Chaotische Systeme

Physiker sind damit beschäftigt deterministische Systeme zu erkennen und mathematisch so gut zu beschreiben, dass die Vorhersagen aus diesen Modellen bis auf Rauschen und kleine Messfehler, exakt der Realität entsprechen. Damit waren sie in den letzten ca. 200 Jahren auch sehr erfolgreich. Inzwischen hat man aber festgestellt, dass es Systeme gibt, die derart stark von infinitesimal kleinen Unterschieden der Ausgangsbedingungen abhängen, dass eine deterministische Beschreibung ganz unmöglich oder nur für sehr kurze Zeitspannen möglich ist. Diese nennt man chaotische Systeme. Neben den winzig kleinen Änderungen der Ausgangsbedingungen kann auch die Störgrößenaufschaltung ein deterministisches System in ein chaotisches System übergehen lassen. Auch Resonanzen oder eine Nähe zu Resonanzfrequenzen können massive Einflüsse auf ein bis dahin als deterministisch betrachtetes System haben.

Beispiele für chaotische Systeme sind z.B. das WETTER, stoßende Kugeln (wie z.B. beim Billard, Kegeln), Herzinfarkt und Schlaganfall, Wirtschaft (Börse, Konjunktur, etc.), alle Geisteswissenschaften (nicht wegen der vielen Linken darin, sondern grundsätzlich) und der Mensch an sich.

Nun kann und sollte man nicht alles gleich zum chaotischen System erklären, nur weil die Menschheit bisher zu dumm ist ein gewisses Phänomen sauber zu beschreiben. Umgekehrt ist es ebenfalls nicht angebracht, nur weil man ein chaotisches System wie das Wetter für 1-7 Tage relativ sicher vorhersagen kann, anzunehmen es wäre damit ein deterministisches System, welches man auf Jahrzehnte vorhersagen kann. Eines der Charakteristiken chaotischer Systeme ist eben, dass langfristige Vorhersagen unmöglich sind. Auch der Scharlatanerie, der ‘false positives’ sollte man sich verwehren. Jeder kann vorhersagen, dass in dieser Sekunde in China ein Fahrrad umfällt. Wenn jemand mit der Handy-Kamera das beweisen kann, ist das noch lange kein Beweis für die Richtigkeit der Vorhersage. Nur wenn man den genauen Ort, das betroffene Fahrrad und die Kausalität deterministisch vorhersagen und nachweisen kann, unterscheidet sich die Vorhersage vom reinen Zufall auch mal recht gehabt zu haben.

Der Chaos Computerclub sieht auch immer mehr wie ein chaotisches System aus, allerdings mehr in Bezug auf die Teilnehmer als in Bezug auf die Computer bzw. Computersoftware. Ein mathematisch/physikalisch chaotisches System, hat nichts grundsätzlich damit zu tun, dass ein bestimmtes Zufallsereignis auftritt (außer in einem deterministischen System, welches nur unter engen Rahmenbedingungen stabil ist). Es muss auch nicht notwendigerweise ein komplexes System sein, weil auch relativ einfache Systeme (z.B. Doppelpendel) chaotisch sein können. Es handelt sich aber immer um nichtlineare Systeme (d.h. Ein-/Ausgangswerte sind nicht immer proportional). Bei dynamischen nichtlinearen Systemen kommt noch hinzu, dass das System eine Art Gedächtnis hat, und die Vorgeschichte des Systems, die Systemantwort mitbestimmt.

Viele werden inzwischen so eine Wetter-App auf ihrem Handy haben, in der das vorhergesagte Wetter für den nächsten Tag und bis zu 5 Tagen insgesamt angezeigt wird. Soweit ich weiß gibt es keine sinnvolle App, die mehr als 5 Tage anzeigt. Es gibt Einige die meinen ein 14-Tage Wetter anbieten zu müssen, was aber in der Regel in die Hose geht. Das liegt daran, dass Wetter ein dynamisches nichtlineares System ist, welches nur bei stabilen Großwetterlagen nicht chaotisch ist. Normalerweise steigt die Unsicherheit der Vorhersage mit jedem Tag exponentiell an. Die Vorhersagen basieren auf mathematischen Modellen, die mit Erfahrungswerten angepasst werden.

