Warum die ‘alt right’ notwendig ist, aber falsch liegt

Es scheint mir so, dass Identitätspolitik immer dann die Oberhand gewinnt, wenn eine Gesellschaft in einem unlösbar erscheinenden Dilemma steckt. Ich will hier nicht generell gegen jede Art von Identitätspolitik argumentieren, denn ein gewisses Maß von Tribalismus steckt in jedem von uns. Insbesondere kulturelle Identitäten, lose gekoppelt mit genetischer Ähnlichkeit, führen immer wieder zur Segregation. Doch immer dann, wenn ein komplexes Problem ansteht, gibt es für einige Gruppen eine scheinbar einfache Lösung: Purifikation. Der Gedanke ist, wenn man die eigne Rasse, das eigene Volk oder seine Kultur von Fremdeinflüssen säubert, mit dem Ziel dass dann alle sich wieder einig sind, also in grundsätzlichen Fragen das Gleiche denken, dann lösen sich die Probleme von selbst.

Die Gefahren der rassistischen Purifikation sind, dass diese meist äußerst brutal durchgezogen wird – Beispiele gibt es genug: Auschwitz, Ex-Jugoslawien, die Vertreibung von Weißen in Südafrika (und anderen ehemaligen Kolonien) etc.pp. Genauso brutal kann der Wunsch nach Gleichschaltung des Denkens umgesetzt werden. Klassische Beispiele sind die Inquisition und die systematische Ausrottung von Andersdenkenden in der Sowjetunion, Maos China, und anderen (meist kommunistischen) Staaten. Die ultima ratio von Identitätspolitik ist Massenmord und Massenvertreibung, manchmal auch ein Genozid.

Viele Männerrechtler zeigten sich entsetzt über feministische Propaganda, die in Aussagen wie „kill all men“ gipfelt. Das ist aber das logische und konsequente Ergebnis, wenn man Männer als grundsätzlich böse und Frauen als grundsätzlich gut erachtet. Es ist schon ein Zeichen für die Krankheit einer Gesellschaft, wenn solche Extrem-Feministischen Aussagen lapidar übergangen oder heimlich gefeiert werden. Die Aussage entspringt der selben ideologischen Denkweise, wie die Definition von Ariern als grundsätzlich gut und Juden als grundsätzlich böse. Dieses Ergebnis sollte allerseits bekannt sein.

Die ‘alt right’ Bewegung entstand nicht weil sich da eine ideologische Randgruppe von Neo-Nazis und anderen psychologisch instabilen Menschen zusammen getan hat. Diese Idioten gab es immer schon und sie spielten nie eine Rolle in der Gesellschaft. Nein, die Bewegung war eine Gegenreaktion auf die ‘alt left’, die immer massiver linke Identitätspolitik in die reale Politik, Universitäten und die Rechtssysteme einbrachte. Das fängt bei der massiven Benachteiligung von Männern in Scheidungsverfahren an, ging weiter mit Frauenquoten, Genderphantasien, und gipfelte jüngst in der systematischen Benachteiligung von Männern, wenn sie von Frauen wegen angeblichen, meist nicht beweisbaren, sexuellen Verfehlungen angezeigt werden. Vor allem Jugendliche und junge Männer versuchten sich zu wehren, indem sie feministische Aussagen im Internet lächerlich machten. Das weitete sich schnell aus auf die rassistische Gleichstellungspolitik in den USA, wo nicht nur Frauen, sondern auch Schwarze, Latinos und andere Ausländer bevorzugt werden sollen, im Endeffekt alles zum Nachteil weißer Männer.

Die meist lustigen Memes, die in 4chan und anderen Internet-Subkulturen entwickelt wurden, sollten den Links-Extremen einen Spiegel vorhalten. Das Ziel war die Links-Identitären zu „triggern“, indem man deren Ideologie mit – vor allem – der Nazi-Ideologie verglich. Allerdings wurden die Memes genau so wenig verstanden, wie wissenschaftliche Erläuterungen und rechtliche Betrachtungen, die rational gegen linke Identitätspolitik argumentierten. Das gipfelte in der – meiner Ansicht wahlentscheidenden – Aussage von Hillary Clinton, dass jeder der nicht für sie (I’m with her) ist ein ‘Deplorable’ (erbärmliches Schwein) sei.

