Die 70er: Kultureller Höhepunkt und der Beginn der Verdummung

In seinem Artikel fragt Wolle, welche Zeit war besser. Er schließt sich Danisch an und meint es waren eventuell die 90er. Ach, ihr unbedarften Jungspunde. Hahaha. Für mich waren es die 70er, meine Teenager-Jahre, geprägt von grenzenloser Langeweile, die manche genutzt haben um sich vollzusaufen u/o zuzukiffen. Andere haben die Langeweile aber als kreative Phase erfahren und eine Supernova von Innovationen in der Technik und Musik usw. ward losgetreten.

Technik:

Computerspiele wurden in den 70er erfunden. Der Mikroprozessor hat das alles erst möglich gemacht, wie so vieles was wir heute als selbstverständlich betrachten. Ende der 70er, Anfang der 80er gab es dann endlich bezahlbare Computer für private Haushalte. Der Minimoog kam auf den Markt und startete völlig neue Musikrichtungen. Weiß einer von euch „Bettnässern“ was ein Rechenschieber ist und wie man mit dem umgeht? Der Taschenrechner war ein Statussymbol unter Schülern, bis die Dinger so billig wurden, dass jeder einen hatte. Die Mikrowelle wurde erfunden, Mutti konnte vorkochen, einfrieren, arbeiten gehen und Junior konnte sich mittags sein Mikrowellen-Chappi selbst aufwärmen.

Musik:

Die beste Musik aller Zeiten. Von den 50 besten Songs der 70er höre ich heute noch 90% lieber als den Müll den wir dieser Tage so serviert bekommen. Rod Stewart ist inzwischen so alt geworden wie er damals schon aussah. Geschniegelte Preppers gingen zur Tanzschule und in Discos um Mädels aufzureißen. Langhaarige Hippies machten, mit Joint in der Fresse, die geilste Musik aller Zeiten mit Texten die man oft nur versteht, wenn man sich einen Selbstgebauten rein gezogen hat.

 

Micha, Helle, Dötlöööf und ich, ist zwar von 1981, aber da waren wir schon ein paar Jahre zusammen:

Sommerfest OHG 1981

Sex:

Die 70er waren sexy. Die 16-jährigen Mädels klauten sich die Pille aus der Nachttischschublade der Mutter und ab ging die Post im Gebüsch am Baggersee. Als Milchbubi Gummis zu kaufen war echt super-peinlich. Wenn die Kleine dann besoffen genug war, dass das Höschen fiel, pochte das Blut schon in der Eichel das im Hirn dann fehlte um noch an den Präser zu denken. Zum Beweis seines jugendlichen Leichtsinns hat man die Dinger dann aufgeblasen oder mit Wasser gefüllt aus dem 3. Stock auf Passanten geworfen.

Die Pille hatte sich durchgesetzt und der Nachwuchs blieb aus. Die katholische Kirche machte ihren letzten Aufstand gegen das Lotterleben der sexuellen Freizügigkeit, aber die Deutschen wollten sich von den Pfaffen nichts mehr vorschreiben lassen. Die alten Werte erodierten und wurden verlacht.

Der Anfang vom Ende:

Mitte bis Ende der 70er fing der Feminismus an populär zu werden und ihre Hassparolen gegen Männer wurden im Fernsehen beklatscht und gefeiert. Damals durften Männer öffentlich noch etwas gegen die sogenannte Emanzipation vorbringen.

Karl Dall: „Tja, da wurde das damals losgetreten. Heute haben wir den Salat“

Karl Dall zum zweiten: „Tja, damals hatten die Männer noch Eier“

Gleichzeitig lief das Gastarbeiterprogramm aus. Die Türken nutzten die Rückkehrprämie aber nicht, sondern holten ihre Familien nach Deutschland und wurden eingebürgert.

Die bürgerliche Moral und der Anstand wurden gegen Ende der 70er in die Tonne getreten. Man wünscht sich eine Zeitmaschine, will nach 1975 zurückzukehren um den damals noch zahlreichen Anti-Feministen zu erklären, dass sie sich nicht genug gewehrt haben.

 

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4 thoughts on “Die 70er: Kultureller Höhepunkt und der Beginn der Verdummung

  1. Die 70er waren aber sowas von das schönste Jahrzehnt, denn was danach folgte ging sukzessive in die Dekadenz – so mein Empfinden jedenfalls.

    Darauf einen “Hell-Raiser” von the Sweet, “Cum on feel the Noize” von Slade und “Schools Out” via Alice Cooper.

