Die neuen Ausbeuter

Ausbeutung oder Exploitation ist uns vor allem aus der marxistischen Theorie ein Begriff, auch wenn er schon viel früher in Bezug auf Egoismus, Kriegsbeute, Naturressourcen, Zinsen usw. benutzt wurde. Marx und Engels fokussierten den Begriff auf die Ausbeutung der Arbeiterklasse (des Proletariats) im Kapitalismus. Das ist eine valide Betrachtung, vor allem wenn das Kapital in wenigen Händen ist und die politische Machtstruktur einseitig nur die Inhaber unterstützt.

Damit die Macht zwischen Kapitalisten und Arbeiterklasse in etwa gleich verteilt ist, wurden Gewerkschaften gegründet. Doch diese Machtkämpfe sind und bleiben immer ein ungleicher Kampf, so lange es keine echten Alternativen für die Arbeiter gibt. Kapital, in Form von Geld, aber auch in Form von z.B. Maschinen, Patenten, gesammeltem Wissen etc. ist erheblich flexibler als jeder Arbeiter. Wenn die lokale Arbeiterklasse zu viel streikt, zu viel Lohn will, zu ineffizient wird oder sonstige Probleme bereitet, gehen die Kapitalisten einfach woanders hin, wo sie bessere Konditionen vorfinden. Tausende oder zigtausende von Arbeitern können nicht einfach mal schnell den Ort wechseln um für einen anderen Kapitalisten zu arbeiten. Lokal oder in einer Region haben große Firmen oft eine Monopolstellung, d.h. wenn die Ausbeutung der derzeitigen Arbeiter nicht mehr so gut funktioniert, suchen die sich einfach willigere Arbeiter.

Lassen wir mal beiseite, wie die Kapitalisten ursprünglich mal zu ihrem Kapital gekommen sind. Die Ausbeutung der Arbeiter ist zentraler Bestandteil des Kapitalismus, denn ohne diese Ausbeutung würden Kapitalisten niemals investieren. Die Verteilung des geschaffenen Mehrwerts kann, wie schon gesagt, auf Basis der Machtverhältnisse verhandelt werden. Diese Verhandlungen sind aber nur dann fair, wenn es Alternativen gibt, d.h. Monopole verhindert oder aufgelöst werden. Die freie Marktwirtschaft ist damit essentieller Bestandteil des Kapitalismus. Wenn die lokalen Firmeneigner Monopolisten sind, werden die lokalen Arbeiter zu Sklaven. Wenn die Arbeitervereine zu dominant werden, gehen die Kapitalisten irgendwann weg. Das Spannungsfeld zwischen Arbeiter und Kapitalist wird immer vorhanden sein und muss immer wieder neu verhandelt werden. Marxismus, Kommunismus und Sozialismus tragen rein gar nichts zur Lösung des Konflikts bei. Dass volkseigene Betriebe den kapitalistischen Betrieben deutlich unterlegen sind sollte nach den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts eigentlich jedem klar sein.

Ausbeutung funktioniert also nur wenn der Ausbeuter Macht hat. Umso verwunderlicher mag es erscheinen, dass diejenigen die als machtlos angesehen werden inzwischen die größten Ausbeuter geworden sind. Die neuen Ausbeuter beziehen ihre Macht nicht aus dem Kapital, sondern aus der Demokratie. Über gewonnene Wahlen können sie Gesetze machen, die Arbeiter ausbeuten. Es handelt sich um alle, deren Einkommen vom Staat durch eingetriebene Steuergelder und Sozialabgaben finanziert wird. Es sind also nicht nur die „Armen“, Sozialhilfeempfänger, Aufstocker, Arbeitslosen, Rentner, usw. sondern auch Lehrer, Beamte und andere Staatsangestellte, die in die Klasse der neuen Ausbeuter fallen. Diese Klasse wurde zur endgültigen Mehrheit durch den Alleinerziehenden-Feminismus und die damit verbundene Kinderlosigkeit.

