VHIQ

VHIQ = very high IQ, so ab ca. 130 aufwärts, also ca. 2% der Bevölkerung im Westen

Das sollte eigentlich eine Antwort auf einen Kommentar werden, wurde aber zu lang, um als Kommentar übersichtlich darstellbar zu sein. Viele Leute glauben nicht, dass man für Führungsaufgaben in aller Regel einen hohen IQ braucht. Manche glauben sogar, dass Leute mit hohem IQ sich zu oft in Details verzetteln, das große Ganze nicht sehen und deshalb viel zu lange für eine Entscheidung brauchen.

Der persönliche Eindruck kann täuschen, so wie die eigene Lebenserfahrung (bei jedem) limitiert ist.

Du (Kommentator Werlauer) wolltest Links und Beweise für den wissenschaftlichen ‘Konsens’ über IQ. Hier:

http://www.businessinsider.com/facts-you-dont-want-to-know-iq-2011-11?op=1

http://www.udel.edu/educ/gottfredson/reprints/1997mainstream.pdf

Viele VHIQ Leute denken nicht nur schneller, tiefer, breiter (Manta? 😀 )im Vergleich mit ‘normalen’ Leuten, sondern wirklich anders. Ich z.B. habe eine leicht autistische Inselbegabung in Bezug auf Mustererkennung. Ich rechne im Kopf überhaupt nicht so, wie man das in der Schule so lernt, was u.a. dazu führt, dass ich vieles im Kopf schneller ausrechne, als jemand mit einem Taschenrechner. Wenn ich eine große kaufmännische Excel-Tabelle vor mir habe, dann sehe ich oft auf Anhieb (in Sekunden), an welchen Stellschrauben man drehen muss, um Erfolg zu haben, während die Kaufleute manchmal Tage und Wochen rum-und-num rechnen, bis sie auch drauf kommen. Und ich liege nur im unteren/moderaten VHIQ Bereich (130-145), bin also sicherlich kein Einstein.

Relativ einfaches Beispiel beim Einkaufen, wenn mich eine Supermarkt-Kassiererin anschaut wie wenn ich ein Außerirdischer wäre:

Ich habe 13 Sachen im Korb. 3 teure Sachen, die 20, 11 und 8 EUR kosten und 10 Sachen, die zwischen ca. 0,5 und 3 EUR kosten (beliebige Nachkommastellen bitte selbst dazudenken). Die teuren Sachen könnte ich ‘nach Adam Riese’ im Kopfe schnell zusammenrechnen, aber schon dabei rechne ich 20+(2 x 10)-1=39, weil das für mich leichter ist. Bei den 10 billigeren Sachen schätze ich schnell und grob, ob der mittlere Wert eher bei 1 oder 2 EUR liegt und rechne dann z.B. 10 x 2 EUR = 20 EUR. Danach wieder 20+40-1=59. Wenn die Kassiererin jetzt einen Betrag, der nicht z.B. zwischen 57 und 61 EUR liegt, von mir fordert, ist ihr meist irgend ein Fehler passiert (manchmal/selten ist auch mir beim Kopfrechnen ein Fehler passiert). Ich merke das, sie aber nicht. Sie meint jetzt, ich hätte 0,39+0,49+1,19+1,19+…..20,49 im Kopf exakt zusammengerechnet und guckt mich an wie ein Auto.

