Queer-Kapitalismus oder wie man sich ein iPhone erfickt

Ich lebe ja in so einem Sündenpfuhl der Philippinen. Davon gibt es mehrere. Angeles City ist wohl am bekanntesten, obwohl rein zahlenmäßig Manila und auch Cebu City wahrscheinlich mehr „Sexarbeiter“ aufzuweisen hat. In einer handvoll Städte hat sich eine auf Ausländer und Touristen spezialisierte Version der Girlie-Bars etabliert, ansonsten gibt es in jedem regionalen Zentrum einen ganz normalen Puff für die Einheimischen. Weiterhin gibt es unzählige Stundenhotels, in denen man namenlos für 3 Stunden, die 4-5 EUR kosten, seine sexuellen Eskapaden ausleben kann. Diese nutzen viele Filipinos, die oft unter sehr beengten Verhältnissen in einer Großfamilie hausen, um als Ehepaar mal ungestört, ohne dass die Oma 2 Meter daneben liegt, Sex machen zu können. Des weiteren halten es viele Filipinas mit der ehelichen Treue nicht immer so genau und vergnügen sich dort auch mal mit einem Arbeitskollegen oder Mitstudenten. Ähnliches ist in Thailand der Fall.

In diesen speziellen Touristenzentren tritt eine Sondervariante zutage, die Baklas oder Katoeys genannt werden und welche man als Schwule oder männliche Transsexuelle bezeichnen würde. Die Varianten sind vielzählig. Es gibt eigentlich Schwule ‘Bottoms’, die sich wie ein Mädchen aufdonnern, um Kunden zu kriegen. Es gibt echte Transsexuelle in verschiedenen Stadien, mit Hormonbehandlung, mit Silikontitten und auch komplett um-operierte. Es sammeln sich dort auch relativ viele Queers, welche sich meist feminin aufmachen, aber als bisexuelle Männer mit beiden Geschlechtern ins Bett gehen. Daneben gibt es immer mehr sog. Tomboys. Das sind lesbische Mädchen, die sehr dominant sind und oft auch nicht sehr weiblich aussehen, also ziemlich kräftig gebaut und aggressiv. Diese nehmen meist die Beschützerrolle für Barmädchen ein, die mit ihrem Beruf psychisch nicht so zurecht kommen, oder eben auch bisexuell sind.

Korrigiert mich, wenn ich als ganz langweiliger heterosexueller Mann das nicht Gender-Studies gerecht darstelle. Normalerweise hätte ich an den Gestalten keinerlei Interesse, aber die Philippinen sind super-tolerant wenn es um sexuelle Andersartigkeiten geht. In praktisch jedem Freundeskreis läuft da ein sog. Bakla mit (der alles von einem Schwulen mit langen Haaren, bis zum Um-operierten sein kann) und oft auch ein Tomboy unterschiedlicher Gradierung. Selbst in erzkatholischen Großfamilien (das ist alles bis zum 3. Verwandtschaftsgrad) findet man mindestens eines dieser ‘Exemplare’ die zwar meist belächelt oder bemitleidet, aber praktisch nie abgelehnt werden. Schwulen- oder Transenhasser, wie im „bible belt“ der USA oder vielen muslimischen Ländern, findet man hier kaum. Die werden aus der liberal-konservativen Gesellschaft ausgeschlossen. Wenn jemand wie Duterte einen als ‘Bakla’ beschimpft, wird das von Filipinos mit einem hihihi quittiert, nicht mit Presseaufstand wie in den USA. Wer dieses Mindestmaß an Toleranz nicht aufbringen kann, wird keine philippinischen Freunde finden. Für Tomboys ist die Toleranz weniger ausgeprägt, wie man am allgemeinen Entsetzen über das ‘coming out’ von Charice Pempengco sehen konnte.

Gerade wegen dieser großen Toleranz gibt es hier auch keine relevanten Aktivistengruppen, die sich für irgendwelche Sonderrechte spezieller sexueller Gruppen einsetzen. Ein Bakla kann Bürgermeister, TV-Star, Zahnarzt, Geschäftsführer oder eben Nutterich bzw. Straßenpenner werden. Was er wird, liegt an ihm selbst, nicht an einem Förderprogramm oder einer Quote. Und eine Professur für Queer-Studies kann man sich in den Philippinen eh nicht leisten. Und wie kommt jetzt ein Queer zu einem iPhone? Er geht ganz normal arbeiten, so wie jeder andere auch. Eine ganz kleine Untermenge geht lieber auf den Strich und erfickt sich ein iPhone (oder klaut es eben irgend einer Dumpfbacke).

Wenn ich mir die Situation in Europa oder USA anschaue, dann bekommt man von den großen Medien vermittelt, dass wir (alten weißen Männer) alle sowas von intolerant sind und deswegen diesen Queers ganz besonders geschützte Einkommensquellen zugeteilt werden müssen, da sie sonst auf der Straße verhungern würden. Das ist schon auf den ersten Blick für mich absolut lächerlich, wenn ich hier in Asien lebe, wo man wirklich auf einer Müllhalde verhungert, wenn man nichts arbeitet. Die Queers hier wissen, dass sie toleriert und akzeptiert werden aber keine besonderen Vorteile genießen. Viele finden schnell heraus, dass dann, wenn sie sich ganz normal und nicht übertrieben sexuell verhalten, keiner sie wirklich ablehnt. Wenn sie sich dann noch besonders freundlich geben, oder wirklich gut in ihrem Job sind, haben sie auch Erfolg.