Wie aus meiner Diskussion des IQ und der Berufe hervorgeht, wird es immer grob 10-15% Arme geben, die von anderen unterstützt werden müssen, um überleben zu können. Vor allem aber gibt es die Rentner, die auf die erzwungene Umverteilung von Einkommen (Renten“versicherung“) angewiesen sind um leben zu können. Der Anteil der Rentner an der gesamten Erwerbsbevölkerung beträgt derzeit in der BRD ca. 43% und wird in 20 Jahren über 70% betragen. Damit werden die Rentner in wenigen Jahren die absolute Mehrheit. Bundesweit lag der Anteil der Hartz-IV-Empfänger an der Bevölkerung im Juni 2016 bei 7,7 Prozent. Das ist zwar eine Minderheit, die haben aber ähnliche Interessen wie die Rentner. Das bedeutet wir haben jetzt schon eine klare Mehrheit, die darauf angewiesen ist, dass der Staat den Arbeitern Geld wegnimmt und es auf die Nicht-Arbeitenden umverteilt.

Daneben gibt es noch ca. 2 Millionen Beamte und Staatsangestellte (ca. 5% aller Arbeitenden) die ebenfalls ein starkes Interesse an einem Staat haben, der ihre Arbeit durch Steuern und Abgaben finanziert. Man kann also locker abschätzen wieviel Prozent des Wahlvolks zur Klasse der neuen Ausbeuter gehört: Derzeit ca. 56-60%, in 20 Jahren werden es über 80% sein. Der klägliche Rest (heute ca. 40-44%, in 20 Jahren ca. 20%) wird von allen die nicht arbeiten oder für den Staat arbeiten ausgebeutet. Dagegen ist die von Marx so beschimpfte kapitalistische Ausbeutung Pippifax.

Daneben sollen die von der Mehrheit ausgebeuteten Arbeiter auch noch mindestens 2 Kinder finanzieren, damit das System nicht noch schneller zusammenbricht. Wenn man sich die o.g. Prozentwerte anschaut wird einem auch klar, warum die Staatsquote so hoch sein muss wie sie ist und steigen wird. Anders wären die vielen Nicht-Arbeitenden und Nicht-Produktiven gar nicht zu ernähren. Anhand der Rentnerquote in 20 Jahren muss auch jedem klar werden, dass dieses System nicht mehr finanzierbar ist und zusammenbrechen muss. Selbst wenn man sehr optimistisch davon ausgeht, dass einige Millionen Immigranten kommen, produktiv arbeiten, Steuern und Abgaben bezahlen, kann das die Rentendynamik, das seit den 70’ern absehbare Umkippen der Bevölkerungspyramide, nicht mehr aufhalten, höchstens etwas verzögern und abmildern.

Der Kapitalismus ist nicht das Problem. In der Dynamik der freien Märkte wird das Kräfteverhältnis immer wieder neu ausgehandelt, so dass Staatseingriffe i.d.R. gar nicht nötig sind. Der Sozialstaat ist das Problem, ganz grundsätzlich, aber insbesondere wenn die Ausbeuter in der absoluten Mehrheit sind. Dass die Mehrheit sozialistische Parteien wählt, die den Sozialstaat aufrecht erhalten und verteidigen wollen ist in deren (zu kurzfristig gedachtem) Eigeninteresse. Jeder der heute noch nicht Rentner ist wird den Zusammenbruch des Sozialstaats live und in Farbe erleben. Die Tatsache, dass die neuen Ausbeuter sich auch noch für Gutmenschen halten, ist angesichts der absehbaren Katastrophe ganz besonders lächerlich.

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12 thoughts on “Die neuen Ausbeuter

      1. Da die sizilianische Mafia auch nicht mehr ist was sie mal war (die was taugen sind nach New Jersey ausgewandert) und die Belgier wie vor ueber 70 Jahren wohl nicht mal merken wuerden wenn sie ueberrant wurden, bleibt Frankreich als Hauptindikator. Und da werden es die reichen Pariser sein, die, wenn sie alle im Juli/August zu ihren Ferienhaeusern an der Mittelmeerkueste fahren, feststellen, dass das Haus abgebrannt oder besetzt ist.

