Wer nicht erkennt, wer seine Freunde sind

Es gibt so ein Alter, in dem man Freunde verliert und ein Alter, in dem man keine Freunde mehr gewinnt. Als leichter Aspie ist das bei mir stärker ausgeprägt, als bei „normalen“ Menschen. Das erste Alter, in dem man massenweise Freunde verliert, haben die meisten Leser schon überschritten. Es liegt so zwischen 25 und 35. Da ist die Ausbildung endlich beendet, viele heiraten und gründen ihre eigene Familie, die Schul-, Studien- und sonstige Freunde aus der Lehr- und Gesellenzeit haben plötzlich keine Zeit mehr. Mal Dienstag Abend auf die Meile zu gehen und sich volllaufen zu lassen, da man am nächsten Morgen ohne wirkliche Konsequenzen die Schule oder Vorlesung schwänzen kann, ist nicht mehr. An einem schönen Nachmittag sich in der Gruppe am Baggersee oder im Schwimmbad zu treffen, ist auch nicht mehr möglich, wenn der jeweilige Chef was dagegen hat. Von den 20,30,40 Leuten, die man vielleicht seit dem Kindergarten kennt, bleiben nach wenigen Jahren oft nur noch 2 oder 3 übrig. Arbeit geht vor, Familie geht vor, Urlaub geht vor, und danach folgen eventuell die verbliebenen Freunde.

Bei einem Klassentreffen nach vielen Jahren, oder einem Jahrestreffen des Sportvereins usw., trifft man den Großteil der alten Blödelbande dann mal wieder. Meist ist man ganz froh, dass man mindestens die Hälfte davon nicht mehr regelmäßig sehen muss, weil sie Versager und Idioten sind. In diesem Alter kann man aber noch relativ leicht neue Freunde gewinnen. Das sind dann z.B. andere Eltern aus der Schule des Nachwuchses, Nachbarn, oder Leute, die man bei seinen neuen Hobbies trifft. Ab ca. Mitte 40, Anfang 50 fällt das aber zunehmend schwer. Man hat so seine Routinen, in denen man sich nicht stören lassen will. Man hat so viel Menschenkenntnis, dass man nach wenigen Sekunden oder Minuten schon erkennt, ob das neue Gegenüber ein Vollidiot ist, ein flüchtiger Bekannter bleiben wird oder ein potentieller Freund sein könnte. Die letzte Kategorie wird immer seltener, je älter man wird. In der Schule war noch jeder ein Freund, bis er das Gegenteil bewies. Mit 50 ist keiner ein (neuer) Freund, bis er das Gegenteil beweist.

Ich denke das ist ein massives Problem einer überalterten Gesellschaft, der auch noch die Familienbindung verloren ging. Durch die Kinderarmut verringert sich auch das Netzwerk mit der Außenwelt. Bei den 50% geschiedenen Ehen, spaltet sich oft auch der Freundeskreis. Mit 50 steht man dann da, mit höchstens einer handvoll Freunden. Wenn die dann noch wegsterben, oder weit wegziehen hat man nur noch Bekannte aber keine Freunde mehr. Kein Wunder, dass dann auf der einen Seite der Nihilismus immer weiter um sich greift, auf der anderen Seite sich eine verzweifelte Gutmenschenklasse vermehrt. Den ersten ist alles egal, Hauptsache ihnen geht es gut, die anderen haben lieber viele falsche Freunde, als gar keine. Ich denke dieser letzte Satz ist das Hauptproblem, auf dessen Basis derzeit kein einziges gesellschaftliches Problem gelöst werden kann.

Wem der Gedankensprung jetzt etwas überstürzt erscheint, folgendes:

Ich sehe z.B. Instagram, neben Facebook, als besten online-Beweis für grenzenlosen Nihilismus. Zu 99% komplett bedeutungslose Nulpen, über die kein normaler Mensch irgendetwas wissen will, präsentieren sich dort als die Größten, Schlauesten, Besten, Schönsten, Reichsten, etc. Die wollen keine Freunde, die wollen Follower, die sie „bewundern“. Fast alle Follower sind ebenfalls Nihilisten, die in der Währung „Likes“ und „Follows“ bezahlt werden wollen. So ähnlich ist das mit den Kuppelsendungen im Fernsehen. Keiner geht da hin, weil er ehrlich einen Partner dort zu finden hofft, sondern um sich dem Rest der Welt zu präsentieren. Die müssen immer wieder darstellen, wie toll sie doch sind und wie gut es ihnen geht, aber der einzige Mensch, mit dem sie mal mehr als 5 Minuten am Stück reden können, ist i.d.R. ihre eigene Mutter.