In vielen mittleren Führungsfunktionen braucht man auch nicht unbedingt einen besonders hohen IQ. Als Beispiel, ein Filialleiter einer Bank, Versicherung etc. sollte die Grundrechenarten, Prozentrechnung und den Zinseszins halbwegs sicher beherrschen. Dazu braucht man keinen VHIQ, nur einen ausreichenden IQ von sagen wir mal 110. Ein erfolgreicher Filialleiter kann aber z.B. ein besonderes Mustererkennungsverfahren haben. Ihm fällt z.B. auf, dass ein Anteil der Kunden am 20. des Monats immer kurzfristig in den Dispo rutscht. Oberflächlich betrachtet ist das der Bank meist ganz recht, weil die sich an den exorbitanten Dispo-Zinsen dumm und dämlich verdienen. Dispo ist aber auch für die Bank riskant. Der Kunde muss nur mal für längere Zeit arbeitsunfähig oder arbeitslos werden und schon türmen sich oft unbezahlbare Schulden auf. Eine Privatinsolvenz ist für die Bank nicht gut. Wenn er jetzt herausfindet, dass die alle z.B. 250-350 EUR Leasingrate für ihr Auto zahlen, weil die nie das Kapital hatten eines zu kaufen, oder den Mut nach einem Kredit zu fragen, kann er neues Geschäft generieren. Er überzeugt die Leute, ihr 5000EUR und 0% Sparbuch aufzulösen, sich für 15kEUR ein Auto zu kaufen und einen mittelfristigen Konsumentenkredit über 10kEUR aufzunehmen. Das kostet die Leute i.d.R. weniger als die Leasingrate, sie rutschen nicht mehr ins Dispo, und wenn sie arbeitslos werden gehört der KfZ-Brief der Bank, die Karre wird gepfändet und der Kredit ist fast vollständig zurückgezahlt, die Privatinsolvenz verhindert.

Ich hoffe jeder ist einverstanden, dass der normale einwandfrei arbeitende Filialleiter auf diesen Dreh von alleine meist nicht kommt. Das muss er auch nicht, und um das Konzept umzusetzen, muss er auch nicht im VHIQ Bereich liegen. So was denken sich Mathematiker und geschäftsorientierte Leute im oberen Management der Bank aus. Und weil die Grundrechenarten für fast alle Positionen in einer Bank ausreichen, werden gerade dort oft ‘relativ dumme’ Leute in höhere Positionen befördert, weil sie sehr, sehr gut mit Menschen umgehen können, sprachlich sehr überzeugend und manchmal auch ziemlich manipulativ sind. Und so etwas kann dann auch zu einer internationalen Finanzkrise wie 2008 führen. Wenn man Kredite für überteuerte Häuser an Leute vergibt, die sich das unter optimistischen Umständen derzeit mit Ach und Krach leisten können, dann ist das erst mal ein gutes Geschäft. ‘Normale’ Banker erkennen die selbst heraufbeschworene Blase und Krise nicht. VHIQ Banker können das auf Anhieb erkennen, sich gegen die ‘normalen’ Banker, die super Geschäfte machen und hohe Prämien einstreichen aber oft nicht durchsetzen.

Insbesondere sehr hohe IQs (über 130) können auch Nachteile haben. Ich finde Aaron Clarey (Google, Youtube) präsentiert das ganz gut.

Wenn ich also ein guter Mustererkenner bin, kann ich durchaus mit Leuten, die das nicht so gut können, täglich zusammenarbeiten. Ich weiß, dass ich mir halt die Zeit nehmen muss (oder denen die Zeit lassen muss) bis die ein komplexeres Thema ausreichend verstanden haben und es umsetzen können. Ich beschimpfe die nicht als Deppen, nur weil die nicht sofort drauf kommen, was ich meine oder wie das geht. Ich brauche von denen nicht unbedingt hanebüchene neue Ideen, sondern zuverlässige Umsetzung. Vor allem ist es halt mein Job dafür zu sorgen, dass die das können, nicht mein Lebensziel ‘relativ dummen’ Leuten die Welt zu erklären.

