Sind sie des Teufels?

Wir haben uns daran gewöhnt, dass die linke Einheitspartei die sogenannten ‘Rechten’ als Unwürdige, als Dumme, als verlorene Seelen, uvm. klassifiziert. Allerdings tun viele der religiösen Rechten das selbe in Bezug auf die Linken. Es kursiert die Einordnung der Linken als satanisch, als Anti-Christen, als nützliche Idioten, als fehlgeleitete Seelen. Wie schon so oft mündet das in eine Tribalisierung, in einen (Quasi-)Religionskrieg.

Wie meist, suche ich nach einer alternativen Erklärung, nach einer natürlichen, biologischen Ursache, weil ich die sogenannten Erklärungen des Strukturalismus als viel zu oberflächlich erachte. Was könnte die Ursache dafür sein, dass sich die durch Evolution anhand der Umweltbedingungen entstandenen Europäer, in vor-zivilisatorische Stammesgesellschaften zurück entwickeln?

Viele Rechte reden von Satanisten, von dunklen Mächten, oft von „den Juden“ als Finanzkraken, von den Bilderbergern, und inzwischen von Soros und dem WEF Schwab. Sie sind die Teufel, denen die Christen Widerstand leisten müssen. Sie wollen eine neue Weltordnung errichten, sie sind Psychopathen, und es wird ihnen unterstellt, dass sie in der Hochfinanz arbeiten und eine unstillbare Gier nach immer mehr Geld haben. Und schlussendlich wird ihnen unterstellt, dass sie einen Großteil der Menschheit ausrotten wollen, weil die, wie in meinem letzten Artikel dargestellt, vor allem die Welt leer fressen und voll kacken.

Wenn man sich das mal durch den Kopf gehen lässt, wundert es nicht, dass vor allem grüne Politiker die Lieblinge der Superreichen, der Investorenklasse wurden. Die Grünen plädieren für eine Verarmung des Westens, so dass der Konsum, welcher nach deren Ansicht übermäßig Ressourcen verbraucht, reduziert werden kann.

Eure Armut kotzt mich an

Das war so ein Sponti-Spruch meiner Jugend.

Er wurde natürlich von armen Studenten erfunden, die Neid auf ihre eigenen Eltern entwickelten, und ihre eigene Armut als ungerecht empfanden. Und das, obwohl sie in relativem Reichtum leben durften, verglichen mit 95% des Rests der Welt. Ich glaube sie haben es inzwischen begriffen. Nirgendwo in der 1. Welt lebt man in wirklicher, absoluter Armut. Keiner muss verhungern, keiner muss im Freien schlafen, keiner muss ohne Kleidung oder Schuhe herumlaufen, selbst wenn er sich weigert auch nur 1 Minute zu arbeiten. Auch ist der Unterschied zwischen jemandem mit Durchschnittseinkommen und einem relativ „Armen“ kaum noch erkennbar. Man kann eigentlich nur gut leben, oder exzessiv gut leben.

Diese Erfahrung verleitete immer mehr Leute dazu, sich bequem in ihrer Staatsabhängigkeit oder einer nicht besonders anstrengenden Arbeit einzurichten. Wenn man sich anstrengen will, dann muss es Millionen hageln, ansonsten verharrt man eben bequem in seiner Bedeutungslosigkeit. Wenn man gut singen kann, will man nicht mehr Opernsänger werden, sondern ‘Superstar’. Nicht in einer kleinen Rockband herumnudeln bis man zufällig ‘entdeckt’ wird, sondern sich in einer Fernsehshow anmelden, um vor aller Welt die Hosen herunter zu lassen. Man sieht, dass die Mittelschicht im Grunde genauso normal und halbwegs gut lebt, wie man selbst als Nichtstuer, der auf die Chance spekuliert, dass irgend jemand sein (i.d.R. nicht vorhandenes) Talent erkennt und ihn reich und berühmt macht. Und die meinen, dass sie das verdient haben, dass es ihnen zusteht, dass das Leben ihnen so etwas schuldet.

Nur extremes zählt

So etwas konnte sich Karl Marx gar nicht vorstellen. Sein ‘Lumpenproletariat’ wurde komplett ignoriert, er sah sie als eine Bürde für das Gemeinwesen. Doch heute haben sich die Reichen und Mächtigen mit dem Lumpenproletariat verbündet, um ein Aufbegehren des Mittelstands zu verhindern, und zuletzt diese Mittelschicht zu eliminieren. Das hat funktioniert, denn großen Teilen der Mittelschicht geht es finanziell nicht besser, als den immer mehr sich für Arme haltenden.