Im Prinzip wird das Klima ähnlich modelliert und vorhergesagt. Diese Modelle sind bisher noch so ungenau und unzuverlässig, dass nicht einmal das Klima des nächsten Jahres halbwegs verlässlich prognostiziert werden kann. Die Modelle, welche CO2 nicht überbewerten sind noch am nächsten an der Realität. Die daraus gewonnenen Vorhersagen, dass sich das „Klima“ (d.h. die mittlere Temperatur der Erde) in 10/20/30/100 Jahren um 1 oder 2 Grad Celsius erhöht, sind derzeit genauso viel wert, wie wenn Tante Helga das aus dem Kaffeesatz liest.

Es ist noch gar nicht klar, ob das chaotische System Klima gut genug verstanden wurde, um es für Vorhersagen zu modellieren. Alle Modelle scheitern heute schon daran, das bekannte Klima seit ca. 100 Jahren, mit den bekannten Messwerten aus dieser Zeit „nachherzusagen“. Man kann natürlich behaupten, dass die Modelle noch zu schlecht sind, oder die Computer noch zu langsam. Dies wäre alle 2-4 Jahre, wenn die Modelle besser wurden und die Computer schneller, zu prüfen. In den letzten 30 Jahren Klimaforschung sind die Computer erheblich schneller geworden, die Ergebnisse der Klimamodelle aber um keinen Deut besser. Selbst wenn diese Modelle mal halbwegs genau sind, ist noch nicht klar, ob die das Klima für mehr als ein Jahr oder vielleicht 5 Jahre voraussagen können (so wie beim Wetter).

Eine zuverlässige Vorhersage des Klimas in 30 oder 100 Jahren ist aus heutiger Sicht, mit unserem bisherigen Verständnis, und den bestehenden Modellen mit absoluter Sicherheit NICHT möglich. Ob es überhaupt jemals möglich sein wird, ist äußerst zweifelhaft, da das Klima eben ein chaotisches System ist. Das wissen auch die Klimawissenschaftler, also die die auch Wissenschaftler sind, nicht ihre Aktivisten.

Ich denke die Klimawissenschaft hat die selbe Berechtigung wie die biologische Wissenschaft, die z.B. im Urwald Blattläuse sammelt. Man weiß eigentlich erst ob die Anstrengung sinnvoll war, wenn man die Ergebnisse hat. Politischen Aktivismus zu produzieren, der auf nachweislich falschen Vorhersagen beruht, ist aber völliger Unsinn, m.A. sogar kriminell. Ich würde sagen: Lasst die Leute weiter forschen, als Professoren und Doktoranden an ihren Unis, und hört auf die Aktivisten zu finanzieren. Ein chaotisches System wird nicht dadurch besser beschreibbar, wenn ein Haufen Chaoten dummes Zeug erzählt.

PS: Das mit der kurzfristigen Vorhersagbarkeit chaotischer Systeme habe ich selbst mal 2 Jahre lang praktiziert. Ein bestimmter asiatischer Aktienmarkt war von 2010 bis 2014 relativ stabil, also er schwankte um den Wert x mit +/- ca. 10%. Ich habe mir dann eine handvoll Aktien ausgesucht, die seit 1 Jahr ein Muster auswiesen, dass sie innerhalb von wenigen Wochen/Monaten immer von 10% unter ihrem Mittelwert, auf 10% über ihren Mittelwert stiegen, und umgekehrt. Ein bis Zwei Mal im Jahr habe ich dann relativ zuverlässig 20% Gewinn eingefahren.

