Die Covid Situation “zuhause”

Laut dem letzten Zensus von 2015 lebten ca. 411.000 Menschen in Angeles City, Pampanga, Philippinen. Aufgrund der bisherigen Wachstumsraten duerften das in 2020 so knapp unter 500.000 Einwohner sein.

Von diesen knapp einer halben Million sind bisher 8 an COVID-19 gestorben, von den insgesamt 143 positiv Getesteten. Offizielle Info des Buergermeisters:

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Der Buergermeister hat zu Beginn der Lockdowns im Maerz entschieden, dass Trunkenheit die Dozilitaet des Buergers vermindert und ein Alkohol-Verkaufsverbot erlassen, was im Mai wieder aufgehoben wurde.  Seit Beginn der Lockdowns herrscht eine Maskenpflicht, wenn man sich ausserhalb der eigenen 4 Waende bewegt. Zudem hatte er die geniale Idee, das Herumlungern der vielen Leute ohne Arbeit zu minimieren, indem er einen Quarantine-Pass verfuegte. Nur ein Mitglied eines Haushalts kriegt diesen ‘Pass’, und dieser darf damit die notwendigen Besorgungen ausser Haus erledigen (Essen und Medizin einkaufen). Landesweit wurde verfuegt, dass Leute unter 21 und ueber 60 grundsaetzlich zu Hause bleiben muessen, ausser wenn sie z.B. zum Arzt muessen, etc. oder alleinstehend sind und Besorgungen machen muessen.

Der Spitzname ‘Pogi’ bedeutet uebrigens “der Huebsche”. Blondinenwitze kommen hier  nicht so gut an 😉

Wie man dem obigen Pamphlet entnehmen kann, gibt es 14 neue positiv Getestete und im Buergermeisteramt brach Panik aus. Es wurde verfuegt, dass man nun, neben der Maske und dem Quarantine Pass, auch ein sogenanntes ‘face shield‘ aufsetzten muss, wenn man aus dem Haus geht. Ich gehe davon aus, dass jeder Leser die Mathematik inkl. Prozentrechnung dazu selbst schafft.

Die Kosten halten sich in Grenzen. Die medizinischen Einwegmasken sind staatlich auf 28 Peso (ca. 50 EuroCent) preislich festgelegt. Waschbare Masken kosten so 1-3 EUR. Der Quarantine Pass kostete 20 Peso (ca. 40 EuroCent). Die face shields kosten je nach Laune des Verkaeufers um die 1 EUR. Die Strafe bei der ersten Verfehlung gegen diese Massnahmen betraegt knapp 20 EUR (2-3 Mindest-Tagesloehne).

In einer der zwei Riesen-Einkaufszentren der Stadt – 140.000 qm, d.h. da passen 10 Fussballstadien rein – wurde vor wenigen Tagen EIN Mitarbeiter positiv getestet. ‘Pogi’ verfuegte, dass das gesamte Einkaufszentrum nun desinfiziert werden muss und schloss es bis auf Weiteres.

Tourismus auf die Philippinen ist weiterhin nicht erlaubt. Auslaender duerfen nur herein fliegen, wenn sie mit einer Philippina verheiratet sind u/o Kinder hier haben. Alle Bars, Discos und andere Vergnuegungszentren sind geschlossen. Eine handvoll Bier-Bars, die ihre Tische im Freien haben sind begrenzt geoeffnet (mit Abstandsregeln). Ein Grossteil der Restaurants hat ebenfalls geschlossen, da 1. keine Touristen da sind, und 2. die Abstandsregeln jeglichen Profit verhindern. Die meisten ‘offenen’ Restaurants bieten nur ‘take out’ an, d.h. man kann Essen bestellen und abholen, aber sich nicht dort hinein setzen und essen.

Es ist – mit gutem Recht, und die BRD sollte das auch so halten – unerwuenscht dass sich hier lebende Auslaender zu lokalen politischen Massnahmen aeussern. Das tue ich auch nicht in meiner Enklave:

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Ich fragte aber gestern meine Haushaltshilfe, was sie davon haelt. Sie meinte “people are starting to get mad at the mayor”. Davon habe ich noch nichts mitgekriegt. Ganz im Gegenteil trugen schon gestern, bevor die face shields Pflicht wurden, sehr viele Leute diese face shields freiwillig.

Abschliessend wuerde ich Dunja Hayali (ich weiss nicht warum ich die immer Hallali schreibe) empfehlen ihren Wirkungskreis auf die Philippinen auszuweiten. Journalisten werden hier nicht angepoebelt oder aus dem Weg geschoben. Sie koennte sich in der unbegrenzten Zustimmung des Volks zu seinem gottgleichen Praesidenten suhlen, ohne Widerworte von “Nazis”, “Rechten” usw. Journalisten sind hier genauso frei der Regierung zu huldigen, wie in der BRD.

So, und jetzt gehe ich ‘ne halbe Stunde in den Pool 😀

4 thoughts on “Die Covid Situation “zuhause”

  1. Alle Achtung, wie “die” das geschafft haben; simultan-globale Verarschung. Uns will immer noch nicht ganz in den Kopf WIE man alle Laender zu diesem Schwachsinn und oekonomischer Destruktion veranlassen konnte. Da muessen doch riesige Versprechungen (oder Drohungen) dahinter stehen. Wir denken an den Iran, z.B. mit einem wissenschaftlich hoch gebildeten Volk, die doch die USA verachten – wie konnte man die fuer den Scheiss gewinnen?
    Cambodia scheint bis jetzt noch der beste Ort um dieses Machwerk zu durchleben, wenn wir so vergleiuchen…

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  2. Die meisten Menschen sind halt weltweit Schafe. die Klimahysterie gabs zum Glück nur im Westen, in Asien bekam man davon nix mit.
    Lockdowns sind Duterte und Co egal, da sie eh kaum Coronahilfen zahlen, sie wollen nur niedrige Zahlen haben, um im internationalen Vergleich gut dazustehen. In Vietnam + Thailand genau das gleiche.
    Wirtschaft bricht zusammen? Egal, die meisten waren vorher auch schob arm. Das ist so die Einstellung in SE Asia.

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