Im privaten Bereich ist das anders. Für mich ist es unerträglich mit einer Partnerin zusammen zu leben, die nicht in der Nähe meines IQ liegt. Genauso kann ich keine dauerhaften Freunde haben, deren Mustererkennung massiv von meiner abweicht. Im Job kann ich das ertragen, aber ich kann einer nahestehenden Person nicht jeden Tag, wieder und wieder erklären, warum 1+1=2 ist, oder warum der Finger stinkt wenn man ihn in den Popo steckt. Das ist sehr überspitzt ausgedrückt, aber so empfinde ich das. Ich hasse die nicht und verachte die nicht, aber ich kann es mit solchen Leuten einfach nur sehr begrenzte Zeit aushalten. Oft wird so ein Rückzug dann als arrogant empfunden, es ist aber keine Arroganz. Ich krieg da psychosomatische Schmerzen, wenn ich bei einem 2 Stunden Gespräch dabei sein muss, dessen logisches Ergebnis ich nach 30 Sekunden schon weiß. Da die VHIQ Leute eben nur 2 von 100 sind, und nach allem was wir bisher wissen, Frauen in diesem Bereich stark unterrepräsentiert sind (ca. 1:2), kann man sich vorstellen, wie schwierig es ist Freunde zu finden, und wie noch viel schwieriger es ist eine Partnerin zu finden. Die Auswahl wird ja durch persönliche Präferenzen, Interessen und Hobbies noch weiter erheblich eingeschränkt.

Nein, nein, ich will hier kein Mitleid heischen, für meine persönlichen Verhältnisse. Es ist nun mal so wie es ist. Aber vielleicht wird damit auch einsichtiger, warum VHIQ Leute sich viel eher auf eine Karriere konzentrieren und auf Familie/Freunde leichter verzichten können. Wie gesagt, ich verachte die Leute mit niedrigerem IQ nicht. Auf der anderen Seite beneide ich Leute im IQ-Bereich 85-115 (das sind ca. 70%), die sich am Stammtisch stundenlang über (aus meiner Warte) lapidaren Kram unterhalten können, sich in der Gemeinschaft von grölenden Fußballfans wohlfühlen, oder jeden Tag gemeinsam mit ihrer Frau zuhause immer wieder entdecken, wie man den Nippel durch die Lasche zieht. Ich würde dabei wahnsinnig werden, die Leute sind aber glücklich.

 

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18 thoughts on “VHIQ

  1. “Auf der anderen Seite beneide ich Leute …, die sich am Stammtisch stundenlang über (aus meiner Warte) lapidaren Kram unterhalten können, sich in der Gemeinschaft von grölenden Fußballfans wohlfühlen … Ich würde dabei wahnsinnig werden, die Leute sind aber glücklich.” Lieber Luisman, endlich versteht mal jemand, wie es mir in diesen Situationen so geht. Ich habe keine Ahnung, was ich für einen IQ habe, habe nie einen Test gemacht und habe das auch nicht vor. Ich weiß nur, daß ich ein paar Dinge im Leben getrieben habe, die eher mit höheren als mit niedrigeren Werten assoziiert sind. Das reicht mir. Mit zunehmendem Alter und abnehmender Notwendigkeit, irgendwelche Karriereziele zu erreichen, meide ich Stammtischsituationen immer mehr. Mein persönlicher Weg ist die anspruchsvolle Lektüre + Geld verdienen im notwendigen Umfang + ein gewisser politischer Aktivismus. Mehr schaffe ich nicht, weniger soll es nicht sein.

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    1. Ich habe vor ein paar Monaten ein Video gesehen, wo ein Professor davon berichtet hat, wie er in Südafrika IQ-Tests an einem College gemacht hatte, um zu verifizieren, ob es einen Unterschied zwischen Schwarzen und Weißen gibt.

      In dem Vortrag zeigte der Professor ein Beispiel für eine im Test typische Frage. Dann kam Rückfrage aus dem Publikum, was denn die richtige Lösung sei. Und ich war verdutzt. Dann kam noch so ein Beispiel, wo der Professor sagte, dass das 65% der Weißen, aber nur 35% der Schwarzen korrekt beantwortet hätten, und ich war wieder verdutzt.

      Dann habe ich nach diesem Test gesucht, und es online gefunden. Ich hatte einen Liter Bier getrunken, und mich da mal durch geklickt.
      Persönliche Angaben wollten die auch haben. Also dann Alter etwas verändert und Tschechien statt Deutschland angegeben.
      60 Fragen, 40 Minuten Zeit, Schwierigkeitsgrad steigend. So ab Frage 40 wurde ich langsam. Nur bei der letzten bin ich auch nach drei Minuten nicht auf die Lösung gekommen und habe geraten.
      Jetzt wollten die meine Emailadresse haben. Die kriegen sie natürlich nicht.
      Das Ergebnis hat er mir trotzdem verraten: Eine falsch. IQ 140.