Über Gutmenschen habe ich schon zur Genüge schändliches geschrieben, aber solange es noch so viele von denen gibt, sehe ich keinen Grund damit aufzuhören 😉 Einen einzelnen Gutmenschen wird man in freier Wildbahn nie antreffen. Der Gutmensch definiert sich über seine Gruppenzugehörigkeit. Ein einzelner Gutmensch ist gar keiner, das wäre jemand, der in der Tat etwas Gutes tut und meist nicht darüber redet. Der Gutmensch ist jemand, der nur darüber redet etwas Gutes zu tun, es aber nie selbst tut. Die suchen verzweifelt neue Freunde, und machen das nach altbekanntem Muster über Gemeinsamkeiten. Deren einzige Gemeinsamkeit ist allerdings, dass sie andere dazu zwingen wollen etwas zu tun (bzw. zu zahlen), was sie selbst nicht tun wollen.

Die Nihilisten können einem eigentlich erst mal egal sein; die stören ja niemanden. Die Bedürftigkeit nach Freundschaften (neediness im red-pill Jargon) der Gutmenschen ist allerdings sehr zerstörerisch. Die entfremden sich nicht nur von der eigenen Beziehungsfähigkeit, sondern wollen alle anderen in ihren Wahn der falschen Freundschaften hineinzwingen. Die kommen mir immer vor wie Bhagwan-Jünger, die immer fröhlich vom Glücklichsein singen, aber keinen Gedanken daran verschwenden, wer das viele Glück denn bezahlen soll.

Gerade die Gutmenschen können nicht mehr erkennen, wer ihre Freunde sind. Die denken ihre ideologischen Freunde, sind echte Freunde. Das ist so wie das Unwort „Parteifreund“. Eine Partei ist eine Zweckgemeinschaft, um bestimmte politische Interessen durchzusetzen. Mit Freundschaft hat das alles nichts zu tun. Die Gutmenschen wollen aus ihrer Gleichheitsideologie heraus auch, dass alle 7 Milliarden Menschen ihre Freunde werden. Vielleicht wollen viele von ihnen nur deswegen so furchtbar alt werden, damit sie jeden Einzelnen davon kennenlernen können 😉 Die Lebensrealität jedes normalen Menschen spricht gegen diese Utopie der grenzenlosen Freundschaften. Je älter man wird, desto weniger Freunde hat man. Das ist einfach so. Das ändert sich auch nicht, selbst nicht für Gutmenschen.

Ich denke ein notwendiger Teil der Psychotherapie für Gutmenschen wäre, den Begriff Freundschaft zu klären. Der erste Therapieerfolg wäre, wenn der Gutmensch einen wirklichen echten Freund gewonnen hat. Und wenn er eine handvoll Freunde gewonnen bzw. bewahrt hat, ist er kein Gutmensch mehr. Dann weiß er nämlich dass durch Nichtstun, Lügen und dummes Nachplappern keine Freundschaften entstehen. Falsche Freunde bekommt man damit schon, aber keine echten Freunde. Die sozialen Medien täuschen über diese Tatsachen hinweg. Follower sind keine Freunde. Mitstreiter in einer Sache sind keine Freunde. Freunde haben eine Vielzahl gemeinsamer Interessen und unterstützen sich im Notfall gegenseitig – nicht einseitig. Wo ist die Gegenseitigkeit bei den Millionen von eingewanderten Sozialhilfeabonnenten? Sie wird nie eintreten!

PS: Falls es unter meiner Leserschaft einen erfahrenen Kieferchirurgen oder Zahnarzt mit Erfahrung bei Teleskopkronen gibt, der sich mal mein 180 Grad Röntgenbild anschauen kann und bereit ist mir Empfehlungen zu einem Behandlungsplan (der in den Philippinen u/o Thailand ausgeführt werden wird) zu geben, bitte melden!

