Wissen wir das oder tun wir nur so?

Wissen wir, dass Masken gegen den Wuhan Virus nützlich sind oder tun wir nur so? Wissen wir, wie gefährlich, wie infektiös, wie tödlich eine Infektion mit SARS-COV-2 ist, oder tun wir nur so? Wissen wir, ob ‘Diversität’ ein Vorteil für die Gesellschaft ist oder tun wir nur so? Wissen wir, ob eine Klimakatastrophe droht, oder tun wir nur so? Ist Wissenschaft noch die Suche nach der Wahrheit, oder ist sie käuflich, wie jedes andere Produkt?

Der zeit-geistige Beobachter des Geschehens der letzten Dekaden, Douglas Murray, der u.a. „The Madness of Crowds“ schrieb, hat sich solche Fragen gestellt. Die m.A. zentrale philosophische Aussage Murrays ist: „Wir tun so als wüssten wir etwas über Dinge, über die wir nichts wissen, und tun so als wüssten wir nichts über Dinge, die wir bis gestern wussten.“ Dieser Satz sollte uns erschrecken, und er ist ein Zeichen des postmodernen Zeitgeists.

Vor wenigen Tagen schrieb ich einen Kommentar auf Peter Helmes Blog „conservo“, den außer ihm wohl kaum einer verstand. „Die Konservativen und Libertären haben die Diskussion über die Ungleichheit einfach ignoriert/abgewürgt, und das rächt sich jetzt.“ (adlib). Und das betrifft nur den wirtschaftlichen Aspekt, und auch nur einen ökonomischen Teilaspekt. Wenn ein eigenes Haus, eine eigene Wohnung so teuer wird, dass ein durchschnittlicher Einkommensbezieher sich das nicht mehr leisten kann, ist die Volkswirtschaft in Unordnung. Daraus ergibt sich direkt die Unmöglichkeit überhaupt A) einen eigenen Haushalt, B) eine eigene Familie zu bilden, wenn man nicht zu den sog. DINKS (double income, no kids – zwei Einkommen, keine Kinder) gehört.

Doch ich erinnere mich noch an die 70’er und 80’er, in denen die Phrase „no future“ (keine Zukunft) aufkam. Schon damals wurde man sich der Aussichtslosigkeit gewahr, dass man aus eigener Kraft kaum eine Chance hatte, dieses konservative Familienbild zu erfüllen, ohne staatliche Hilfe. Und an diesen Zeitraum würde ich auch heute noch den Niedergang des Konservatismus verorten. Nicht nur wegen des aufkommenden Feminismus, nicht nur wegen der steigenden Sozialabgaben, sondern, weil man sich eigenes Wohneigentum als Normalverdiener nicht mehr leisten konnte. Die vorgenannten Faktoren haben das Dilemma natürlich noch verstärkt.

Postmoderne Ideen, der Unfug der „Frankfurter Schule“, die „68’er Generation“ ist nicht nur aus Ideologien entstanden, sondern auch aus ökonomischen Gegebenheiten, die eine konservative Gesellschaft praktisch unmöglich machten. Die Familienbildung, das „sich leisten können“ von Kindern, basiert in wesentlichen Teilen auch darauf, sich einen „Lebensraum“ (jaja, ein Naziwort) erobern zu können. Ich selbst, als am hinteren Ende der Babyboomer Geborenen, mit einem Master Abschluss (finanziell vergleichbar mit einem guten Handwerksmeister), konnte mir so etwas noch leisten. Doch der Großteil der normalen Arbeiter und Angestellten lebt lebenslang in Miete, oder hat kaum bezahlbare Schulden (wenn sie nicht erben). D.h. er ist 30 und mehr Jahre lang von Banken oder Vermietern abhängig. Und das bedeutet, er ist sein ganzes Berufsleben abhängig, nie selbstständig, nie sein eigener Herr.

Was soll nun einer tun, der nie sein eigener Herr sein kann? Er wird sich an der herrschenden Klasse orientieren, und deren Paradigmen folgen. Aus eigener Kraft kann er ja nicht erreichen, was er will. Wenn die herrschende Klasse ihm seine Wohnung finanziert: Yappa Dappa Duhhh. Ich behaupte, dass vor allem aus diesem Grund, den sozialistisch operierenden Parteien der Vorzug gegeben wird. Und ich habe mich in diesem System auch nicht anders verhalten, sondern jeden Steuervorteil für Eigenheim und Mietwohnungen für mich genutzt. Es war logisch, ökonomisch sinnvoll, mittel- und langfristig erfolgversprechend, und makroökonomisch eine Katastrophe.