Die Queers und andere LGBTIxyz-Gruppen in den westlichen Ländern heben sich nur deshalb stets so heraus, weil sie damit Steuergelder abgreifen können, für Pseudo-Jobs in denen man rein gar nichts arbeiten muss. Das ist natürlich einfacher als wirklich malochen zu gehen und man kann sich trotz des Pseudo-Jobs (oder gerade wegen) weiterhin über die angebliche Diskriminierung beklagen. Ein Queer im Westen kommt zu einem iPhone, wenn er Gender-Fifi an einer Uni wird oder ihm sonst ein Posten als hauptberuflicher Sich-Beschwerer angetragen wurde. Da muss man sich nicht wundern, wenn solche Typen mit Kapitalismus nichts am Hut haben. Die verstehen den nicht, die nutzen den nicht, sondern hängen nur als reine Schmarotzer am Tropf des Kapitalismus. Wenn dieser kapitalistische Infusionsbeutel aber mal leer ist, und der Tag rückt immer näher, müssen sie auf den Strich gehen, wenn sie immer noch nicht arbeiten gehen wollen. Ich kann nachvollziehen, wenn die angesichts dessen, im Kreis rennen und Alarm schreien.

https://pixabay.com/en/house-berlin-divorced-protest-2461765/

PS: Damit jetzt keiner meint, dass ich hier Werbung für’s iPhone mache: Ich habe ein Samsung Galaxy On7, welches meist unbenutzt neben mir liegt, und für meine Zwecke völlig ausreicht 😉

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16 thoughts on “Queer-Kapitalismus oder wie man sich ein iPhone erfickt

  1. Ein informativer und völlig unaufgeregter Artikel. Können die im Bible Belt was von lernen und die Überdrehten an den Küsten genauso.

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    1. 1. Unzulaessige Frage.
      2. das – nicht ueberall – macht das fast zu einer Nullaussage.
      Ich habe ja nicht behauptet, dass man Schwule im bible belt mit Mistgabeln jagt. Aber wenn man einen zum Grillen mitbringt, wird man naechstes mal eher nicht mehr eingeladen. Im Gegensatz su S.F., wo man inzwischen eher einen dabei haben sollte, um wieder eingeladen zu werden (als anderes Extrem). ‘Pray the gay away’ und andere ‘Heilung vom Schwulsein’ Aktionen gab/gibt es fast nur im bible belt.

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      1. Ich hab nix gegen pray the gay away. Mir hat mal ein Texaner erzählt, dass es schwerer für ihn war als Atheist als als Schwuler sich zu outen. Ich war auch mal Atheist. Zumal sich die Haltung vieler Evangelikaler sehr vorbildlich verhält. Sie weisen die Leute auf die Bibelstellen hin, damit die “Sünder” sich deren bewusst sind und überlassen die Verantwortung den Betroffenen. Das heißt nicht, dass es GAR KEINE Idioten dort gibt, aber ….ach… in keinem Land außerhalb Europas, den USA und des englischsprachigen Commonwealth sind die Leute so tolerant gegenüber Schwulen wie im Bible Belt.

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  2. Warum müssen die eigentlich ständig die vermeintlichen Sünden anderer Leute wegbeten? Warum können sie nicht jeden nach seiner Facon selig werden lassen? Ist eine Obsession. Sollten sich besser damit befassen, wie sie selbst was Konstruktives schaffen können.

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  3. Ist es irgendwie möglich, dass die Reduzierung auf sexuelle Vorlieben und das Aufbauschen derselben; und ständig davon reden und darauf hinweisen, zu einer allmählichen Blutleere im Kopf führen kann? Dann würde mich allerdings nichts mehr wirklich wundern. Ih glaube, es HAT einen Zusammenhang, wenn ich mir die LGBT’s so anschaue und vor allem anhöre.

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  4. Da geht noch mehr, ich bin letztens über eine Story gestolpert. Da hat sich irgendein Chinese die Niere rausnehmen lassen im Tausch gegen irgendein Ipod Tablet. Nun ein paar Jahre später ist das Tablet veraltet, er ist Mitte 20 und muss an die Dialyse und ist bettlägrig weil die verbleibende Niere nicht richtig arbeitet.
    https://www.dailymail.co.uk/news/article-6572639/Young-man-disabled-selling-kidney-iPhone.html

    zum Thema trans trifft dieser cartoon es wohl ganz gut

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  5. https://www.heart.co.uk/lifestyle/britains-first-transgender-family/

    In UK haben Mitarbeiter einer Trans Klinik gekündigt, weil da inzwischen sogar 3 jährige zur Transition angemeldet werden. Ich hab langsam keine Lust mehr auf den Scheiß.

    https://www.dailymail.co.uk/news/article-6897269/Workers-transgender-clinic-quit-concerns-unregulated-live-experiments-children.html

    End the transgender ‘unregulated live experiment on children’ say whistleblowing workers who have quit clinic treating patients as young as THREE

    Five staff from the Gender Identity Development Service (GIDS) clinic have quit
    Clinicians concerned children are having unnecessary gender change treatment
    One whistleblower only stayed in post to stop more children having treatment
    Number of youngsters referred to service rose from 94 in 2010 to 2,519 last year

    [] Kommentar gekuerzt. Der Rest war mir persoenlich “zu eklig” [] Luisman

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    1. klar ist es eklig, aber es wird ganz normal in Magazinen als Rat erteilt. Und vor Allem wie verdreht ist das, da es im Grunde einfach nur einen merkwürdigen BLowjob beschreibt. Trotzdem gilt das als “eating out” einer Frau. Was ist in den letzten 10 Jahren bloß passiert? Vielleicht ist die Welt 2012 doch untergegangen.

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