Nabelschau 2018

2016 hatte ich knapp 13.000 views, ca. 4.500 visitors mit 102 Blog posts.

2017 hatte ich 27.000 views, ca. 11.000 visitors mit 93 Blog posts.

2018 hatte ich knapp 48.000 views, ca. 22.000 visitors und 93 Blog posts.

Immer noch eine Verdoppelung der Besucher aber nur knapp 80% mehr views.

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Wenn das so weiterginge, waere dieser in ca. 8 Jahren unter den Top 100 der deutschen Blogs. Diese Extrapolation ist natuerlich Quatsch. Der Spam hat ueberproportional zugenommen. Der macht aber keine Arbeit. Eine andere Art von Spam hat auch zugenommen. Das sind Leute, die ihren Hass und ihre unqualifizierte, tatsachenbefreite Meinung meinen hier abladen zu muessen. Oft geschieht das mit 5-10 Kommentaren ueber Nacht (meine Nacht, also 8 Stunden zeitversetzt). Bei meinem Fruehstueckskaffee muss ich dann aufraeumen, nicht nur diesen Quatsch, sondern auch die Reaktionen gern gesehener Kommentatoren auf diesen Unsinn. Das kostete Anfangs sehr viel Zeit, als ich versuchte das noch zu moderieren. Spaeter habe ich dann einfach radikal Kommentare geloescht und Leute gesperrt, was auch zum Unmut normaler Leser fuehrte. Da ich frueher u.a. Foren moderiert habe weiss ich, dass dies mit steigender Bekanntheit ueberproportional zunimmt und irgendwann alleine kaum noch zu schaffen ist.

Anbei die ‘all time’ beliebtesten Artikel:

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Hier die Besucher seit November 2015:

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Wie bereits anderswo erwaehnt, denke ich, dass die Vermittlung von Fakten den Grossteil der Bevoelkerung gar nicht erreicht und nicht einmal besonders interessiert. Man muss den Leuten emotional nahetreten, nicht mit Fakten. Das zeigen z.B. die Aktionen der sog. Maennerrechtler. Egal wie gut die Fakten aufbereitet sind (Gender pay gap, Scheidungsindustrie, etc.) und wie viele Studien man zitiert, das wird emotional nicht angenommen. Ein hashtag #meetoo einer verkappten Schauspielerin wird aber ueber Nacht “viral” und von allen Medien religioes verbreitet, auch wenn sich praktisch alles als verlogen herausstellt.

Im letzten Artikel stellte ich fest, dass z.B. die satirische Aufbereitung der deutschen Selbstzerstoerung durch den ansonsten wenig lustigen Komiker Nuhr wahrscheinlich erheblich effektiver ist, als 100 Artikel in Zeitungen, Zeitschriften und Blogs zum Thema. Die liebe nette Transe oder der freundliche Schwule in einer Fernsehserie wie Lindenstrasse usw., traegt viel mehr zur Meinungsbildung und danach zur Umsetzung in Politik bei, als jede nuechterne Betrachtung von Fachleuten oder Wissenschaftlern. “Politics is downstream from culture” soll Andrew Breitbart mal postuliert haben, und ich denke er hatte recht. Warum sonst sollte Hollywood, ARD/ZDF etc. solchen kulturellen Schmonzes kreieren, der an den Kinokassen floppt und fuer immer mehr Fernsehverweigerer sorgt. Die Taktik der Kulturmarxisten geht auf. Die Haelfte der westlichen Bevoelkerung ist aber von der linken, dominaten Kultur angeekelt.

Diesem Zustand muss mit einer Gegenkultur begegnet werden, nicht mit Politik. Ich habe die letzte Gegenkultur der 68’er (counter culture) ja selbst erlebt, und in meinem jugenlichen Leichtsinn auch mitgemacht. Man sieht derzeit die ersten Ansaetze einer neuen Gegenkultur. Am deutlichsten war das 2016 bei den US-Wahlen mit den “meme warriors” zu sehen. Die Systemmedien (Hollywood, TV-Sender, Facebook, Google, Twitter, usw.) versuchen das – wie in den 60’ern – erst mal mit allen Mitteln zu daempfen und schlecht zu reden. Echte Kreativitaet setzt sich aber mittelfristig durch. Und zu dieser Kreativitaet moechte ich versuchen etwas beizutragen, obwohl ich eigentlich 2 Generationen zu alt dafuer bin.

Vor einigen Jahren habe ich mal angefangen einen Roman zu schreiben. Ausser ca. 20 Fachartikel im Bereich Elektrotechnik, Informatik, Netzwerke hatte ich aber kaum Erfahrung beim Schreiben. Romane befleissigen sich einer anderen Sprache als Fachartikel. Auch zum Ueben habe ich dann diesen Blog gestartet, dessen Ausfluege ins literarische allerdings eher selten waren. Seitdem gammeln die ersten 30 Seiten der geplanten 300 des Romans auf der Festplatte herum. In den letzten Monaten versuchte ich das wieder aufzugreifen, wobei mir auffiel, dass ich mit der Geschichte zu weit in der Mitte angefangen hatte. Also werde ich jetzt einen neuen Roman anfangen, um danach den ersten fertig zu schreiben. Ob das alles so klappt und wie weit ich komme, weiss ich noch nicht. Meine Deutschnote in der Schule war meist eine gnaedige 3. Sobald ich ca. 80% geschafft habe, will ich das Ergebnis kapitelweise auf dem Vaeterlandblog (vaeterlandblog.wordpress.com) veroeffentlichen. Je nach Zuspruch nach und nach den ganzen Text, oder evtl. nur die Haelfte, gefolgt von aufdringlicher Werbung, das Buch z.B. bei Amazon zu kaufen 😛

Luismanblog geht trotzdem weiter, allerdings mit nur 1-2 Artikeln pro Monat.