23 thoughts on “Chaotische Systeme

  1. Wissen und Wissenschaft hat fanatisierte Gläubige, Warner und Propheten noch nie von ihrem Denk-Irrtum abgebracht. Irgendwie scheint “Glauben, (Warnen) und Hoffen” stärker als Wissen und Beweise zu sein. Wir rutschen dank massiver Propaganda und Links-Sprech schnell wieder in die Glaubens- (und Religions)-Kriege zurück. Wer hätte sich das vor 20 Jahren vorstellen können, dass die Vernunft, Wissen und auch Wissenschaft wieder bekämpft wird; und neue “Ketzer” an den Pranger gestellt, lächerlich gemacht und ausgegrenzt werden. Es ist einfach nur noch schlimm.

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  2. Danke für das Ansprechen dieses faszinierenden Themas. Ich habe mich eine zeitlang ebenfalls mit Chaos-Theorien beschäftigt und ein Programm zur Darstellung von Fraktalen geschrieben. Das bekannteste Beispiel ist ja die Mandelbrot-Menge, teils auch -Baum genannt. Faszinierend fand ich dabei in dieser hochkomplexen Zahlenmenge, dass sie visualisiert überhaupt erst einen Sinn machte, quasi eine neue Welt erschloss – und dabei trotz allem Chaos dennoch beim “Hineinzoomen” immer wieder eine enorme Selbstähnlichkeit aufwies.

    Insofern könnte man auch sagen, dass selbst im Chaos Strukturen vorliegen dürften, die ‘nur’ einer gewissen Abstraktion bedürfen (meine Annahme). Allerdings wird es mit ziemlicher Sicherheit noch einige Jahr(-zehnte/-hunderte/-tausende) bedürfen, bis es vielleicht einmal soweit ist.

    Bis dahin mag man sich an der Schönheit eines Farnes erfreuen und sich die Zähne daran ausbeißen, wie man dieses selbstähnliche System mathematisch definiert. Meist sind die Lösungen manchmal, so wie bei den Fraktalen gar nicht so schwer – dass Ergebnis aber dennoch hochkomplex. Und genau da, so denke ich, sollte die Chaos-Theorie weiter ansetzen und sich nicht mit dem Pups eines Schmetterlings abgegeben, welcher anschließend einen Orkan auslöst (oder lösen kann). 😉

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    1. Als Physiker mit eingeschraenktem Einsatzbereich (Etech 😛 ) habe ich die notwendige Mathematik im Studium natuerlich gelernt. Ich dachte mir schon beim Schreiben des Artikels, dass die Resonanz wohl eher mickrig sein wird, da die meisten (trotz Abitur) schon bei Differential und Integralrechnung abgeschaltet haben. Umso mehr freut mich dann ein solcher Kommentar.

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  3. Danke für diesen wunderbaren Artikel! Ein komplexes und sehr theoretisches Thema auf den Punkt gebracht.
    Ohne deine Leistung beim Aktieninvestment schmälern zu wollen: Es gehört auch immer eine Portion Glück dazu und vor allem das Wissen, wann man aussteigen muss.

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    1. dass der “richtige” ausstiegs-punkt, bzw ihn getrieben von gier und geblendet vom illusorischen vertrauen in die eigenen “fähigkeiten” nicht zu verpassen der eigentlich archimedische punkt an der ganzen aktien geschichte ist glaube ich persönlich. möglicherweise bin ich aber auch nur zu doof um das “grosse ganze” zu verstehen, weswegen ich skill und luck verwechsel, oder aber nicht mal richtig auseinanderhalten kann. aber super artikel

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    2. Klingt zwar wie Kaffeesatzleserei, aber wenn man viele Jahre mit Oszilloskopen und (Frequenz)Spektrumanalysatoren zu tun hatte, schaerft man seine eingebauten Mustererkennungsverfahren.