      Ich kann kaum in Worte fassen, wie ich die Dinger gelöst habe.
      Links XOR mitte ist rechts, oben AND unten ist mitte, und bei den letzten Fragen dann mehreres davon kombiniert.

      Und was mache ich beruflich?
      Ich bin verhartzt und arbeitslos. Ins obere Management einer Bank komme ich nicht hinein. Dazu fehlt mir die soziale Kompetenz. Und ich bin wohl zu blöd dafür, die zu entwickeln.

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        1. Nein. Ich würde gerne Sinnvolles tun. Und ich bin auch bereit, um die Möglichkeit zum Tun von Sinnvollem zu haben, Sinnloses zu tun.

          In meinem letzten Job hatte ich fast jeden Tag zehn Stunden gearbeitet, auch Samstags und Sonntags. Mein Arbeitgeber hatte durch mich großen Vorteil, aber eben auch großen Nachteil, weil ich einfach nicht meine Klappe gehalten habe.
          Nach acht Monaten ging es dann nicht mehr, und ich wurde fristlos gefeuert.

          Mich hatte der Rausschmiss kalt erwischt. Ich hatte mal wieder zu hoch gepokert und mal wieder verloren.

          In den letzten Monaten dieser Arbeit hatte ich gesundheitliche Probleme bekommen, denn es fällt mir nicht leicht, mit dafür verantwortlich zu sein, wenn Schaden angerichtet wird. Ich habe mein Möglichstes getan, Schaden zu verhüten, aber leider nur so wenig erreicht.

          Nach dem Rausschmiss bin ich von meinen Ersparnissen durch die Welt gereist, wobei ich mich in den ersten Monaten gesundheitlich erholt habe. Für zwei Jahre haben meine Ersparnisse von 10 kEUR gereicht. Ich habe dabei geprüft, in welches Land ich auswandern kann, und habe mich jedesmal dagegen entschieden.

          Als ich dann wieder nach Deutschland kam, wollte die Krakenkasse 20 kEUR von mir haben, mein Konto war gepfändet und meine Kreditkarte gesperrt.
          Nach einer Odysee von 19 Tagen, wozu auch ein anderthalbtägiger Aufenthalt in einer Massenunterkunft für Fluchtsimulanten gehörte, konnte ich eine eigene Wohnung, 30 qm Platte in Dunkeldeutschland, beziehen.
          Die Sache mit der Krakenkasse ist erledigt. Nur stört mich noch der Schufa-Eintrag, der zur Folge hat, dass ich über eine Prepaid-SIM-Karte online gehen muss. Hier gibt es kein freies WLAN wie bei den Fluchtsimulanten.

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        2. Ich will und kann hier keine “Ferndiagnose” machen und das waere auch unangebracht. Nur, Dein Ausdruck “mal wieder zu hoch gepokert und mal wieder verloren” ist mir aufgefallen, und der indiziert IMHO dass es da einen Teil von Dir gibt, den Du selbst nicht verstehst.

          Zum besseren Verstaendnis wie sich ein hoher IQ auf dein Leben auswirkt hat mir Aaron Clarey mit seinen Videos und seinem Buch geholfen. Zum Verstaendnis dessen was man irgendwie schon weiss, aber nicht wahrhaben will oder nicht einordnen kann, hat mich Jordan B. Peterson weitergebracht. Beide haben Webseiten und Youtube Kanaele.

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        3. > Nur, Dein Ausdruck “mal wieder zu hoch gepokert und
          > mal wieder verloren” ist mir aufgefallen, und der
          > indiziert IMHO dass es da einen Teil von Dir gibt, den
          > Du selbst nicht verstehst.

          Ich verstehe mich selber sehr gut.
          Mein Problem ist, dass ich bei meiner Einschätzung des zukünftigen Verhaltens anderer in entscheidenden Momenten völlig daneben liege.