So tun, als ob wir nichts wüssten über Dinge, die wir bis gestern wussten

Ich handelte unter dem Zwang der Zustände, aber wurde mir immer mehr bewusst, dass dies nicht so weiter gehen kann. Als ich mir dessen gewahr wurde, habe ich meine gesellschaftlichen Ausstieg vorbereitet.

Seitdem sehe ich diesen Satz immer wieder bestätigt. Da salbadert selbst der Papst über die ‘Homoehe’, Linke schwätzen über Gleichstellung, die Kanzler-Darstellerin sabbelt über die Energiewende, die Pandemie und vieles mehr, ohne jeweils zu wissen um was es wirklich geht.

Wir wissen z.B., das Homogenität für die Aufrechterhaltung einer demokratischen Gesellschaft eine Voraussetzung ist. Wir wissen z.B. dass Toleranz nicht Akzeptanz ist. Wir wissen z.B., dass der Sozialismus grundlegend gescheitert ist, da Menschen eine Belohnung brauchen, um überdurchschnittliche Leistungen zu erbringen. Wir wissen auch z.B., dass der ökologische Flatterstrom die Grundlast nicht befriedigen kann. Dennoch tun wir so, als ob wir diese historischen Erkenntnisse nie hatten. Wie anders als Dummheit kann man das bezeichnen?

Wir tun so als wüssten wir etwas über Dinge, über die wir nichts wissen

Ich denke, das wird sehr vielen nun bewusst, beim Thema COVID-19. Einige verbürokratisierte sog. „Wissenschaftler“ verbreiten angeblich wissenschaftliche Wahrheiten, die einer wissenschaftlichen Prüfung nicht standhalten. Die Folgen sind dramatisch. Viele Menschen werden viel zu früh sterben, weil solcher Unfug politisch dogmatisiert wird.

Die meisten Geisteswissenschaftler (inkl. Ökonomen) phantasieren von einer besseren Welt in einem Sozialismus/Kommunismus, ohne je begründen zu können, wie dies dem Durchschnittsbürger zum Vorteil gereichen soll. Gleichzeitig ignorieren sie alle Misserfolge solcher Systeme.

In letzter Zeit hören wir immer den Slogan :“Hört auf die Wissenschaft.“. Offensichtlich sollen wir aber nur auf die Wissenschaftler hören, die der Regierung genehme Empfehlungen geben, nicht auf die anderen, die „Abtrünnigen“. Vielleicht liegt es auch daran, dass kaum jemand Wissenschaftler ist und auch kaum einer weiß, was diese Leute eigentlich tun.

Wissenschaft

Erst mal lernen Wissenschaftler so gut wie alles, was ihre Vorgänger im jeweiligen Feld schon gelernt und erforscht haben. In ihrer Forschungsarbeit entwickeln sie dann „fundierte Vermutungen“ (educated guesses) und versuchen diese These 1. empirisch zu beweisen, 2. die Gegenthese empirisch zu beweisen. Nur wenn bei 1. alles auf JA steht und bei 2. alles auf NEIN, ist diese neue These akzeptiert. Neues Wissen wurde geschaffen, bis auf weiteres. Weil es heutzutage relativ viele Wissenschaftler gibt, und die jeweils alle paar Monate oder Jahre neue Thesen aufstellen, und in aller Regel scheitern, entsteht ein langsamer technischer Fortschritt. Große Durchbrüche sind selten, nahezu genauso selten, wie vor 100-200 Jahren. Und viele dieser Durchbrüche gingen von Bastlern aus, die einfach durch Glück einen Effekt erkannten und ihn versuchten bestmöglich zu interpretieren. Wahrscheinlichkeitstheoretisch hochtrabend ausgedrückt: Eher trifft einen der Blitz beim Scheißen, als dass man ein mal im Leben ein neues Prinzip entdeckt. 😛

Jeder der paar Millionen Wissenschaftler dieser Welt würde gerne ein mal im Leben einen großen wissenschaftlichen Durchbruch erzielen, anstatt immer wieder und wieder zu scheitern, oder höchstens mal einen winzigen Beitrag zu leisten. Die vielen „kleinen“ Wissenschaftler sind aber genauso wichtig, wie diejenigen, die die Durchbrüche erzielen. Zum Vorwissen gehört eben auch, dass abgeklärt wurde, wie etwas NICHT funktioniert. Der mit dem Durchbruch hat gegenüber den anderen meist nur Glück gehabt. Deshalb ist es tragisch, dass das Scheitern meist nicht ausreichend dokumentiert und gewürdigt wird. Es ist auch menschlich verständlich, wenn der ein oder andere, der seit 30 Jahren nichts wirklich brauchbares entdeckt hat, sein Glück irgendwann mal erzwingen will.