      Glueck braucht man in zweierlei Hinsicht. 1. Der Trend muss sich so fortsetzen; bei sehr hoher Volatilitaet wird das zu schwierig. Und 2. Man muss sich vorher selbst ganz klare enge Grenzen setzen, z.B. wenn man bei -10% einsteigt, die Aktie dann z.B. auf -20% geht: Den Verlust mitnehmen, d.h. verkaufen, bevor evtl. noch schlimmeres passiert. Emotionen, Hoffnungen, etc. sind zu ignorieren.

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      1. ach man das solltest du mal meinem vater erzählen, aber es ist sein geld, er hat mit der fixen idee “das ist daimler, die gehen runter und wenn man lange genug wartet kommen die auch wieder hoch!”, aber dass wir uns auf einen “Schlund”, der wirklich einem schwarzen Loch gleicht , zubewegen wird er mir niemals glauben. er lässt sich lieber von seinem bruder (ausgebildet bei der bank = mehr ahnung), der ihm schon das letzte mal all sein geld mit gigangtischen sicheren renditen im neuen markt versenkt hat. er hatte auch für mich paar tausend euro angelegt, das ist ja das traurige, die aktienmärkte sind nicht für 08/15 otto-normalverbraucher gedacht, weil der es nicht verstehen kann.
        auch die aktienexperten , ob vor der tagesschau, auf ntv, oder im netz, falls sie das “grosse ganze” verstehen sollten, werden sie kurz vor dem chrash auf eben diesen setzen (hallo herr soros !) , aber den durchschnittlichen aktionär, der was völlig menschlich ist versucht das meiste aus dem wenigen zu machen was er eben an ressourcen zu verügung hat.
        dadurch wird der einzelne, der am ende doch nur wieder der ist , der um die früchte seiner arbeit betrogen wird ist, irgendwie von den verbrechen der aktiengesellschaft in die er investiert hatte ist übrigens eine der nüsse , die cih bisher nicht knacken konnte und auch nicht weiss , ob ich das je schaffen werde, denn wenn der einzelne aktionär nur ein betrogener ist. Wer hat ihn betrogen ? Trump, Soros, von Thurn und Taxis etc. diejenigen, die aus dem unweigerlichen Crash auf Grund von Insiderhandel ungesetzlich Profit gezogen haben.
        Soweit so gut, aber da die Liste der durch Aktiengesellschaften begangenen Verbrechen lang ist und weit in die Geschichte hinienreicht. Ihre Folgen für manche Kontinente nicht nur noch spürbar sind, sondern ihre apokalyptischen Folgen schlimmer als jede bekannte Naturkatastrophe das Leben von abermillionen Menschen beeinflusst, oder weniger euphemistisch zerstört hat.
        Waren Cortez und Pizarro nicht auch schon Aktiengesellschaften, die Waffen und Pferde und natürlich die Überfahrt (sozusagen als Vorschauss….) von der Gesellschaft gestellt bekamen und dann am Zielort angekommen Gold machen mussten.
        Oder die auf Grund von kompletten Falschdarstellungen der Situation vor Ort masslos überbewerteten Aktien des französischen “Louisianna” Unternehemens, das den französischen Staatshaushalt ruinierte als die ersten Heimkehrer den Graben zwischen Wunsch und Wirklichkeit zuschütteten. War glaube ich auch kurz vor der französischen Revolution, ausserdem muss ich langsam mal den Punkt finden auf den ich hinaus wollte. nämlich wer an den verbrechen dieser aktiengesellschaften, die ja nichts anderes gemacht habenb als heute jede aktiengesellschaft tun würde, nämlich aus dem bestehenden Kapital (das ja nichts anderes als der gebündelte Wille von unzähligen in der mehrheit ehrlichen arbeiter, oder kleingrundbesitzern), bei minimalen ausgaben maximalen Gewinn erziehlen, zu den jeweils markttypischen konditionen, schuld ist.

        Wer ist schuld an dem was Pizarro und seine Männer in Südafrika angerichtet haben ?