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8 thoughts on “Wer nicht erkennt, wer seine Freunde sind

  1. Was für ein guter, wahrer und wichtiger Artikel. Dazu zählen dann auch noch die “seichten” Freizeitaktivitäten, die jedoch auch nie ohne Handy und Selfies auskommen. Diese Oberflächlichkeit und der Narzissmus der Selbstdarstellung öden mich nur noch an. Lieber allein.

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  2. Ich will keine Freundschaften, ich will in Ruhe gelassen werden. Insbesondere von den Gutmenschen, die sich mir anbiedern und dann Bestätigung haben wollen.

    Ein Merkmal aller, die sich permanent präsentieren, ist übrigens, dass sie NICHT ausgesorgt haben. Die Ausnahme, die die Regel bestätigt, ist die furchtbare platte Heidi Klum.

    Abgesehen davon habe ich nach langer Zeit wieder einen familiär bedingten Gutmenschenabend hinter mir, Weihnachten bin ich gottseidank weit weg. Ich halte dieses “Wir müssen….”-Geplappere einfach nicht aus, es kommt vor allem von jenen, die noch nie Geld in der Privatwirtschaft verdient haben.

    Es gibt auch in Nordkorea Fans des Systems, wie es das auch in der DDR gab, eine gewisse Gruppe profitiert immer und glaubt dann ganz fest daran, dass der Staat das Allheilmittel für alle Probleme ist.

    Sorry, für das unzusammenhängende Geschreibsel, aber bin gerade Gutmenschenverblödet.

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    1. mgtowdeutsch: “Wir müssen…….”-Geplapper(…) kommt vor allem von jenen, die noch nie Geld in der Privatwirtschaft verdient haben. Ergänzung dazu: oder je selbständig waren oder ein Unternehmen geführt haben oder sogar aus der EIGENEN Tasche je wirklich geholfen haben. (ZB. nach Naturkatastrophen, Tsunami, etc. ) Es zeichnet ja die Gutmenschen gerade dadurch aus, dass sie allen ANDERN erklären was diese zu tun haben, mit Geld das ihnen gar nicht gehört, sondern allenfalls anderen (Steuerzahler). Einfach infam-grässlich-dumm-dreist. Die Gutmenschen haben leider mit den ständig beleidigten und fordernden Islamisten einiges gemeinsam. Vor allem das freche Fordern, Schulmeistern, Besser wissen und Mundtot machen, samt Heulen, Jammern und Geschrei, aber selbst gar NICHTS auf die Reihe kriegen. (Sind alle irgendwie im Kleinkindalter oder der Pubertät stecken geblieben. )

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      1. Die Zuwanderer haben ja im Durchschnitt einen IQ von um die 70. In diesem Kreis fühlen sich die Gutmenschen ja offensichtlich wohl. Andere würden das als Beleidigung ihrer Intelligenz begreifen. Zwischen den beiden Gruppen gibt es zunehmend keine Brücken der Verständigung mehr, weil alle diese Brücken mit “Sexismus”- und “Rassismus”-Totschlagargumenten “gesprengt” werden.

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  3. Danke für den Artikel!
    Der Verlauf von Gewinn (jung) und Verlust (”alt”) von Freundschaften deckt sich auch weitgehend mit meinen persönlicchen Erfahrungen.
    Mit Gutmenschen habe ich (zum Glück) eher selten zu tun, bzw. habe ich diese auch aus meinem Freundeskreis entfernt. Es gab da einen, den ich heute nach 40 Jahren Bekanntschaft, sogar als Psychopath einstufe.

    Aber Gutmenschen sind auch nur ein Auswuchs (von vielen) einer weitgehend geistig völlig kaputten Gesellschaft.

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  4. “Mit Gutmenschen habe ich (zum Glück) eher selten zu tun, bzw. habe ich diese auch aus meinem Freundeskreis entfernt.” Geht mir zum Glück genauso. Eine vor 2015 langjährig bedenklich angegrünte weibliche Person aus dem näheren Umfeld hat 2016 wegen der “Flüchtlinge” einen radikalen Schwenk zur Vernunft vollzogen. Auch das gibt es.

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    1. Wie in “Evolutionär stabile Strategien (ESS)” beschrieben, werden einige von “Löwen gefressen” werden. Ich gehe aber davon aus, dass die Herde an sich überleben wird. Und ja, die Herde sollte durch das Selbstbewusstsein haben, gutmenschliche Herdentiere aus seinem Kreis zu entfernen.

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