Wuensche allen einen guten Rutsch.

PS: Ich wuerde den Blog Nichtlinkeblogs gerne ausgliedern und an jemanden abgeben, der den weiter betreibt. Er hatte 2018 knapp 30.000 views und ueber 10.000 visitors. Bei Interesse bitte ueber das Kontaktformular bei mir melden.

7 thoughts on “Nabelschau 2018

  1. Alles Gute bei deinen Vorhaben! Würde mir als Teilzeit-Expat natürlich von dir als Vollzeit-Expat mal einen Text zu Südostasien wünschen, vllt Pros und Cons eines Lebens ohne Sozialsystem wie auf den Philippinen. Und Tipps für Deutsche, die vllt auch raus wollen, denke davon gibt es einige.
    PS: Die Abrufe aus Thailand gehen wahrscheinlich zu grossen Teilen auf mich, obwohl ich auch in diversen anderen Ländern wie zB Vietnam unterwegs bin.

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  2. Funny, I get about the same number of clicks as you but half as many uniques. I think I get more people who stumble upon my blog, read 70 posts in horror, then get so depressed at the state of the world that they jump out their window and never return.

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  3. Glückwunsch, mein lieber Blogger. Bei deinem ersten Jahresrückblick stand, glaube ich, noch so etwas wie “absolut inakzeptabel” (bezogen auf die Zugriffe), das hat sich ja wohl hoffentlich jetzt erledigt 😉

    PS & Kurze OT-Frage: Du schreibst, dass Spam keine Arbeit benötigt. Das war bei mir bis vor ca. 6 Monaten auch so. Und dann kamen jeden Tag mindestens 20-30 Kommentare zwecks Genehmigung rein, die aus offensichtlichem Werbedreck bestanden (meist komplette Pxrnx-Seiten mit Dreck und 1000 Links).

    Ich habe mittlerweile das Kommentieren zu Artikeln limitiert auf 2 Wochen, sodass wieder Ruhe ist. Hast du (oder jemand anderes) diese Probleme nicht, denn deine Artikelfrequenz lässt mich eher blaß aussehen?

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  4. “dass die Vermittlung von Fakten den Grossteil der Bevoelkerung gar nicht erreicht und nicht einmal besonders interessiert. Man muss den Leuten emotional nahetreten, nicht mit Fakten.”
    Das ist völlig richtig. Dennoch ist Sarrazin, der seine Leser auf Hunderten von Seiten mit unzähligen Zahlen und Tabellen überschüttet, zum Kultautor geworden. Sogar reich ist er damit geworden. Ich glaube, es gibt nicht den einen Stil oder das einzig wahre Format. Von allen Seiten aus den unterschiedlichsten Rohren schießen bringt es. Die Wirkung ist kumulativ und langfristig.

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  5. @rotepilleblog
    In puncto auswandern hatte ich mich ja schon diverse Male geaeussert. Meine eigene Perspektive ist quasi die eines Rentners, da ich ohne arbeiten zu muessen ein regelmaessiges Einkommen habe, was fuer junge Auswanderer nicht so arg hilfreich ist. Von der arbeitenden Expats die ich kenne scheitern >80% hier. Die Wenigen, die dauerhaft bleiben, sind CEO, CFO oder solide Handwerker, wie z.B. Baecker, Metzger, KfZ-Mechaniker etc.
    PS: Big brother luisman weiss immer in welchem Land Du gerade bist 😀

    @Nikolai
    English blogs naturally have a larger potential readership than German blogs. But there are a gazillion English blogs and very few people find the smaller ones.

    @Emannzer
    Akismet faengt bei mir eigentlich 99,9% des echten Spams ab. Du kannst mir mal Deine Einstellungen bzgl. der Kommentare mailen; vielleicht ist da etwas optimierbar.

    @Tanzender Berg
    Sarrazin haette deutlich weniger Erfolg gehabt, wenn sich die Presse und Bundesschranze nicht so fuerchterlich ueber sein Buch aufgeregt haetten. Die emotionale Gegenreaktion war, sein Buch zu kaufen, und wenn nur, um es den Hohlkoepfen ueber den Schaedel ziehen zu koennen.

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    1. Viele arbeiten heutzutage online, zumindest jüngere Leute, nennen sich “digital nomads” (gut, nach Angeles City kommen davon wohl eher wenige)
      Ich meinte, du kannst mal über das System schreiben, wie das Leben ohne Sozialsystem ist.
      in Deutschland können sich das die Leute kaum vorstellen und sie denken, überall gibts Rente, Arbeitslosengeld, etc.

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