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  2. “Insbesondere sehr hohe IQs (über 130) können auch Nachteile haben”, schreibst Du.
    Können? Kennst Du einen, der das bei sich nicht als Nachteil oder als Handicap empfindet, oder einen der nicht wenigstens einen leichten Asperger hat? Ich nicht.
    Du sagtest mal, Du seist bei Mensa gar nicht erst eingetreten; ich war knapp zwei Jahre in diesem Verein und bin wieder raus, weil ich das Gejammere genau darüber nicht mehr ertrug. Ich dachte mir. ich leide sowieso schon genug an meiner Randständigkeit, es bringt mir da nichts, mir auch noch die Klagen der anderen anzuhören. (Der Ehrlichkeit halber muss ich aber hinzufügen, dass ich es ziemlich toll fand, wie international das aufgestellt war, und dass man überall auf der Welt bei dieser Gruppe aufschlagen konnte.)

    Neid? Ich denke auch manchmal “ignorance must be bliss”, aber Neid ist das nicht. Eher so ein Selbsthass und der Wunsch, dieses pattern recognition mal abstellen zu können.
    Ich hab’s auch mit den Zahlen und kenne, was Du oben beschreibst (Geschwindigkeiten sind auch ein issue). Ich “sehe” meine Mitmenschen außerdem auditiv. Mimiken zu deuten fällt mir sehr schwer, aber ich höre alles (bzw. alles was ich höre dringt in mein Bewusstsein) und kann mich auch nach Jahrzehnten noch an Stimmen erinnern und sie zuordnen.
    Ich kann z.B. Gruppenverhältnisse oder -dynamiken hören, am Tonfall, an der Sprechgeschwindigkeit, Stimmhöhe, etc., aber ich kann nicht teilnehmen. Mit einer oder auch zwei Personen auf einmal komme ich gut zurecht, aber sobald es mehr werden, wird “soziales” Verhalten für mich fast unmöglich, weil sich dieser “Muster”erkennungsprozess nicht abschalten lässt. Mein Hirn *muss* das Gehörte (die Worte) mit den Metaebenen des Gehörten aufnehmen, abgleichen und analysieren, das lastet mich voll aus, weil Menschen so erratisch sind und sich meistens eben kein Muster ergibt. Sobald ich größere Diskrepanzen höre zwischen Satzinhalten und Intonationen ist es gleich ganz vorbei. Dann läuft das Hirn heiß, Kollaps, Rückzug.
    Und wenn ich diese Hörebene ignoriere und mich zur Teilnahme zwinge, dann höre ich mich selbst, höre wie gezwungen und gewollt das ist, das Hirn läuft heiß, … s.o.

    Von der Unterrepräsentation der Frauen wusste ich bisher nicht, hat mich auch nicht gekümmert, vielleicht weil ich eine Frau bin :-). Ich dachte eher so: weil das bei mir so und so ist, und ich vor allem wegen der Zahlen in einem “männlichen” Beruf landete, treffe ich logischerweise eher auf Männer, die anders “ticken”.
    Doch jetzt grad, da ich mir das überlege, mhm, passt schon. In Gruppen mit vielen Frauen ist das “soziale Gewebe”, das ich höre, erstens vorrangiger und deswegen zweitens auch viel gewollter, viel dichter und auch viel widersprüchlicher. Weswegen ich Frauengruppen meide wie die Pest.
    Mhm.
    Aber wenn man annimmt, dass für Frauen eben dieses Knüpfen des sozialen Gewebes vorrangig ist – und sie ja nicht davor zurückschrecken, auch noch das Widersprüchlichste mit hineinzuknüfen – dann kann man auch was Gutes daran finden, denn zur Gemeinschaftsbildung ist das eben auch wichtig, insbesonders in Bezug auf das zunächst Unvereinbare, das erfüllt eben evolutionär auch seine Funktion.

    (Erklärt das die wenigen IQ-Ausreißer unter Frauen nach oben? Nicht, oder?)

    Sie sollten bloss die Finger von Bereichen lassen, in denen das total kontraproduktiv ist, wie z.B. den Wissenschaften.