Am deutlichsten sieht man es in der populären Kultur. Rapper sind die Ikonen der Musikszene, obwohl sie meist weder singen, noch Musik machen können. In der halben Welt sehen junge Mädchen zur Trash-Ikone Kim Kardashian auf, die nur ein Talent hat, und das ist, sich selbst bekannt zu machen. Ganz viele sehen zu den Hollywood Schauspielern auf, die nie etwas gelernt haben, außer zu mimen, und möchten von denen die „Wahrheit über die Gesellschaft und Politik“ erfahren.

Auch in der Rechtsauffassung hat sich das eingenistet. Wenn man als arm gilt wird man nicht bestraft, wenn man als reich gilt ebenso. Wer aber für sein täglich Brot arbeitet, der muss die Knute des Gesetzes spüren, unter dem Hohngelächter des Lumpenproletariats.

Wir leben inzwischen wirklich in zwei verschiedenen Welten. Nur hat die Mittelschicht das oft nicht mit gekriegt. Die wollen weiter an ihre heile Welt des meritokratischen Systems glauben, in der harte Arbeit belohnt wird, obwohl sie auf jeder Lohnabrechnung sehen, wie viel man ihnen abgeknöpft hat.

Die Wende?

Bei manchen ist es in der BRD erkannt worden, als Merkel die Massen von Einwanderern ohne Not herein lies. Hoppla, diese Regierung schadet uns. Andere haben es bemerkt, als abenteuerliche Finanzkonstrukte zur Rettung von Banken und Staaten verabschiedet wurden, zu Lasten des Steuerzahlers. Hoppla, die klauen uns ja noch mehr. Und vielleicht wurde im Rahmen der Corona-Maßnahmen-Katastrophe eine kritische Masse erreicht. Hoppla, die wollen uns umbringen.

Der Teufel des anderen

Die sich arm Fühlenden sehen den Sinn ihres Lebens nicht darin, mehr und produktiv zu arbeiten, sondern darin, wie ein Spieler im Casino, auf den ganz großen Gewinn zu hoffen. So lange das nicht geschieht, versuchen sie so unproduktiv wie möglich zu sein. Der Mittelstand ist das Schreckgespenst. Und wenn der Mittelstand meritokratische Maßnahmen fordert, dann sind sie der ausgemachte Gegner. Die sind der Teufel, der sie versucht von ihrer göttlichen Vorsehung – ohne Arbeit reich und berühmt zu werden – abzubringen.

Der langsam verarmende Mittelstand empfindet die nie endenden Forderungen der „Armen“ als eine Zumutung. Man ist zwar ‘sozial’ eingestellt, also man will die „Armen“ nicht verhungern lassen, aber man will durch die eigene Arbeit etwas erreichen, erschaffen, sich Kinder leisten können, uvm. Jede neue Gruppe angeblich Benachteiligter verhindert diesen Erfolg. Aber sie lassen ihren Ärger an den Politikern aus, an den Beamten, an den Reichen, und stoßen so unwillkürlich ins selbe Horn, wie die Sozialisten. Der Teufel sitzt oben, wir werden von Satanisten regiert!!!

Meritokratie durchsetzen

Es muss dem Mittelstand deutlich gemacht werden, dass sie für ihr Lebensmodell kämpfen müssen. Und sie müssen nicht gegen die Falschen kämpfen, nicht den Teufeln Soros oder Schwab ans Leder gehen, sondern ihre christlich-soziale Ideologie abwerfen. Wenn sie meritokratisch leben wollen, dann müssen sie auch konsequent so denken. Sie sind in einem falschen Weltbild gefangen, welches ihren Erfolg verhindert. Die bittere Pille ist: Das Land, das der Vorreiter für Rentenversicherungspflicht, Krankenversicherungspflicht, Arbeitslosenversicherungspflicht, Unfallversicherungspflicht, progressive Besteuerung uvm. ist, seit 140 Jahren, durch 2 Weltkriege hindurch, das soll das schaffen???

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9 thoughts on “Sind sie des Teufels?

  1. Der Kernsatz: Sie “fühlen” sich berechtigt, ohne Arbeit reich zu werden. Danke Instagram und Danke an alle Beispiele aus Bankenwesen, Showbiz, Wirtschaft und Politik, die genau solches Denken nicht nur bestärken, sondern auch vorleben. Der Arbeitsethos und der Arbeitsstolz sind deshalb total verschwunden. Die Rechnung kommt JETZT.