        Und wenn jemand Schuld sein sollte, wieviel davon kann man der Aktiengesellschaft als treibende Kraft (ohne waffen und ohne pferde kein krieg, und schwimmen müssen die ponys noch können…) “übergeben” ? für mich eine (bisher ) unlösbare frage, ich wäre über jedenm lösungsvorschlag dankbar.
        ausserdem bitte ich meinen (sicher etwas wirren schreibstil ) heute zu entschuldigen. Ich habe eine gebrochene Schulter und der Chefarzt der Chirurgie meinte, dass man das bei einem nicht Epileptiker sofort operieren würde. nun ja ihr ahnt sicher schon welche neurologische Erkrankung ich schon ne ganze weile hab….und ohne die schmerzmittel wäre es wahrscheinlich unerträglich, aber zu sagen, dass ich nicht neben der spur wäre , wäre eine dreiste lüge

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        1. Das psychologische Spielcasino Aktienmarkt und die taeglichen Aktionen einer Aktiengesellschaft haben nicht unbedingt etwas miteinander zu tun.

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    1. Ach Maxi finde ich nicht so interessant. Dessen Themen habe ich auf den original englischsprachigen Kanaelen, wo er alles abguckt, vor Jahren schon gesehen. Erst letztes Jahr ist dem aufgefallen, dass es MGTOW gibt 😛

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        1. Mit dem Zustand des staatlich legalisierten und organisierten Diebstahls kann man nie abschliessen. Aber ein Lieblingsthema von mir waeren doch eher positive Dinge, wie man sein Leben besser gestalten kann, nicht so verfahrene Situationen.

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  4. Guter Beitrag! Ein kleiner Hinweis: Wetter ist das, was täglich passiert. Klima sind über 30 Jahre zusammengefasste statistische Messwerte des Wetters an einem bestimmten Ort. Definiert irgendwo bei der Weltwetterorganisation. Also Wetter und Klima nicht verwechseln. Das ist ja gerade das Problem bei der Berichterstattung in den üblichen Medien. Ein paar Tage abweichende Temperatur (“der heißeste Februar seit 3 Jahren”) z.B. sagt überhaupt nichts über das Klima aus, das verschwindet zum großen Teil in der langjährigen Statistik. Wobei mich dann noch interessieren würde, ob denn Ausreißer ermittelt und entsprechend entfernt werden, wie man das bei naturwissenschaftlichen Messreihen sonst so macht 😉 Aber das ist ein anderes Thema.

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    1. Man kann auch sagen, Klima ist aufintegriertes Wetter. Aber ich wollte im Artikel nicht zu tief in Mathematik einsteigen, weil der Grossteil das nie gelernt oder bereits lange wieder vergessen hat.

      In Bezug auf “Korrekturen von Ausreissern” scheint viel schlimmeres passiert zu sein, wie z.B. Tony Heller (youtube) nachweist.

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  5. „Eine zuverlässige Vorhersage des Klimas in 30 oder 100 Jahren ist aus heutiger Sicht, mit unserem bisherigen Verständnis, und den bestehenden Modellen mit absoluter Sicherheit NICHT möglich. Ob es überhaupt jemals möglich sein wird, ist äußerst zweifelhaft, da das Klima eben ein chaotisches System ist. Das wissen auch die Klimawissenschaftler, also die die auch Wissenschaftler sind, nicht ihre Aktivisten.“