Aus den meist harmlosen ‘Meme wars’ entstand dann eine richtige Bewegung, die sagte: Wenn ihr extrem Linken Identitätspolitik spielen wollt, dann spielen wir als extrem Rechte mit. Und da wir weißen Männer in den letzten paar hundert Jahren für fast jeden Fortschritt verantwortlich zeichnen, werden wir diesen Krieg auch gewinnen. Wir werden uns nicht wie wehrlose Juden in Konzentrationslager verschaffen lassen. Wir werden uns nicht von Maoisten auf der Straße totschlagen lassen. Wir werden uns nicht von Kommunisten in Gulags verfrachten lassen. Wir werden uns wehren und wir werden gewinnen. Dabei muss man erkennen, dass die überwiegende Mehrheit der ‘alt right’ an einem derartigen Krieg überhaupt nicht interessiert ist. Es ist eine Drohgebärde, eine Selbstdarstellung als ‘stormtrooper’, die praktisch keiner im wirklichen Leben umsetzten will. Die linke Presse pickt sich aber die o.g. Idioten (echte Neo-Nazis etc.) heraus und stellt sie als Repräsentanten der gesamten ‘alt right’ dar, um sie zu verteufeln.

Und nur aus diesem Grund halte ich die ‘alt right’ für absolut notwendig, egal wie amateurhaft und bekloppt sie auf manchen wirkt. Wenn man etwas aus den Katastrophen des 20. Jahrhunderts gelernt haben sollte ist es die Tatsache, dass es eines rechtzeitig organisierten massiven Widerstands bedarf, um ideologisch verblendeten Massenmord zu verhindern. Die ‘alt right’ wird so lange bestehen bleiben, bis linke Identitätspolitik endgültig zu Grabe getragen wird. Immer extremere Maßnahmen der linken Politiker – wie hate speech Gesetze, oder der ‘Kampf gegen Rechts’ – wird unaufhaltsam zur Aufrüstung der ‘alt right’ führen. Je mehr man Konservative und ‘Rechte’ benachteiligt, desto extremer werden sie. Aus den Sportgruppen und Nahkampftrainings einer Identitären Bewegung werden zwangsläufig bewaffnete Wehrsportgruppen entstehen, wenn der Druck der links-grün-versifften Politiker in Europa nicht nachlässt. Am deutlichsten wird es bei der amerikanischen Variante, Identity Evropa dargestellt: „In einer Zeit, in der jedes andere Volk seine Identität behauptet, werden wir, ohne zu handeln, keine Chance haben, unserer Enteignung zu widerstehen.“

Wenn man sich von der schulischen Indoktrination entfernt, die alles was ‘rechts’ und konservativ ist in einen Topf mit Nazis wirft, und deren ideologische Grundlagen selbst analysiert, kommt man zu anderen, nicht ideologisch verpeilten Erkenntnissen. Die Nationalsozialisten (wie der Name schon sagt) und auch die italienischen Faschisten waren weit mehr vom Sozialismus geprägt, als von konservativem Gedankengut. Der einzig wirklich Rechtsextreme der jemals an die Macht kam, war meiner Ansicht Augusto Pinochet in Argentinien. Ich plädiere hier nicht für die Verharmlosung von Rechtsextremen, ganz im Gegenteil. Ich weise darauf hin, dass rechte, genauso wie linke Purifikation zu Massenmord führt. Beides unterliegt dem Irrtum, dass man durch rassistische Gleichschaltung oder die erzwungene Gleichschaltung des Denkens zu einer besseren Gesellschaft gelangt.

Deshalb ist die ‘alt right’ zwar, wie oben beschrieben notwendig (d.h. erforderlich um eine Not abzuwenden), aber zu Ende gedacht, falsch. Wenn nämlich die ‘alt right’ es nicht bei Drohgebärden bewenden lässt, sondern sich durch Antifa und den ‘Kampf gegen rechts’ zu sehr bedrängt fühlt, wird sie es nicht weiter mit Gebärden und Aufsehen erregenden Aktionen bewenden lassen. Wenn der erste Blutzoll entrichtet wurde, wird das weiter eskalieren. Und egal ob die Rechten oder die Linken am Ende gewinnen (und vielleicht ist es keiner der beiden, sondern die Moslems), werden die Gewinner wieder – wie im 20. Jahrhundert – ein brutales Regime der Purifikation errichten, welches zu Millionen von Toten führt.