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  2. Die Rolle der Kinder ist noch nicht deutlich genug, finde ich 😉 Wenn Linke wie Rechte ihre Kinder vergammeln lassen, müssen sie sich nicht wundern, wenn die dann ihre Eltern irgendwann “verhungern” lassen. Meinetwegen steckt der Teufel dahinter 😉 Ich bin gerade bei Wilde Schwäne von Jung Chang, und in China jagte offenbar bereits über viele Generationen eine Kulturrevolution die nächste, vielleicht politisch bedingt, wobei dort die Enkel eher die Großeltern verachteten als die Eltern. Was sagen Sie dazu? Leben Sie nicht dort? Salut!

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    1. Ich lebe schon >15 Jahre nicht mehr dort.

      Aber das beschreibt ja gerade das kindische Denken. Klein-Kacki will Astronaut werden, Klein-Schnautzi will Barbie werden, die Lehrer finden es toll, Mutti findet es toll, aber keiner denkt daran, dass das in 99,9999% aller Faelle schief geht und man ein ganz normales Leben mit vielen geplatzten Traeumen hat.

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      1. Jung Chang ist angeblich in der sogenannten Volksrepublik verboten. Wenn die deutsche Mentalität, so wie es für mich aussieht, inzwischen der chinesischen ähnelt – über Dauerberieselung, “Entnazifizierung”, Sozialleistungen und zunehmender Staatsgewalt – sind die Würfel gefallen. Und das Witzfigurenkabinett der Einheitspartei ist nur ein letztes oder vorletztes Schmankerl für die jungen Kretins. Wie waren damals eigentlich die Wahlergebnisse in China? 😉

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        1. Wir hatten damals eine Glasfaser-Standleitung nach Deutschland, damit der SAP-Datenverkehr ungestoert lief. Darueber konnte man auch surfen, aber unser IT Mann hat bzgl. chinesischer Suchanfragen natuerlich die staatlichen Filter eingebaut. Ich selbst hatte zudem noch die Schrott-Verschluesselung, die Danisch beschreibt. Die Chinesen sind zu intelligent, um sich mit angeblichen Wahlen verarschen zu lassen 😉 Die wissen was laeuft und versuchten reich zu werden. Jetzt sehen sie aber ihre Felle davon schwimmen.

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        2. Der Koronazirkus und die witzige, deutsche “Spezialpolitik” sind doch Augenöffner. Könnte China nicht die Blaupause für ganz andere Regionen zukünftiger Volksrepubliken sein? Wo kann ich eigentlich Konkretes über Shanghai erfahren?

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  3. Ich schreibe schon lange, dass zur Freiheit, also zur Befreiung von der Knechtschaft und Leibeigenschaft durch Adel und Klerus im Mittelalter, die Eigenverantwortung gehört, nämlich die Eigenverantwortung, sich selbst zu ernähren, sich selbst ein Dach über den Kopf zu schaffen, sich selbst Kleidung zu erarbeiten. Der Sozialstaat und die Umverteilung gehört somit abgeschafft. Nur freiwillige Umverteilung, freiwillige Nächstenliebe. Nächstenliebe predigen und dann anderen überlassen, wie das gerne Gutmenschen machen, andere dazu zwingen, ist nicht nur heuchlerisch sondern Sklaverei. Zur Eigenverantwortung gehört auch die Abschaffung der gesetzlichen Sozialversicherungen wie sie Bismarck im deutschen Kaiserreich für unmündige Untertanen geschaffen hat.
    Leider wollen zu viele zwar die Freiheit, aber keine Eigenverantwortung, sondern sie wollen bequem die Verantwortung für sich nach oben abgeben. Sie picken sich praktisch aus jedem System die Rosinen heraus. Das funktioniert natürlich nicht, und das Ergebnis sehen wir jetzt in der Inflation und dem Niedergang der Wirtschaft. Es wird von den Politikern Geld gedruckt ohne Ende für die Flüchtlinge, für die Rettung der Banken, für die Rettung des Euros, für die Rettung von Griechenland, für das Klima, für die Ukraine, für alles mögliche, aber nie denken die Politiker an das eigene Volk. Kurzem hat Baerbock in Tschechien gesagt, dass ihr das eigene Volk, die eigenen Wähler, egal sind. Das christliche Gebot der Nächstenliebe wurde pervertiert und in eine Fernstenliebe auf Kosten der Nächstenliebe umgewandelt. Zu viele haben das nicht erkannt.

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