Integration: Wir konnten das mal

Genauso wie wir mal Flughäfen bauen konnten und, wart’s ab, ja, Autobahnen auf denen man sauschnell fahren konnte, ohne Tempo 80 Schilder. Wir konnten auch mal Lesen, Schreiben, die Grundrechenarten, den Dreisatz, Prozentrechnen, alles ohne Taschenrechner oder ‘Puter. Wir hatten auch alle den Goethe, den Schiller, den Grass usw. intus, selbst wenn wir nur die Zusammenfassung gelesen hatten anstatt das Reclam-Heftchen. Wir wussten auch was die ollen ‘Ömer und Grieschen anno dunnemals verbrochen hatten, manche eher aus dem Asterix-Band, die meisten aber schon aus dem Geschichtsbuch. Und Integration von Türken, Zigeunern und Italienern konnten wir auch. Das war ganz normal, darüber wurde nicht groß diskutiert.

Papa Ali, Papa Sergio und Papa Mihali, die meist in irgend einer Großfertigung malochten, die konnten nämlich meist nur die paar Brocken Deutsch, die sie unbedingt brauchten, um den Anweisungen des Vorarbeiters zu folgen. Und deren Kinners, die in den 60’ern und 70’ern bei uns in der Schule waren, die haben Ruck-Zuck Deutsch gelernt. Mussten sie auch, sonst wären sie immer nur alleine herum gehockt. Außerdem waren deren Junioren bei jedem Behördengang dabei, um den Eltern zu übersetzen, was die Dummtrulla auf dem Amt jetzt von ihnen will. Kinder lernen neue Sprachen eh viel schneller, und unter dem Druck von allen Seiten, inkl. der ausländischen Eltern, musste mindestens eines der Kinder einwandfrei deutsch sprechen – und lesen und schreiben. Papa Ali hat sich nämlich tierisch aufgeregt, wenn Sohnemann so’n türkdeutsch gebrabbelt hat und die Trulla auf dem Amt nichts damit anfangen konnte. Sprich, der Junior hat sich links und rechts jeweils zwei eingefangen, wenn Papa Ali/Sergio/Mihali mit dem Ergebnis unzufrieden war. Niemand brauchte einen amtlichen Übersetzer, der wurde in Gestalt eines 8-Jährigen von der ausländischen Familie mitgeliefert.

Seyran Ates meint: „Sprechen wir darüber! Darüber, wie es kommt, dass Herkunft und Religion auf dem Pausenhof plötzlich wieder mehr zählen als die Werte der Aufklärung.“ Ich meine: Genug gequasselt, handeln ist angesagt.

Diskriminierung und harsche Konsequenzen funktionieren. Das hat vor 50 Jahren funktioniert und das hat in den letzten 100.000 Jahren funktioniert. Herkunft und Religion haben auf dem Pausenhof und dem Bolzplatz immer gezählt, und wie. Entweder Klein-Ali gliedert sich in die Mannschaft/Klasse ein, oder er hockt halt alleine herum und muss zugucken. ER muss sich integrieren, sonst hat ER eben Pech gehabt. Wenn Klein-Ali sich einigermaßen angepasst hat, dann durfte er auch mitspielen und ihm wurde geholfen. Wenn er mit dem Dreisatz Probleme hatte, dann gab es immer jemanden aus der Klasse, der ihm nachmittags auf die Sprünge half. Meistens waren das die zwei dicken hässlichen Mädchen, die irgendwie in jeder Klasse sind. Falls er sich nicht anpasste, sondern irgendwas von Köterrasse, Drecks-Deutschen, Scharia, Frauen sind minderwertig, phantasierte, dann musste Ali leider die Jahrgangsstufe wiederholen (sprich: er blieb sitzen). Das kam relativ selten vor, denn wenn Papa-Ali abends von der Maloche nach Hause kam und den 5er oder 6er des Juniors im Schulheft sah, wurde Klein-Ali derart motiviert, dass er am nächsten Tag kaum noch sitzen konnte. Papa und Mama Ali war es sehr wichtig, dass die eigene Brut was lernt und später einen gut bezahlten Beruf hat, denn deshalb sind sie ja nach Deutschland gekommen. Nicht um den Hilfsarbeiter-Job vom Papa zu übernehmen oder Stütze zu beantragen.

Wenn Klein-Ali meinte, er müsste der Elisabeth von hinten an die T.. oder den A.. fassen, oder ihr was wegnehmen, dann hatte er i.d.R. für die nächste Stunden den roten Handabdruck von Elisabeth an der Backe. Andernfalls wurde das in der nächsten Pause von den Freunden und Freundinnen von Elisabeth nachgeholt. Da wurde kein Lehrer involviert, da ist keiner zum Direktor marschiert und die Polizei wurde (soweit ich mich entsinne) in meinen 13 Jahren Schulzeit kein einziges Mal gerufen. Wenn einem Lehrer die rote Backe auffiel, hat er höchstens mal gefragt: Na, Ali, hast wieder Scheiße gebaut?

Und gerade weil dieser Druck da war, klappte das auch mit der Integration. Klein-Ali hat man dann Jahre später wieder in der VW-Werkstatt getroffen, Klein-Sergio in der Eisdiele und Klein-Mihali meist gar nicht mehr – nur um mal die alten Stereotypen wieder aufzuwärmen. Hat keine Sau interessiert, ob die zu Allah, Jahwe oder sonstwas beten. Die sprachen so wie wir, die verhielten sich so wie wir, die waren im Großen und Ganzen wie wir. Die hatten gelernt, dass sie, wenn sie so wie wir sind, weder diskriminiert werden, noch die Schnautze voll kriegen. Ganz einfach und effektiv.

Vor 50 Jahren war das sicher einfacher, denn da war nur ein Ali in der Klasse, vielleicht noch eine Danitza, und WIR waren die überwältigende Mehrheit. Wenn heutzutage nur noch knapp 50% der Schüler Bio-Deutsche sind ist das sicher schwieriger. Auch das kann man lösen. Es ist ja nicht wie bei Lehrer Hempel in der Dorfschule mit nur einer Klasse. Alle Ausländer, die sich integrieren wollen kann man mit bis zu 10% in deutsche Klassen beimischen. Die Schnullerbacken und Scharia-Radikalinskys, die eh nichts lernen wollen, kommen halt in die Sitzenbleiber-Klasse. Und da die Motivation etwas zu lernen (oder eben nicht) vor allem von den ausländischen Eltern kommt, sollte man die Schulergebnisse ihrer Kinder auch bei jeder Art von Aufenthaltsrecht berücksichtigen.

Jeglichen Zusatzaufwand der Schule, aufgrund missliebigen Verhaltens der ausländischen Schüler, sollte man den Eltern in Rechnung stellen. Selbst bei den Hartz4-Beziehern geht das, wie man ja an den phantasievollen Kürzungen für deutsche Bezieher ausmachen kann. Vielleicht ist Papa-Muhammad ja eher geneigt seinen Junior mal an die Kandare zu nehmen, wenn er kein Geld für Tee und Kebab mehr hat. Hört auf zu quasseln, handelt endlich, dann funzt das auch.

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6 thoughts on “Integration: Wir konnten das mal

  1. Ali konnte man integrieren, weil er eben, wie im Text angesprochen, der einzige Ali war. Heute sitzt man als deutsches Kind in den Schulen der Großstädte unter 90% Alis oder mehr.

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