Von denen, die ihr Glück erzwingen wollen gibt es immer mehr. Einige sind dann auch so geschickt, ihr vorgetäuschtes Glück in eine hohe Position u/o viel Geld zu verwandeln, bevor der Schwindel auffliegt. Erst ab ca. 2010 sprach man öffentlich von der Replikationskrise, d.h. der hohen Wahrscheinlichkeit dass wenn ein anderer Wissenschaftler eine vorgelegte Studie versucht zu reproduzieren, signifikant andere Ergebnisse heraus kommen. Nach letzten Schätzungen sind 10-20% aller medizinischen Studien nicht replizierbar. In anderen Feldern geht die Nicht-Replikationsrate sogar über 90%. Obwohl das seit 10 Jahren offiziell bekannt ist vertraut mindestens die Hälfte aller Anwender (Ärzte, andere Wissenschaftler, Politiker, etc.) auf die Korrektheit jedes veröffentlichten wissenschaftlichen Artikels, z.T. auch wider besseren Wissens.

Und jetzt: „Hört doch endlich auf die Wissenschaft!“ und man fragt sich „Ja auf welche denn?“

6 thoughts on “Wissen wir das oder tun wir nur so?

  1. “Was soll nun einer tun, der nie sein eigener Herr sein kann? Er wird sich an der herrschenden Klasse orientieren, und deren Paradigmen folgen. Aus eigener Kraft kann er ja nicht erreichen, was er will ..”

    Panem et Circenses halt. Nur mit dieser Crux, dass in den 70ern ein normaler Arbeiter oder einfacher Beamter noch als Alleinverdiener eine Familie ernähren konnte und es daneben schaffte, auch noch Eigentum in Form von z.B. Wohnraum zu schaffen. Die damalige Form einer seinerzeitigen und wohl universellen Unabhängigkeit halt.

    Und heute? Da gehst du zur Arbeit, hängst im Hamsterrad “Unterhalt” und sorgst mit deiner übermäßigen Steuerlast dafür, dass ebendiese Leute, die in der Stadt (arbeitsplatznah) nichts zu suchen haben – aber über deine Steuern u.a. von Amts wegen ebenda untergebracht werden!

    Ergo: Die Mieten steigen – und derjenige, der noch Kapital erwirtschaftet(!) muss aufs Land ziehen, um sich das Leben im Reich der Vollalimentierten noch leisten zu können! Das ist im Grunde ein Skandal ersten Ranges!

    Tja, da du mit Masken eingestiegen bist: Der Öffentliche Dienst (ÖD) hat gestern ohne Not den ganzen Personennahverkehr lahmgelegt. Für was? Damit Leute, die keine Kurzarbeit leisten müssen, nicht um ihren Job bangen brauchen und zusätzlich Urlaub- und Weihnachtsgeld neben betrieblicher Altersvorsorge erhalten, noch mehr bekommen, als schon im letzten Jahr abgestimmt war.

    Damit sind wir wieder hier: Diese Leute vom ÖD und Ver.di sind genau solche Figuren, die “sich an der herrschenden Klasse orientieren, und deren Paradigmen folgen.”

    Deutschland ist im Eimer und am Arxxx mit solchen Leuten, denen alles andere als sie selbst vollkommen egal ist. Sei es nun Lebensqualität oder 150mm Abstand im Bus wegen eines Streits. Feierabend, wenn solche Bilder zu sehen sind:

    Montag, 26. Oktober 2020 – Corona Warnstufe Dunkelrot, Inzidenzwert über 100, Münchener Nahverkehr streikt! Aber Demos auflösen, wenn Mindestabstände von 1,5 Meter(!) nicht eingehalten werden.

    Die Maske sitzt!

