Wir liebten die Freiheit nicht genug

And how we burned in the camps later, thinking: What would things have been like if every Security operative, when he went out at night to make an arrest, had been uncertain whether he would return alive and had to say good-bye to his family? Or if, during periods of mass arrests, as for example in Leningrad, when they arrested a quarter of the entire city, people had not simply sat there in their lairs, paling with terror at every bang of the downstairs door and at every step on the staircase, but had understood they had nothing left to lose and had boldly set up in the downstairs hall an ambush of half a dozen people with axes, hammers, pokers, or whatever else was at hand? The Organs would very quickly have suffered a shortage of officers and transport and, notwithstanding all of Stalin’s thirst, the cursed machine would have ground to a halt! If. If. We didn’t love freedom enough. And even more – we had no awareness of the real situation.. We purely and simply deserved everything that happened afterward.” – Aleksandr Isayevich Solzhenitsyn (1918-2008), 1970 Nobel Prize winner for literature. From: ‘The Gulag Archipelago 1918-1956′, Parts 1-2 of 6, 1973, Chapter 1: “Arrest”.

[…]Und wie wir später in den Lagern uns die Hirne verbrannten, beim Denken: Wie wäre es gewesen, wenn jeder Sicherheitsbeamte, der nachts zur Verhaftung hinausging, unsicher gewesen wäre, ob er lebend zurückkehren würde und sich vorher von seiner Familie verabschieden müsste? Oder wenn die Menschen in Zeiten von Massenverhaftungen, wie z.B. in Leningrad, als sie ein Viertel der ganzen Stadt verhafteten, nicht einfach in ihren Häusern gesessen und bei jedem Knall der Tür im Erdgeschoss und bei jedem Schritt auf der Treppe vor Schreck verblasst wären, sondern verstanden hätten, dass sie nichts mehr zu verlieren hätten und sich kühn in der Halle im Erdgeschoss einen Hinterhalt von einem halben Dutzend Menschen mit Äxten, Hämmern, Schürhaken oder was sonst zur Hand war, eingerichtet hätten? Die Staatsorgane hätten sehr schnell einen Mangel an Offizieren und Transportfähigkeiten erlitten, und trotz des Blutdurstes Stalins wäre die verfluchte Maschine zum Erliegen gekommen! Wenn. Wenn. Wir liebten die Freiheit nicht genug. Und noch mehr – wir hatten kein Bewusstsein für die reale Situation…. Wir haben schlicht und einfach alles verdient, was danach geschah.[…]

Wer sich fragt, wie es immer und immer wieder in der Menschheitsgeschichte vorkam, dass massenweise Menschen umgebracht oder in Lager gesteckt wurden, weil der Inhaber der Staatsgewalt die Kettenhunde gegen die eigene Bevölkerung loshetzte, kann aus der Beschreibung von Solzhenitsyn das Muster erkennen. Wer die Nürnberger Prozesse auch nur ansatzweise studiert hat weiß, dass es ganz plötzlich nur noch Befehlsempfänger gab, die keine Verantwortung für ihr Tun übernehmen wollten. Es ist auch ganz leicht Befehlsempfänger zu sein, vor allem, wenn man nichts zu befürchten hat. Wenn die Einsatztruppe aber jedes Mal mit Verletzungen und Verlusten rechnen muss, dann erwacht auf einmal das Verantwortungsbewusstsein, schon aus reinem Eigeninteresse. Da fragt sich der Beamte: Warum soll ich diese Befehle befolgen, mein Leben riskieren, aus einem Grund den ich gar nicht verstehe – ich bin doch kein Soldat der unter Zwang eingezogen wurde.

Die Moslems haben das verstanden. In die no-go-Zonen traut sich kein Polizist mehr rein, nicht mal für einen Strafzettel, schon gar nicht um jemanden zu verhaften. Die Antifa versteht das auch. Wenn sich in deren Bezirke ein Polizist verirrt, fliegt ein Backstein und er geht wieder. Motorradgangs und Drogengangs verstehen das auch. Wenn die persönlichen Kosten für die Staatsgewalt zu hoch werden, dann machen die individuellen Beamten einfach nicht mehr mit. Wenn der deutsche Michel aber nicht einmal dazu bereit ist seine persönliche Freiheit zu verteidigen, dann wird er eben zu dem Sklaven gemacht, zu dem er erzogen wurde. Als Untertan hat er es sich redlich verdient.

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9 thoughts on “Wir liebten die Freiheit nicht genug

  1. Der deutsche Michel wird bestraft, wenn er falsch parkt, wenn er den Rundfunkbeitrag nicht pünktlich zahlt, und wenn er einen Link teilt. Nach jeder Strafe ruft er: Wir brauchen mehr Polizei!

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  2. “Wir liebten die Freiheit nicht genug.”
    Das denke ich auch oft. Oft bekomme ich den lakonischen Hinweis, der Deutsche sei eben schon immer sehr obrigkeitshörig gewesen. Ob das “immer” stimmt, weiß ich nicht, aber eine zeitlang dürfte das schon so gehen…

    “Die Moslems haben das verstanden.”
    Nicht nur die Moslems. Die Afrikaner auch. Oder Ungarn, dieses kleine Land, das sich Merkels Vorgaben kackfrech widersetzt. WikiMANNia soll auch so ein Leutfeuer der Freiheit sind, aber das versteht kaum einer… *seufz*

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    1. Nun ja, seit Napoleon ist das dokumentiert.

      Und Tacitus soll gesagt haben “Der Germane ist ein schlechter Herr, aber ein guter Sklave”.

      Ich glaub, bei vielen Linksgrünversifften steht dahinter nicht mal wirklich Weltoffenheit. Ich bin rechts und interessiere mich sehr für diverse verschiedene Kulturen und Völker, eben weil ich nicht an einem Multikulti Vielvölkerbrei interessier bin sondern die Diversität verschiedene Kulturen und auch Phänotypen schtze.
      Die kennen sich aber oft gar nicht aus, wenn man mal nachfragt. Die meisten wissen z.B nicht, ws das Pashtunwali ist, obwohl das (gehe ich von aus) hinter diversen Morden und – versuchen durch Afghanen weshalb sie sich weigern, bestimmte Eigenheiten einer kulturellen Sozialisation zuzuordnen und gleichzeitig aber Multikultu wollen, dann aber Unterschiedlichkeit von Kulturen negieren. Es ist so behindert.
      Und vielleicht steckt da sogar auch irgendwie Rassismus hinter, wenn die meinen, diejenigen zu sein, die alles kontrollieren und distribuieren können (ohne mal die Kontrolle über die “Schützlinge” zu verlieren) und keine Forderungen und Pflichten an Migranten stellen, weil Regelbefolgung nicht von Schwarzen oder Sandnegern erwartet werden kann.
      Weiße haben mit Identitätspolitik angefangen, wieso auch immer, und sind nicht in der Lagem Identitätspoliti für sich selbst zu machen, sondern weichen immer nur aus und zurück. Kann man sich ja denken, wie das ausgeht.

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      1. “Die meisten wissen z.B nicht, ws das Pashtunwali ist…”
        Pashtunwali ist ein vorislamischer Kodex. Obwohl die Paschtunen sich als Moslems verstehen, halten sie dennoch an der vorislamische Rechtsprechung (Sharia) fest. Von Pashtunwali rede ich in aller Regel nicht, weil das 99,99% der Deutschen überfordert…

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  3. Nachtrag: Bei Antifa , Motorradgangs, Drogengangs etc. ist das Motiv aber ein anders als “Freiheit”. Bitte nicht in dieselbe Schublade legen! Danke!

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