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    1. Die nächsten 390 000 sind schon auf dem Weg zum Flughafen, jeder bringt auch noch mindestens einen mit. Ein paar hundert k werden gerade irgendwo in Italien zwischengelagert und ab dem 25.9. importiert, usw. Die Grenzen werden mit Sicherheit geschlossen werden, und zwar dann, wenn irgendein Türke hier die Macht ergreift. Dann sind alle erleichtert und treten aus Dankbarkeit scharenweise zum Islam über.

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  1. Die Sache mit den Rentnern löst sich in ein paar Jahren von selbst. Das funktioniert wie in Russland nach dem Zusammenbruch der SU: massives Sinken der Lebenserwartung. Wodka ad libitum für alle, lebenserhaltende Behandlungen nur noch für die Reichen. Die Natur hat nun mal ihre Regelkreise. Survival of the fittest ist das letzte Stadium der totalen Gleichheit.

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  2. Wir brauchen einen neuen “Marxismus”, der die Rechte der ausgebeuteten Arbeitenden vertritt 😀

    Aber mal ernsthaft, ich frage mich ob nicht bald ein Punkt kommt, wo viele sich sagen, dass es sich gar nicht mehr lohnt zu arbeiten.

    Es ist kaum möglich eine richtige Ehe zu führen (Scheidungsrecht, Feminismus etc.), der Staat ist seinen Bürgern gegenüber nicht loyal und karrt ständig neue Sozialhilfeempfäner an, die Immobilienpreise sind ein schlechter Witz usw.

    Wenn es aber selbst mit guter Ausbildung kaum noch möglich ist eine Frau, drei Kinder und ein Haus zu haben, wozu dann überhaupt noch arbeiten? Wenn man sich zurück nimmt, kann man auch einfach vom Sozialstaat leben und verschwendet dafür nicht seine Lebenszeit um ein zum Untergang verurteiltes System ein wenig länger zu stützen.

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    1. Die armen Arbeiter haben sich nie fuer Marxismus interessiert, und selbst bei der SPD hat das Interesse fuer den Arbeiter auch nur sehr kurzfristig angehalten.

      Du beschreibst die ‘wirkliche’ red pill, die immer mehr Maenner geschluckt haben, d.h. egal wie sehr man sich abstrampelt, in diesem verkorksten System wird man immer zum Sklaven gemacht. Man muss entweder einen Weg finden das System zu bescheissen, oder muss sich ihm entziehen.

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  3. Viele mit geringer Produktivität haben ja längst das Arbeiten aufgehört, weil Sozialbezug attraktiver ist. Für unsereinen sieht das aber anders aus. Wenn ich nicht mehr arbeite, kriege ich vom Staat gar nichts, weil ich erst mal mein Haus verfrühstücken müsste. Das dauert ein paar Jahre und am Ende stünde ich mittellos da, also schlechter als heute. Auch ist das Leben von Hartz und ähnlichen Sozialkonstruktionen zwar für einen Nichtskönner von irgendwo auf der Welt attraktiv, für unsereinen aber nicht. Obwohl ich keineswegs luxuriös lebe, kann ich mir ein Hartz-Dasein nicht vorstellen. Das ist einfach eine andere Welt. Wenn ich nur den einst von Th. Sarrazin vorgeschlagenen Speiseplan für Arbeitslose anschaue, dreht sich mir der Magen um. Viel interessanter finde ich da Modelle, die durch Umzug ins Ausland einen Bypass um das deutsche Finanzamt legen. Ich kenne mich damit aber bisher nicht aus und nehme Anregungen gerne entgegen. Auf jeden Fall sollte man die Zahlungen an das deutsche Finanzamt nach Möglichkeit minimieren, nicht nur im Eigeninteresse, sondern auch aus ethischen Erwägungen (Finanzierung verbrecherischer Aktivitäten).

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