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    1. Meine Nicht-Verschwoerungstheorie ist folgende: Die Regierungen der westlichen Staaten, und von China und der dortigen Anrainerstaaten dachten es wurde ein Biokampfstoff in Wuhan freigesetzt. Es gab wohl diese Kampfstoffforschung vorher in einem Militaerlabor in den USA, Labors in Wuhan und Kanada kooperierten. In den USA wurde es verboten. Die anderen haben aber weiter gemacht, und die US-Forscher sind in die anderen Labors abgewandert. Es dauerte einige Monate bis man herausfand, dass der ‘Kampfstoff’ gar nicht so gefaehrlich ist, bzw. eher grippeaehnlich.

      Die Pharmaindustrie erkannte ihre Chance richtig viel Kohle zu machen. Die konnten ihre RT-PCR Maschinen verkaufen, Millionen von Tests verkaufen, und sauteure Medikamente (wie Remdesivir) wenn sie HCQ unterdrueckten. Nicht zuletzt koennen die auch Milliarden von Impfungen risikofrei verkaufen.

      Die NWO Typen sahen ihre Felle mit dem Klimawandel Dingens davonschwimmen und dachten mit COVID koennen sie endlich mal wieder Land gewinnen, d.h. grosse Teile des Mittelstands kaputt machen.

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      1. Dazu “Tichys Einblick”:

        “Der Corona-Test und die sich daraus ergebenden “Fallzahlen” bestimmen die Politik und einen erneuten Lockdown. Ausgerechnet in dieser Situation verschweigt die Berliner Senatsverwaltung wichtige Informationen darüber. Oder sie weiß tatsächlich selbst nicht, was da gemessen wird …”

        Quelle: https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/was-testet-der-corona-test-der-berliner-senat-hat-keine-ahnung/

        Erschütternd dann auch die fachliche Kompetenz dazu aus dem Gesundheitsministerium aka Raffzahn Schäbli (Sawsan Chebli) die Zweite:

        Eine irgendwas mit -Istik dahinstudierende dilettiert im Bankkaufmann-Ministerium, wir sind in Sicherheit …

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        1. Ich habe das hier ja schon mal besprochen (Bayes’ Theorem). Einfacher dargestellt:
          Wenn man 100.000 Gesunde testet, und der RT-PCR Test eine ‘falsch positiv Rate’ von mind. 0,4% und bis zu ca. 2% hat (das sind Erfahrungswerte aus den bisher schon verwendeten PCR Tests fuer andere Krankheiten) haben wir bei der ersten Testrunde zwischen 2.000 und 400 “Faelle” (also falsch as positiv getestete). Wenn man all die “Positiven” noch mal, vorzugsweise mit einem anderen Test testet, geht das runter auf 2 bis 40, immer noch falsch “Positive”. Zudem muesste man noch die menschlichen Fehler, durch hohe Auslastung beruecksichtigen. Die Inzidenraten von um die 40 sind voelliger Unfug, selbst wenn man die Rate auf 400 hoch setzt, sind Zweifel angesagt.

          Hab das Video von Reitschuster dazu vor ein paar Stunden gesehen. Mach die Tussi jetzt Grimassen weil sie so schlecht luegen kann, oder weil sie wirklich Null Ahnung hat?

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  2. Alle, vor allem die “Führer” aller Disziplinen, samt Religionen, haben schon immer so getan, aks ob sie etwas wüssten, obwohl sie eben nichts wirklich wussten. Genau darum wird ja auch alles immer schlimmer. Tatsache ist nämlich, wir wissen alle äusserst wenig; und das auch noch durch “Hören-sagen”, obwohl wir mit Informationen geflutet werden. Jede Theorie wird zudem irgendwann überholt, oder ad absurdum geführt. Alles ein “Stochern im Nebel”. Tatsache ist jedoch, dass Politiker mit ihren Experten die Deutungshoheit übernommen haben und zunehmend autoritär ihre Macht ausbauen und am Volk vorbei regieren. Deshalb immer wieder die alte Frage stellen: Cui bono……. und folge dem Geld. Ja, es geht uns allen um Einiges schlechter als in den 70ger und 80ger Jahren. Und der Generation nach uns wird’s vermutlich noch schlechter gehen. Wie das Ganze wieder umzudrehen ist, das ist die Frage, die sich jedoch kaum jemand stellt. Die obersten und reichsten 1% schon gar nicht. Für sie geht die Rechnung nämlich auf. Der Artikel ist übrigens sehr fundiert und gut.

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