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  2. Die meisten Menschen finden die Zeit ihrer Jugend besonders und schön, weil sie von ihr geprägt wurden. Dies hält aber objektiver Untersuchung selten stand. In den 1970ern zerfielen die letzten Reste bürgerlicher Kultur. Die “sexuelle Revolution” war noch nicht zur einseitig nur weiblichen Freiheit verkommen. Bis dahin ist die Darstellung begreiflich.
    Doch bereits 1968 überrollten Feminismus und Linksradikalismus gemeinsam eine nicht ideologische und nicht einseitige Kultur und Gegenkultur. In den 1970ern war der Untergang bereits nicht mehr aufzuhalten. Bereits 1970 war es Esther Vilar fast unmöglich, ihr partiell feminismuskritisches Erfolgsbuch verlegt zu bekommen. Feministische Zensur unbequemer wissenschaftlicher Bücher habe ich bereits für 1968 und früher dokumentiert.
    Bereits der Bruch von 1967 auf 1968 war radikal. Danach hatte eine feministische Diktatur und Zensur wichtige Bereiche der Universitäten und Staaten fest im Griff.
    Das läßt sich weiter zurückverfolgen, wie meine Studien und Bücher es taten. Ähnliche Zusammenbrüche finden sich mehrmals, in mehreren Generationen bis in ferne Epochen. Ein solcher Umbruch war der Erste Weltkrieg, in dem die vormalige Gesellschaft zusammenbrach, bei den Besiegten heftiger, aber auch bei den Siegern.

    Die Katastrophe von heute hat sich über lange Zeiten scheibchenweise in Einzelschüben entwickelt, deren Ähnlichkeit und Misandrie deutlich gezeigt werden kann.
    Ein paar Sprüche waren in den frühen 1970ern vielleicht noch möglich, doch wirkungslos gegen die bereits verankerte feministische Ideologie, die über ihre Kaderschmieden an Hochschulen den Rest der Welt infizierten.
    Einzelheiten siehe Buchreihe “Die beiden Geschlechter”, derzeit 5 Bände (geplant mindestens 7) und die anderen Buchreihen, z.B. “Weibliche Wahlmacht” (derzeit angeboten: 3 Bände, sowie Schubladenbücher)

    Im Literaturverzeichnis meiner Bücher wird auch auf Bücher verwiesen, die nachweisen, wie die feministische Welle bereits 1968 die “sexuelle Revolution” durch Verhütungsmittel in eine Männer anfeindende und entrechtende einseitig nur weibliche Freiheit verdreht hat. Was du in den 1970ern erlebt hast, war nur ein Nachleuchten bürgerlich aufgewachsener Mädchen, die noch nicht feministisch handelten, aber nicht mehr nachwachsen konnten. Was damals schön war, hatte noch Reste einer vorigen Kultur, die bereits mit Füßen getreten wurde. Die in den 1970ern aufwuchsen, hatten jene Reste natürlicher Weiblichkeit und Kultur dann verloren. Die 1970er waren bereits eine kaputte Zeit, die von dem lebte, was frühere Kultur und Generationen aufgebaut hatten. Sie waren eine Zeit, die einen kulturellen Schatz verpraßte und gar nicht merkte, was sie da tat. Es ist wie eine Zeit, die in Saus und Braus lebt, sich über sexuelle Freiheiten freut, dabei aber ihr gesamtes Kapital verschwendet und verarmt.
    So ist das im übertragenen Sinne auch kulturell gewesen: Ihr habt euer Leben damals genossen (außer den Verlierern, die keinen Schnitt bei Mädchen hatten), dabei aber das verschleudert und zerstört, was weibliche Liebe heranreifen läßt. Ihr habt “das kulturelle Geld” verschleudert, das vorige Generationen erarbeitet hatten. Nach euch die Sinnflut. Für Widerstand gegen Feminismus war es in den 1970ern längst zu spät.

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  3. Nun, 1968 war ich noch in der Grundschule, da war mir Feminismus ziemlich egal. 1977 kam die Erstausgabe der Emma heraus, die sich meine Mutter gleich gekauft hat, und da dann das Verschuldensprinzip nicht mehr galt, hielt sie ein Jahr spaeter dem Scheidungsrichter emanzipatorische Vortraege mit ihrem juristischen Halbwissen aus selbiger Zeitschrift. Deshalb waren fuer mich der Grossteil der 70’er sehr schoen. Uni in den fruehen 80’ern war auch OK, so lange man sich von der ASTA fernhielt. Zumindest hab ich die noch ein paar mal live erlebt:

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