    Ich denke Sie verwechseln das chaotische System „Klima“ mit dem chaotischen System „Wetter“. Das Klima ist per Definition die Statistik vom Wetter. Die Vorhersagegenauigkeit des Wetters konvergiert aufgrund des chaotischen Verhaltens nach ein paar Tagen auf die „Blindvorhersage“, d.h. eine deterministische Vorhersage ist dann genau so schlecht wie blindes Raten, bei dem man einfach als Wettervorhersage die klimatologische Streubreite des (historischen) Wetters zum Vorhersagedatum angibt, also das Klima.
    Der Anspruch an ein Klimamodell ist daher nicht mehr zu liefern als die Blindprognose des Wettermodells: keine exakte Wettervorhersage zu einem Termin, sondern die zugehörige Wetterstatistik dieses Termins.
    Solange sich die Randbedingungen des Klimasystems nicht ändern, liefert das Wetterchaos eine zeitlich konstante Statistik, d.h. konstantes Klima. Welches „Element“ (=Wetter) nun aus der „Menge“ (= Menge von möglichen Wetterzuständen zu einem Datum = Klima) zu einem Zeitpunkt nun tatsächlich gezogen wird, kann nur kurzfristig mit einem Wettervorhersagemodell bestimmt werden.

    Mit den Klimamodellen berechnet man hingegen die Änderung des Mengeninhalts (= mögliche Wetterzustände zu einem Datum) aufgrund veränderter Randbedingungen, d.h. Klimaänderung.

    Randbedingungen sind z.B. Sonneneinstrahlung oder CO2-Gehalt. Der heutige CO2-Anstieg von 30% führt zu einer unausgeglichenen Energiebilanz der Erde zum Weltraum hin von ca. 2W/m2, was zum Ausgleich der Bilanz in einer Erwärmung der bodennahen Temperatur führt, wie man sich bereits mit Schulphysik klarmachen kann. Durchs Wetterchaos schwankt die Bilanz jährlich zwar auch in dieser Größenordnung von einigen W/m2, aber langfristig muss elementar-physikalisch diese Bilanzdifferenz zur langfristigen Temperaturänderung von 1-2 °C führen (die natürlich von Rauschen überlagert ist).

    Es kommt also darauf an, was man vorhersagen will, das Klima oder das Wetter.
    Klar ist jedenfalls, dass jedes chaotische System dennoch nicht völlig willkürliche Zustände möglich macht, sondern eine Statistik liefert. Die Klimamodelle berechnen nur die durch Änderung der Randbedingungen getriebene Änderung dieser Statistik.

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    1. Ich verwechsle hier nichts, ich habe es nur rhetorisch etwas vereinfacht. CO2 ist eben KEIN ausschlaggebender Faktor fuer die Vorhersage des Klimas. All die gescheiterten Klimamodelle beweisen das. DER ausschlaggebende Faktor ist die Instabilitaet der Sonne. Dieser voellig unkontrollierbare und unvorhersehbare Einfluss wird mitigiert oder verstaerkt, durch eine Unmenge von Faktoren auf der Erde. CO2 kann einer der vielen kleinen Faktoren sein. Viel ausschlaggebender scheinen Wolkenbildung und turbulente Luftstroemungen zu sein, die wiederum chaotische Systeme sind. Selbst wenn Ihre Schulphysik-Rechnung fuer CO2 stimmen wuerde, hat der Mensch nur einen minimalen, irrelevanten Einfluss auf das CO2. CO2 Klimapolitik hat keine Auswirkungen auf den CO2-Gehalt oder das Klima, sondern bedient nur die Weltherrschaftsphantasien von Soziopathen.

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  6. Ihre Behauptungen entbehren der Evidenz, wie oben quantifiziert benötigt man egal unabhängig von der Ursache ca 2W/m2, um den beobachteten Temperaturverlauf der letzten rund 150 Jahre quantitativ erklären zu können. Heutige Klimamodelle können dies erklären, ihre obigen Behauptung dazu ist offensichlich unzutreffend. Das Co2 liefert dies, die direkte Sonneneinstrahlung schwankt so stark nicht, das können Sie vergessen, aber sie könnte dies durch bislang unbekannte spekulative Effekte bewirken, nur wissen wir das nicht , zudem müsste man erklären, warum die Physikgesetze beim CO2 nicht wie überall sonst gelten sollten.

    Sie spekulieren über chaotische unbekannte Effekte, die den Klimaverlauf modulieren können, aber ich rede von den physikalisch evidenten Effekte von einigen W/m2, die langfristig wirken und in den Beobachtungen sichtbar sind.