    So, genug gejammert. 🙂

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    1. “weil ich das Gejammere genau darüber nicht mehr ertrug”
      Selbstbeweihraeucherung und Selbstmitleid gleichzeitig. Man denkt man waere unter die SJW’s gefallen 😉 Und in unserem Lokalverband genau NULL Frauen.

      “der Wunsch, dieses pattern recognition mal abstellen zu können.” Viel Alkohol funktioniert, ist aber leider sehr ungesund. Immerhin als Notfallmassnahme wenn der Hamster rotiert. Ansonsten selbsthypnotisch an was anderes denken. So ein inneres unhoerbares ‘Ommmmm Ommmm…”.

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  3. Ich krieg da psychosomatische Schmerzen, wenn ich bei einem 2 Stunden Gespräch dabei sein muss, dessen logisches Ergebnis ich nach 30 Sekunden schon weiß.

    Das kenne ich nur zu gut. Fast jeden Tag muß ich in Meetings und Konferenzen hocken, deren Ausgang mir schon nach wenigen Minuten völlig klar ist. Während ich ermüdendem, leerem Gelaber folgen muß, kann ich parallel Bullshit-Bingo spielen. Gut, daß meine Frau auch einen gut überdurchschnittlichen IQ hat. Das entspannt im Privatleben ungemein. Die paar Freunde, die ich habe, haben auch alle einen höheren IQ. Meine Mustererkennung hilft mir im Job recht gut. Fehler muß ich nicht mühsam suchen, ich sehe sie einfach. Beim Softwaretest, bei vermurksten Server-Konfigurationen, bei Hardware-Fehlern, usw. ist das sehr hilfreich.

    Mit meinem Leben habe ich mich arrangiert. Es ist wie es ist, auch wenn es für mich in vielen Bereichen schwierig ist. Mir geht das “socializing” und der “small talk” in meiner Umgebung mörderisch auf die Nerven. Ständig müssen sich die Neurotypischen gegenseitig ihrer Anteilnahme und ihrer Emotionen versichern. Gruppenkuscheln und so … . Die für mich nötigen Zahlen/Daten/Fakten muß man ihnen aus der Nase ziehen oder aus weitgehend inhaltslosem Geplappere extrahieren.

    @Zweifelsfrau
    Aspies kommunizieren primär über Sprache. Aber fast 90% der Kommunikation läuft unbewusst und nonverbal ab. Als Asperger Autist muß man also alles über den bewussten Verstand machen. Das erschöpft einen. Außerdem kriegt man leicht Reizüberflutung, Overload und Meltdown, wenn zu viele Reize auf einmal auftreten. Bei Aspies funktionieren die automatischen Filter nicht, die für neurotypische Menschen selbstverständlich sind. Nebensächliche Reize ausblenden ist nicht möglich – außer man ist grade an seinem eigenen Spezialinteresse dran.

    Ein relativ guter Aspie-Test ist übrigens der hier:
    http://www.rdos.net/eng/Aspie-quiz.php
    Ersetzt natürlich keine ordentliche Differenzial-Diagnose

    Und wer mag, kann sich mal diesen Vortrag von Temple Grandin anhören:

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    1. Danke fuer den Kommentar.
      @ Alle
      Ich wollte hier keine Autismus/Asperger-Lawine lostreten. Die Betroffenen lernen damit zu leben und haben irgendwie gelernt damit umzugehen. Ansonsten: Geht zu einem Psychologen, der mit Euch Methoden ausprobiert, die funktionieren.

      Das Ziel meines Post war, den Leuten, d.h. den ca. 98%, die sich so was gar nicht vorstellen koennen, einen kleinen Einblick zu geben.

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    2. > Aspies kommunizieren primär über Sprache. Aber fast 90% der
      > Kommunikation läuft unbewusst und nonverbal ab.
      Wie zählt man Kommunikation? Was ist 90% davon?