Das große Problem ist, dass die Linke schon weitestgehend militant ist (Antifa etc.) und in vielen westlichen Ländern die Staatsmacht innehat. Auf dieser Basis lassen die sich nicht so einfach einschüchtern und dazu überreden, die konservativen Belange zu berücksichtigen. Es sollte den Konservativen, die keineswegs an einem Bürgerkrieg interessiert sind, also darum gehen die sog. ‘Normalos’, die einfach friedlich leben wollen, auf ihre Seite zu ziehen und zu aktivieren. Auch Merkel, aus ihrem sozialistischen Lager, hat das mit dem Slogan „gut und gerne leben“ mit begrenztem Erfolg schon versucht. Immer mehr Bürgern wird aber bewusst, dass das friedliche Leben schon vorbei ist – angesichts der plündernden und vergewaltigenden Flüchtilanten – oder bald vorbei sein wird. Das falsche Versprechen von Merkel muss weiterhin schonungslos offen gelegt werden. Eine friedliche Maßnahme wäre dann z.B. bei der CDU nicht auszutreten, sondern einzutreten, um einen Gegenkandidaten durchzusetzen, der Merkel und ihre Stiefellecker endlich wegräumt. Ob das als Taktik oder langfristige Strategie taugt kann ich nicht beurteilen, denn ich bin mir ungewiss wie sozialistisch durchseucht die CDU bereits ist. Die AfD ist meiner Ansicht zu klein und zeigt immer wieder dramatische Führungs- und Kommunikationsschwächen, die sie als echte Alternative zur CDU (noch?) verhindern.

Wenn die linke Medienpropaganda und deren Unterdrückung jeglicher konservativer Meinung so weiter geht, werden die Identitären gezwungen immer extremer zu werden. Um nicht als schwach und nur mit Drohgebärden spielende Aktivistengruppe angesehen zu werden, sind sie bald gezwungen wirkliche physische Macht zu demonstrieren. Das perverse ist, dass sie dann riesigen Zulauf von konservativen Normalos erhalten werden, die sich auch endlich mal wehren wollen. Das selbe passiert auf Seiten der Antifa, was eben zur weiteren Eskalation beiträgt. Es gibt nicht nur ein paar hundert Leute, sondern vielleicht 5% der Bevölkerung, die lustvoll einem Bürgerkrieg entgegen sehen, egal auf welcher Seite sie kämpfen. Man darf dieses Potential nicht unterschätzen. Die Geschichte zeigt, dass es nur weniger extremer Kräfte bedarf (so knapp 10%, incl. Sympathisanten) um eine Katastrophe loszutreten.

Den Konservativen ist also angeraten, mit selbstbewusster Propaganda auf die ‘Normalos’ einzuwirken, damit sich ein politischer, gewaltloser Richtungswechsel ergibt. Den Spagat zum Drohszenario mit identitären Kämpfern muss man zumindest unterschwellig schaffen, genau so wie es die SPD/Linken/Grünen mit ihrer Förderung der Antifa tun. Es gilt den ‘Normalos’ klar zu machen, dass die Linken uns Konservative nicht nur entmachten und enteignen wollen, sondern einen am Ende totschlagen wollen. Zum Beweis muss man nur mal ein Geschichtsbuch lesen, oder die Nachrichten aus Venezuela.

Wenn es wieder eine konservative Mehrheit in Deutschland und Europa gäbe – und ich bin da Pessimist – könnte man sich auch mal wieder ehrlich den unlösbar erscheinenden Problemen zuwenden. Seit ca. 100 Jahren wächst der Sozialstaat wie ein Krebsgeschwür in allen europäisch dominierten Nationen (inkl. USA, Kanada, Australien, Neuseeland). Das und die fehlgeleitete Immigrationspolitik führt zu einer sich intensivierenden demographischen Krise. Die finanzielle Dominanz und damit die Bezahlbarkeit von Renten und Sozialleistungen lässt sich nur so lange aufrecht erhalten, so lange der technologische Vorsprung des Westens vor China und Indien sich behaupten kann. Dieser Vorsprung schwindet immer schneller, durch global-kapitalistische Technologie-Transfers, durch das Internet, durch weltweite Markterfolge von Toyota, Samsung et.al., durch die Verlagerung von Massenproduktionen in die Länder Asiens und nach Mexiko (genau das hat Trump erkannt).