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    1. Evidenz habe ich mehr als genug, sie wird von Nutzniesern des Klimawahns aber regelmaessig ignoriert. CO2 liefert eben keine direkte Korrelation zwischen den Erdtemperaturen und dem CO2-Gehalt, selbst das IPCC muss das zugeben. Um ihre Laborwerte in der Realitaet der Erde zu beweisen (ja, im Labor kann ich das auch nachweisen), muesste man z.B. ein Treibhaus bauen, welches bis in die obere Atmosphaere seitlich geschlossen ist und zu 70% Meer mit grossen Tiefen enthaelt. Ein Gas wie CO2 kann man in der Natur eben nicht mal so festnageln, nur im Laborversuch z.B. in einem Alu/Glaskolben. In der Natur sammelt es sich mal in der Luft, mal in der Erde, mal im Wasser.
      Siehe z.B. diesen EIKE-Artikel:
      https://www.eike-klima-energie.eu/2019/03/05/vom-menschen-verursachte-erderwaermung-uneinigkeit-innerhalb-der-weltweiten-klimaforschung/
      oder hier:
      https://www.eike-klima-energie.eu/2019/02/15/wie-schaedlich-ist-co2-wirklich-fuer-unser-klima/
      […]Da nur 15% des globalen CO2-Anstiegs anthropogenen Ursprungs sind, bleiben gerade einmal 15% von 0,3°C, also weniger als 0,05°C über, die dem Menschen in der Gesamtbilanz zuzuschreiben sind. Angesichts dieses verschwindend kleinen Beitrags, an dem die Deutschen wiederum nur zu 2,8% beteiligt sind, erscheint es geradezu lächerlich annehmen zu wollen, dass ein Kohle-Ausstieg und weitere Einsparungen bei fossilen Brennstoffen auch nur im Entferntesten einen Einfluss auf unser Klima haben könnten.[…]

      Eine alternative Erklaerung, die wesentlich besser korreliert, als CO2, hier:
      https://calderup.wordpress.com/2010/05/01/nutshell/
      https://calderup.wordpress.com/2012/03/03/climate-physics-101/

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  7. “Um ihre Laborwerte in der Realitaet der Erde zu beweisen (ja, im Labor kann ich das auch nachweisen” etc

    Hier geht einiges bei Ihnen durcheinander, die in Klimamodellen verwendeten Werte sind Naturkonstanten, die gelten im Labor wie im Rest des Universums.

    Im Labor kann man den atmosphärischen Treibhauseffekt nicht nachmachen, denn der Strahungstransport skaliert nicht linear mit der Säulenhöhe.

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    1. Selbst Einstein war bescheiden genug zu sagen, dass seine theoretischen Erkenntnisse in der Natur nachgewiesen werden muessen. Er beschrieb sogar die seiner Meinung nach erforderlichen Experimente dafuer. Diese Demut fehlt Ihnen und vielen Leuten der IPCC.

      Wenn Sie also allgemein akzeptierte und zugaengliche Experimente nennen koennen, die klar nachweisen, dass das vom Menschen beeinflussbare CO2 einen Einfluss auf die Erdtemperatur oberhalb der Messfehler hat, bitte hier verlinken. Es wuerde mich allerdings wundern, dass ausgerechnet Sie etwas haben, was z.B. EIKE nicht eh schon hat. Wenn Sie aber hier andere nur verunglimpfen wollen, scheren Sie sich zum Teufel.

      PS: Es hat immer einen guten Grund, warum bestimmte Kommentatoren von Askimet in den Spam-Folder geschoben werden (nicht in den ‘pending’ folder). Viele andere WordPress blogger vor mir haben bereits entschieden, dass von Ihnen nur abwertende Rhetorik kommt, und jeglicher Beweis Ihrer Aussagen ausbleibt.

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