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  4. Du sprichst mir aus der Seele! Ich rechne genau so wie du, weil es auf die Größenordnung ankommt, nicht auf die Nachkommastelle.
    Mir macht es zum Beispiel unheimlich Spaß, branchenfremde Geschäftsmodelle auf Rentabilität zu untersuchen. Man erkennt die Stellschrauben und kann dann schnell einschätzen ob man den Inhaber einer Goldgrube (sehr selten) oder einfach nur ein Großmaul (sehr oft) vor sich hat.
    Zum Thema Partnerin: Ich hatte nie eine Partnerin, die annähernd meinen IQ hatte, obwohl ich mich zwar als überdurchschnittlich, aber weit weg von der Spitze einschätze. Als Technikstudent ohne Geld hat man es da in jungen Jahren schwer. Danach war es leichter, ich hatte Geld, Frauen hatten für mein Zahlengeschick eine gewisse Bewunderung über und ich konnte der “Mann” sein, also Entscheidungen treffen und musste nicht sehr stark Rücksicht nehmen. So war es auszuhalten, aber eine echte Familie wäre für mich völlig undenkbar und unmöglich.

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  5. “ignorance must be bliss”: Komisch, dieses Gefühl hatte ich nie im Leben. Wollte immer verstehen. Wie weit es mir gelungen ist, wer weiß?
    Selbsthass habe ich auch nicht. Da gibt es schon Millionen, die sich damit beschäftigen. Viel zu viele.
    “pattern recognition” möchte ich nie abstellen. Hirntote gibt es auch schon zu viele.

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  6. Komisch, ich falle wohl völlig aus dem Rahmen: Laut diverser Tests liegt mein IQ bei 140 +-5 und mein größtes Problem war (für mich) eher, dass ich in Nichts herausragend gut war. D.h. ich hatte keine Sonderbegabung oder irgendetwas in dieser Ecke.

    Dafür habe ich allerdings immer wieder feststellen müssen, dass ich in vielen Richtungen begabt war, aber eben in keiner ein besonderer Peak feststellbar gewesen ist.

    Egal was, ob nun Studienempfehlungen oder solche beruflicher Natur: Eigentlich können Sie / Du alles machen, mit Ausnahme von Buchhaltung oder anderer Natur und auch nicht die, welche monoton sind.

    Tja, hinzu kam noch das, was heute als hoher EQ bezeichnet wird, seinerzeit aber als Begrifflichkeit gar nicht existierte. Wie auch immer: Ich habe das zumeist in seiner Melange als Fluch empfunden, nicht als Segen.

    Und ich habe mir, so wie Luisman das schon andeutete, einfach und manchmal nur gewünscht: ich wäre glücklich mit meinen Kegelbrüdern und einer Skat-Partie, währenddessen Helene Fischer singt …

    Auch das Schnellsein kenne ich, ewige Lamenti um dies und das, stundenlange Diskussionen um alles – aber eben nicht den Kern der Sache. Man wird ablehnend und verständnislos angesehen, wenn man das Ganze kurzerhand und entnervt zusammenfasst, weil einen plötzlich jeder darob ablehnt.

    Der “Burner” bis heute im Privatleben: “Ich verlasse dich, du bist mir einfach zu intelligent”. Und im Job war es teilweise ähnlich, obwohl ich nun alles Mögliche bin, aber sicherlich kein Stuhlbein-sägender Karrierist. Man sah mich als natürlichen Feind.

    Was ich allerdings einhellig in den Beurteilungen war: Eine gute Führungskraft – na toll, geht auch manchmal schief und korrigiert sich dann auch nicht automatisch, wenn die Firma pleite geht oder der Konzern restrukturiert. Tja, so lernt man halt beide Seiten kennen.

    Soweit meine, keinesfalls abgehoben gemeinte Meinung dazu.

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    1. Scott Adams hat die Idee des ‘competence/talent stack’ entworfen. D.h. man muss nicht in einer Disziplin absolut Spitze sein um Erfolg zu haben. Wenn man in mehreren Disziplinen aber eher ueberdurchschnittlich ist, kann die Kombination der Talente fuer bestimmte Aufgaben einzigartig erfolgversprechend sein. Die meisten Manager koennen nicht eine Sache super gut, sondern koennen z.B. 5 Dinge relativ gut, die in Kombination dann zum Erfolg fuehren.

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