Es wird mittelfristig also nichts anderes übrig bleiben, als die Sozialstaaten auf ein Minimalmaß zurück zu schrumpfen. Dies alleine wird automatisch dafür sorgen, dass sozialistische und marxistische Utopien in den Mülleimer der Geschichte wandern, wo sie auch hin gehören.

 

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9 thoughts on “Warum die ‘alt right’ notwendig ist, aber falsch liegt

  1. Ich bin sehr skeptisch gegenüber gewissen Bewegungen. Meiner Ansicht nach ist die Identitäre Bewegung zum Beispiel vom tiefen Staat gelenkt. Das sieht man auch an deren Instrumentalisierung des Breitscheidplatz-Hoax.

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      1. Shitlord, sag Deinen Geheimdienstauftraggebern, dass das Spiel bald aus ist….
        Euer Teile und Herrsche Spiel wird bald ein Ende haben. Die NPD V Leute sind schon lange aufgeflogen und die IB ist nur noch am Islam-Hetzen. Auch Du wirst von Deinen Auftraggebern geopfert werden.

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  2. Hoffen wir mal, dass Du mit dem Schluss Recht hast.

    Ich find’s ja prinzipiell gut, dass die AfD aus hauptsächlich einfältigen Klappspaten besteht. Hätten die wen wie Hitler, wäre die Kacke ziemlich am Dampfen; so hingegen machen sich alle in die Hose, weil sie sehen, dass selbst die Volldeppen 13% bekommen. Ist besser so. Ich habe nur bei jedem Zeitungsbericht immer wieder den Eindruck, dass “die” das nicht _so ganz_ verstanden haben, worum es *wirklich* geht.

    Starker Claim, übrigens, mit “Wir werden uns nicht…”. Erinnert natürlich an das komministische Manifest, hat aber irgendwie mehr Realitätsbezug 😉

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  3. Gute Analyse, die ich an manchen Stellen teile.
    Bloß sehe ich “Massenmord” und die dazugehörigen 5% nicht. Die gibt es vielleicht im Internet, aber auf die Strasse kriegt man noch längst nicht jeden Meme-Warrior (oder seine verschiedenen Identitäten). Genauso wenig sehe ich irgendwelche massenhaft in Parteien eintretende Leute. Bei der SPD sollen es von Aufruf bis Montag oder Dienstag dieser Woche 2.000 gewesen sein. Da kannste nicht mal die Promille ausrechnen.
    Und “klarmachen, dass die uns totschlagen wollen”? Der Normalmensch bleibt zu Hause, wenns bei G20 tobt, und gewalttätige Übergriffe der Antfa kriegt der gar nicht mit. Und die paar wenigen bei den Fanten, die tatsächlich über Leichen gehen würden, kriegen bei den Millenials, beim “zarten Mann” (FAZ), doch nie einen Fuß auf den Boden.
    Also ich sehe das Personal und das Potential für diese Zuspitzung außerhalb des rhetorischen Raumes einfach nicht.
    Und abgesehen von den viel zu vielen, völlig verrohten Subjekten, die über die Grenze gelassen wurden und die der Steuerzahler dank gesetzeswidriger Politik nicht nur erleiden sondern auch noch alimentieren muss: “die Muslime”, “der Islam” haben es gar nicht nötig, auf mehr als das drohende “was guckst du” zurückzugreifen. Läuft doch auch so bestens.

    Laut Pirincci hatte “das Schlachten” 2013 begonnen, und? Guckst du jetzt? Seitdem ist die deutsche Gesellschaft 5 Jahre ÄLTER geworden. Ich sehe uns auf eine Spielart Mexicos hinauslaufen, aber einen Flächenbrand? Eher doch nicht.

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  4. die Sozialstaaten auf ein Minimalmaß zurück zu schrumpfen”……..

    bei der ansteigenden sozialstaatlichen Abhängigkeit von deutschen Arbeitslosen und besonders der an leistungsloses Einkommen gewöhnten Migranten und “Glücksrittern” erwarte ich bei ihrer obigen Empfehlung einen schnell beginnenden Bürgerkrieg. Wenn erst der Magen knurrt, wird man schnell zum Tier, bei manchen muß nichtmal der Magen knurren, da reicht schon “was guckst du”….
    Das wissen auch “unsere” Politiker, deswegen wird weiterhin Frieden “erkauft”

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