Bananen gelber oder der Brokkoli grüner ist, oder 5 Cent pro Kilo weniger kosten. Würde ich das effizient, wie früher machen, anstatt herum zu trödeln wie eine gelangweilte Hausfrau, käme ich auf o.g. 2 h pro Woche.

Alles zusammen also ca. 9 Stunden pro Woche Hausarbeit. Keine Ahnung wie man das auf 51 Stunden pro Woche ausdehnen und ohne rot zu werden Arbeit nennen kann. Selbst mit einer Mitbewohnerin käme ich vielleicht auf 10-11 Stunden, wegen der Bügelarbeit, und mit Kind vielleicht auf nochmal 2 Stunden mehr Hausarbeit. Die übrige Zeit ist Kinderbetreuung, nicht Hausarbeit. Wenn ich früher für 9 Stunden echte Arbeit 51 Stunden gebraucht hätte, hätte mich mein Chef zu recht fristlos entlassen.

FDP, Lindner und Ehe für alle

Vor kurzem hab ich mich mit einem Kumpel unterhalten, ob wir uns als Expats die Mühe machen sollten über die deutsche Botschaft bei der Bundestagswahl zu wählen. Eigentlich kann uns scheißegal sein was da gewählt wird, denn keiner von uns hat die Absicht in die DDR 2.0 zurück zu kehren. Uns geht’s gut wo wir leben, und selbst wenn das nicht mehr so wäre, gibt es mindestens eine Hand voll Länder die auf unserer Beliebtheitsskala noch vor der ehemaligen BRD stehen.

Obwohl wir uns darüber einig waren, dass die AfD in Grundzügen das am ehesten wählbare Programm hat, kamen wir auch darin überein, dass die wohl auch überdurchschnittlich viel ekelhaftes, strunzdummes Parteipersonal haben. Der Goebbels-Imitator ist da nur der Anfang. Dann kamen wir in der selben Millisekunde zum Ergebnis, dass man der darbenden FDP doch mal eine Sympathiestimme geben könnte. Bei denen gibt es wenigstens keine Allahu-Akbar Sympathisanten und deren Drang zu Umverteilung und Steuererhöhungen hält sich in Grenzen. Die ehemalige CDU-FDP Koalition war auf jeden Fall weniger schlecht als die CDU-SPD Koalition.

Jetzt kommt diese Oberpfeife Lindner um die Ecke und meint, dass das wichtigste, weltbewegendste, alles entscheidende Thema die „Ehe für alle“ ist. Wer hat dem ins Hirn geschissen? Der will wohl unbedingt wieder unter die 5% zurückfallen. Deutschland hat richtig massive Probleme und der kommt mit so einer postmodernen Kackscheiße daher. Es ist mir echt egal, ob Schwule eine staatlich sanktionierte Ehe eingehen. Ich sage: „Ehe für niemand“, zumindest für die staatliche Ehe.

Lindner: “Wenn Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, sollen sie auch gleiche Rechte haben – unabhängig vom Geschlecht.” Wenn zwei Menschen in einer Ehe – freiwillig – füreinander Verantwortung übernehmen, dann ist das Pochen auf Rechte der ganzen Veranstaltung eher abträglich. Das mit den Rechten kommt erst zum Tragen, wenn einer der beiden keine Verantwortung mehr übernehmen will. Und aus einer freiwillig übernommenen Verantwortung ein Recht abzuleiten halte ich für grundsätzlich unmoralisch. Der Staat und das Rechtssystem sollte mit der privaten, persönlichen Ehe nichts zu tun haben.

Wer eine solche Verantwortung annehmen will, sollte das im Rahmen eines festgelegten moralischen Systems in einer Kirche tun. Von mir aus auch in einer Moschee, falls die Braut masochistisch veranlagt ist. Von der „Ehe für alle“ in einer Moschee ist mir bisher nichts bekannt, dazu muss man dann in eine evangelische Kirche. Ein Staat, der das Familienrecht alle paar Jahre immer mal wieder umkrempelt, kann keine stabile Grundlage für eine lebenslange Ehe sein – und zwar niemals.

 

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6 thoughts on “Gleichstellung und Lindner

  1. “Ein Staat, der das Familienrecht alle paar Jahre immer mal wieder umkrempelt, kann keine stabile Grundlage für eine lebenslange Ehe sein – und zwar niemals.”

    Wohl wahr! Es begann mit der Abschaffung des s.g. “Schuldprinzips” in den 70ern, indem man festlegte, dass der Mann ab sofort schuldig im Sinne der Zahlungsverpflichtung ist und endete nicht erst in jüngster Zeit mit der Ausdehnung der Unterhaltspflicht durch den BGH (Rakete-Dombek, welche die Zahlungdrangsalisierung noch weiter ausdehnte).

    Und die FDP? Absolut nicht mehr wählbar!

    Genauso auch die Linke, Grüne, SPD (oh weh) und CDU/CSU. Ich wähle künftig nur noch Parteien, bei denen ich die reale Chance sehe, dass sie zumindest etwas Sand ins gut geölte Getriebe streuen.

    Meine Bitte an euch Expats daher: Tut das auch.
    Und belohnt nicht die, welche euch aus dem Land drängten.

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  2. Nachtrag zum Thema “Gleichstellungsbericht”:

    “Nachdem die SZ-RedakteurInnen bereit in der letzten Woche demonstriert haben wie wichtig Feminismus auch für Männer ist, indem sie recht despektierlich mit dem ganzen männlichen Gleichstellungsmimimi umgegangen sind und das Ganze mit einem Daumenlutschenden Bodybuilder abgerundet haben, ist der neue Gleichstellungsbericht ihnen natürlich auch gleich einen großen Onlineartikel wert.”

    Zum Artikel, der diesen Bericht regelrecht zerrupft:

    https://www.fischundfleisch.com/superlutz/die-frau-ist-immer-noch-opfer-36133

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